Motorsport
Walter Münch: „Im Motorsport gibt es keine Altersgrenze“
Nach Kurzeinsätzen bei nationalen Rallyes war der aus Mehlingen stammende Werbetexter im abgelaufenen Sportjahr in Österreich unterwegs – und dies mit Erfolg. Als Beifahrer von Alois Nothdurfter bestritt der immer noch ehrgeizige Motorsportler Läufe zur österreichischen Historic-Rallye-Meisterschaft. „Leider konnte ich aus gesundheitlichen Gründen die Serie nicht zu Ende fahren“, bedauert der Pfälzer.
Dennoch ist er mit dem Abschneiden sowohl in dieser Meisterschaft mit internationaler Besetzung äußert zufrieden wie auch mit dem dritten Platz in der Pfalzmeisterschaft der Beifahrer im Rallyesport. „Mit dieser Platzierung auf Pfalzebene hatte ich nie gerechnet“, erzählt der Kaiserslauterer Motorsportler. „Daher bin ich stolz auf mich selbst, und es zeigt, dass es im Motorsport keine Altersgrenzen gibt. Überrascht hat mich die Sonderehrung durch den pfälzischen ADAC für meinen zweiten Platz im österreichischen Mitropa-Rally Historic-Cup als Beifahrer“, gibt das Mitglied des Motorsportclubs Eschbach unumwunden zu. Für Walter Münch, Jahrgang 1960, war es nicht nur der zweite Platz dieser Wertung, sondern auch der vierte Platz in der österreichischen Staatsmeisterschaft für europäische Privatfahrer.
Gesundheitsbedingt nur sieben Einsätze
„Zu Beginn war mir sowie Alois Nothdurfter bewusst, dass wir im Ford Sierra RS Cosworth in der Spitzengruppe mitfahren können. Dass es aber so weit nach vorne ging, hat uns beide überrascht“, sagt Walter Münch. „Was wäre wenn“ ist oft die Frage, die stellt sich auch beim österreichisch-deutschen Team. „Eine gesundheitliche Beeinträchtigung machte mir für weitere Einsätze einen Strich durch die Rechnung. Um so erstaunter und erfreulicher ist dieser zweite Platz“, schwärmt der Pfälzer. Immerhin reichte es für sieben Starts in dieser Meisterschaft.
Dass eine Meisterschaft auch mal mit einem Rückschlag beginnen kann und sich dann zu einer Erfolgsstory wird, bewies das Team im Ford Sierra RS Cosworth. Bei der MOTUL-Rallye Kumrovec streikte ihr Wettbewerbsfahrzeug zum großen Ärger hauptsächlich des Fahrers und Beisitzers. Doch das Team steckte den Kopf nicht in den Sand und startete bei der Rallye Internazionale del Casentiono in Stokrico und fand zur gewohnten Stärke zurück. Nach abwechslungsreichen Wertungsprüfungen war es der für sie selbst überraschte Sieg. Platz fünf in der Gesamtwertung und der Erfolg in der Mitropa-Historic-Wertung folgten bei der Mecsek-Rallye.
Rang zwei in der Gesamtwertung
Die Klassensiege drei und vier gab es bei der Tiki Rallye Velenje und bei der Historic Rallye Elba, wo das Team auf Rang zwei in der Gesamtwertung kam. Selbst Platz zwei bei der Laser Lavanttal-Rallye sind im Ford Sierra RS Cosworth mit seinen 385 Pferdestärken in dieser starken Konkurrenz ein Erfolg. „Die deutsch-österreichische Freundschaft zwischen Alois Noth- durfter und Walter Münch beweist Erfolgspotenzial“, schreibt die österreichische Presse. In der Tat hat sich hier ein Team gefunden, das in der europäischen Spitzengruppe aufeinander abgestimmt mitfahren kann. Der schnelle Tiroler mit dem pfälzischen Beifahrer sind in der Tat ein harmonisches Team.
Seine erste motorsportliche Veranstaltung bestritt der erfolgreiche Pfälzer im Jahre 1979 im Fiat 850 beim Motorsportclub „Schorlenberg“ Enkenbach-Alsenborn. Anfang der 1980er Jahre kam er dann als Beifahrer in den Rallyesport. Er saß über viele Jahre neben so namhaften pfälzischen Piloten wie Gerfried Böbel aus Speyer, Ingo Gutman aus Neustadt und Peter Diller aus Kaiserslautern.
Unvergessen bleiben für ihn die Erlebnisse bei der legendären Rallye Vorderpfalz. „Die Kalmit-Kuppe am frühen Morgen mit dem Blick ins Rheintal“, erinnert sich Walter Münch.