Kaiserslautern Vier aus 21

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Mit Spannung erwartet wurde die Eröffnung der Ausstellung zum Pfalzpreis am Sonntag. Zwar waren die 21 Teilnehmer und ihre Werke inzwischen bekannt geworden (wir berichteten am Freitag), doch die vier letztendlich Nominierten wurden erst am Sonntag vorgestellt. Auch nutzte Bezirkstagschef Theo Wieder in seinem Eröffnungswort die Gelegenheit, über die Preisvergabemodalitäten zu sprechen. Er zeigte sich dabei durchaus offen für Veränderungen.

Von den 21 Künstlern sind vier für den Preis nominiert worden: Sophie Casado aus Landau, Dieter Balzer aus Neuhofen, Christine Fischer aus Ludwigshafen und Reiner Mährlein aus Kaiserslautern. Die Wahl sei für die vier Künstler umso bedeutender, so Wieder, da die Einreichungen diesmal recht geschlossen auf einem hohen künstlerischen Qualitätsniveau gelegen hätten.

Wie am Sonntag in der sehr dicht besetzten Eingangshalle der Pfalzgalerie zu erleben war, erschöpft sich der Pfalzpreis keineswegs in der Vergabe von Fördermitteln. Vielleicht noch entscheidender ist das Forum für regen Austausch, für Präsentation und weitere Profilierung in der Ausstellung, in der 21 Künstler ihre Arbeiten vorstellen und erläutern können und die stilistische Bandbreite aktueller künstlerischer Strömungen aufzeigen. Wieder würdigte als Laudator einerseits die künstlerische Ästhetik der Exponate, aber auch bei manchen ihren Hang zur Provokation, Reflektion oder Kontemplation. Letztlich rege die Ausstellung an.

Wie Wieder verdeutlichte, unterliege die Vergabe des Pfalzpreises Spielregeln. Sie seien vorab festgelegt worden aufgrund einer Mehrheitsentscheidung. Dennoch sei der Bezirksverband als Ausrichter offen für kritische Anregungen. Wieder schlug entsprechend im Anschluss an die Ausstellungseröffnung eine Podiumsdiskussion mit den Künstlern an. Diese