Kaiserslautern Voneinander profitieren

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Eltern haben viele Fragen und Sorgen, besonders wenn sie erfahren, dass ihr Kind behindert ist. Die Junge Lebenshilfe Westpfalz hat es sich zur Aufgabe gemacht, hier Hilfestellung zu leisten. Dazu finden regelmäßige Treffen der Gruppe statt.

Aus dem Maschinenraum des Brauhauses an der Gartenschau ist fröhliches Gelächter zu hören. Hier treffen sich gerade Menschen, die sich bei der Lebenshilfe engagieren, unter ihnen Aktive der Jungen Lebenshilfe, kurz Jule genannt. Diese Treffen gehören zum Konzept, das ganz auf Austausch und gegenseitige Beratung ausgerichtet ist. Diese ist auch notwendig. Frisch gebackene Eltern haben grundsätzlich meist viele Fragen und machen sich Sorgen, ob es ihrem Nachwuchs gut geht. Schließlich ist da nun ein kleiner Mensch, der Unterstützung braucht. Hat das Kind zudem eine Beeinträchtigung und benötigt eine entsprechende Förderung, ist das für die Angehörigen erst einmal ein Schock. Jetzt ist es wichtig, nicht allein zu sein und schnell passende Ansprechpartner zu finden. Hier setzt die Jule an. Sie ist eine Projektgruppe der Lebenshilfe unter der Leitung von Karin Schmidt und vor etwa fünf Jahren entstanden. Damals suchte Familie Schmidt einen Kitaplatz für ihren gesunden Sohn . Das integrativ ausgerichtete Konzept der „Stadtindianer“ gefiel ihnen und sie meldeten ihn dort an. „Davon haben wir so viel profitiert, Jan hat hier so viel gelernt“, freut sich Karin Schmidt. Sie beschloss, sich für die Kleinen und ihre Eltern zu engagieren. Etwa 40 Ehrenamtliche, darunter Eltern von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung, haben sich mittlerweile in der Projektgruppe Jule zusammengeschlossen, um Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu pflegen und sich gegenseitig zu unterstützen. Dass bei der Jule jeder willkommen ist, ist im Brauhaus zu spüren. Herzlich und fröhlich geht es hier zu. Im Laufe des Abends kommen aber auch ernste Themen zur Sprache. So erzählt etwa Rollstuhlfahrer Christian Werner von unterschiedlichen Reaktionen seiner Mitmenschen. „Guck net“, heißt es da schon mal barsch seitens der Eltern, wenn der Nachwuchs sich interessiert den Rollstuhl betrachtet. Dabei hat der junge Mann gar kein Problem mit dem Interesse der Kinder an seinem Gefährt. Viel schlimmer findet er es, wenn er praktische Hilfe braucht und diese einfach abgelehnt wird. Im Laufe der Zeit hat er gelernt, solchen Vorkommnisse mit Humor und Gelassenheit zu begegnen. Er ist Mitglied der Jule und schätzt hier besonders, „dass sich die Jule um die Inklusion aller Menschen bemüht. Es tut auch gut, unter Leuten zu sein, die in einer ähnlichen Situation sind und wo man sich für meine Belange einsetzt“. Im September veranstaltete die Jule ein Sommerfest in der Gartenschau. Mit dabei war „Herr Wolke“, eine lebende Kinderbuchfigur. Dieser produziert gemeinsam mit „Herrn Schreiberling“ auch anspruchsvolle Kinderbücher. Karin Schmidt kam auf die Idee, ein Buch mit „Herrn Wolke“ für die Jule zu veröffentlichen. Der Künstler war begeistert. Die Grundidee für die Geschichte – es geht um Inklusion – ist bereits vorhanden. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir das alles gemeinsam entwickeln, Ideen sammeln und vielleicht sogar Sponsoren irgendwie in der Geschichte unterbringen“, sagt Schmidt. Denn ohne Spenden kann das Projekt nicht umgesetzt werden. Noch steht die Planung am Anfang. Erst wenn eine finanzielle Grundlage vorhanden ist, soll ein Arbeitskreis gebildet werden. Dieser soll aus Eltern, Kindern, Betroffenen, Sponsoren und Interessierten bestehen. Vielleicht finden sich ja rasch viele Menschen, denen der Buchgedanke gefällt und die sich an der Entstehung des Werkes gerne beteiligen möchten. Ganz gemäß dem Motto der Jule: „Wir sind überzeugt, zusammen in der Gemeinschaft sind Ziele erreichbar.“ Die Serie In der Reihe „Verein(t) in Lautern“ stellt der „Marktplatz Kaiserslautern“ in loser Folge Vereine und Gruppen aus der Barbarossastadt vor. Interessierte können sich melden unter der Telefonnummer 0631/3737218 oder eine E-Mail senden an stadtteilekl@rheinpfalz.de. |olk

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