Kaiserslautern Vom Arbeitszimmer zum Streamingzimmer für die eStadtmeisterschaft

Spannung im Streamingzimmer: Moritz Nicolay zieht die Lose, Marvin Müller kommentiert.
Spannung im Streamingzimmer: Moritz Nicolay zieht die Lose, Marvin Müller kommentiert.

Die eStadtmeisterschaft, die vom VfR Kaiserslautern veranstaltet wird, steht in den Startlöchern. Ab diesem Montag gehen 15 Vereine aus Kaiserslautern virtuell auf Torejagd mit dem Ziel, erster eStadtmeister zu werden. Am Samstag wurden die Gruppen für das Turnier ausgelost, rund 100 Zuschauer waren dabei, als das Organisationsteam die Lose zog, in einem Raum, der eigentlich mal Marvin Müllers Arbeitszimmer war.

Dass am Montag zum ersten Mal der virtuelle Ball bei den Stadtmeisterschaften rollt, ist ein paar engagierten VfRlern zu verdanken, die nach dem erfolgreichen „Erbse-Cup“ im vergangenen Jahr zusammen mit dem Präsidenten des Vereins auf die Idee kamen, die RHEINPFALZ-Stadtmeisterschaft, die in diesem Jahr coronabedingt abgesagt werden musste, auf der Konsole auszutragen. Es wurde ein Orga-Team aus vier Personen gebildet, das sich seit Wochen mit den eStadtmeisterschaften beschäftigt und jetzt froh ist, dass es endlich losgeht.

Marvin Müller, der die A-Jugend des VfR trainiert, hat wohl am meisten Zeit für die Premierenauflage der Stadtmeisterschaft investiert. Er ist vor allem für die Außenkommunikation und die Repräsentation zuständig. In den letzten Tagen stand sein Handy nicht still, und er hatte viele Pressetermine. Unter anderem wollte das Fernsehen plötzlich zu Dreharbeiten vorbeikommen.

Die Sache mit dem Streamingzimmer

Auch wenn das Stress bedeutet, freut sich Müller über die Termine. „Sie zeigen, wie groß das Interesse am Turnier ist“, sagt er. Müllers Schaltzentrale spielt dabei eine wichtige Rolle. Aus seinem Arbeitszimmer zuhause in Kaiserslautern werden zahlreiche Partien live übertragen. Viele denken, dass er sein Arbeitszimmer der eStadtmeisterschaft wegen zu einem Streamingzimmer umfungiert hat, doch das stimmt so nicht. Der 23-Jährige hat bereits vor Jahren das Streamen für sich entdeckt und spielt leidenschaftlich gern Videospiele. „Ich habe das eine Zeit lang fast professionell gemacht“, erzählt er. Die Einnahmen daraus hat er in ein qualitativ hochwertiges Streaming-Setup gesteckt, um seine Zuschauer zu unterhalten. Sein Arbeitszimmer wurde schon vor langer Zeit zu einem Streamingzimmer umgebaut, und jetzt bietet es sich natürlich für die virtuelle Stadtmeisterschaft an.

Die Losfee und der Schiri

Es ist also nicht überraschend, dass die Auslosung, die am Wochenende stattfand, aus seinem damaligen Arbeitszimmer live auf dem Youtube-Kanal des VfR übertragen wurde. Zusammen mit Moritz Nicolay, dem Trainer der zweiten Mannschaft der Erbsenberger, stellte er die Gruppen zusammen, Nicolay war die Losfee. Beide kommentieren aus Müllers Büro einzelne Partien der Stadtmeisterschaft, begleiten nicht zuletzt die Zwischenrunde und die Endspiele, die am Samstag über die Bühne gehen.

Auch Alexander Fahsel, der selbst auf dem virtuellen Rasen auflaufen wird und einer der besten FIFA-Spieler in den Reihen der Blau-Weißen ist, spielt eine wichtige Rolle bei der Organisation des Turniers. Er ist für die Ergebnismeldungen zuständig, überwacht, dass alle Spiele ausgetragen werden und trägt die Ergebnisse ein.

Die aktuellen Tabellenstände können auf Fussball.de verfolgt werden. Der Südwestdeutsche Fußballverband war nämlich auf das Projekt aufmerksam geworden und hatte dem VfR angeboten, die Spiele über das DFB.net einzutragen. Für den Fall, dass es mal strittige Entscheidungen bei einer Begegnung gibt, hat sich der VfR mit Friedrich Welck einen offiziellen Schiedsrichter aus dem eigenen Verein in die Turnierleitung geholt, der mit seinem Regelwissen helfen soll.

Die Ideenschmiede

Dass die Stadtmeisterschaft so gut geplant ist, liegt unter anderem auch daran, dass Ende vergangenen Jahres die „Ideenschmiede“ geboren wurde, zu der auch Jannis Hüppauff gehört. In der Gruppe wurden viele Pläne für das Turnier erschaffen und immer wieder umgeworfen, bis der jetzt finale Plan zustandekam.

Zu diesem Plan gehörte auch die am Samstag stattgefundene Auslosung für das Turnier, bei der 15 der 16 traditionellen Teilnehmer der Stadtmeisterschaft im Lostopf lagen. Einzig der FSV Kaiserslautern hatte keine Mannschaft für das Turnier gemeldet, bei dem am kommenden Samstagabend nach der Zwischenrunde und den Halbfinals der Premierensieger der 1. eStadtmeisterschaft gekürt wird. Da 15 Vereine um den von der RHEINPFALZ gestifteten Pokal kämpfen, kommen keine vier gleich großen Gruppen zustande, weshalb Gruppe D nur drei Teams aufweist. In dieser Gruppe, die aus dem FC Shqiponja Kaiserslautern, dem SV Wiesenthalerhof und den FCK Portugiesen besteht, wird trotzdem, wie in jeder anderen Gruppe auch, der Erst- und Zweitplatzierte in die Zwischenrunde einziehen.

Karten neu gemischt

Anders als bei der bekannten Stadtmeisterschaft in der Barbarossahalle, bei der es immer schon vor dem Turnier Favoriten gab, ist bei der eStadtmeisterschaft schwer vorhersehbar, wer die größten Chancen auf den Titel hat. Da sich der eSport erst in den letzten Jahren etabliert hat und deshalb keiner weiß, wie gut die einzelnen Vereine beziehungsweise deren Spieler beim Fußball auf der Konsole sind, sind viele spannende Duelle zu erwarten, deren Ausgang im Vorhinein völlig ungewiss ist.

Die Gruppen

Der Veranstalter VfR Kaiserslautern startet in Gruppe A und muss gegen die SG Eintracht Kaiserslautern, den FC Erlenbach und den VfL Kaiserslautern um Punkte fürs Weiterkommen kämpfen. Auch der 1. FC Kaiserslautern nimmt an der Stadtmeisterschaft teil. Er tritt mit Spielern aus der eigenen Jugend an. Auf die jungen Wilden warten in Gruppe C der SV Morlautern, TuS 04 Hohenecken und der SC Siegelbach.

Die gemeldete Mannschaft der TSG Kaiserslautern spielt im Gegensatz zum FCK zum Großteil mit Spielern der Aktiven und hofft, auf die Erfahrung bauen zu können. In spannenden Duellen in Gruppe B gegen den TuS Erfenbach, Fatihspor Kaiserslautern und den SV Mölschbach will die TSG ihre Künste auf der Konsole unter Beweis stellen und möglichst viele Punkte sammeln.

Für viele Fans und auch für die Teilnehmer ist es natürlich eine komplett andere Stadtmeisterschaft als gewohnt. Trotzdem sind alle heiß auf diese eFußball-Woche und fiebern dem Samstag entgegen, an dem das erste Mal ein Team aus Kaiserslautern eStadtmeister wird.

Infos

Die RHEINPFALZ (in der gedruckten Ausgabe und auf der Facebook-Seite der RHEINPFALZ Kaiserslautern) und der VfR Kaiserslautern (Facebook und Instagram VfR Kaiserslautern, ErbseTV auf Youtube) halten Sie auf dem Laufenden.

So spielen sie

Gruppe A

SG Eintracht Kaiserslautern

FC Erlenbach

VfR Kaiserslautern

VfL Kaiserslautern

Gruppe B

TSG Kaiserslautern

SV Mölschbach

Fatihspor Kaiserslautern

TuS Erfenbach

Gruppe C

SV Morlautern

TuS Hohenecken

SC Siegelbach

1. FC Kaiserslautern

Gruppe D

FC Shqiponja Kaiserslautern

SV Wiesenthalerhof

1. FCK Portugiesen

Professionell ausgestattet: der Raum, aus dem die Spiele gestreamt werden.
Professionell ausgestattet: der Raum, aus dem die Spiele gestreamt werden.
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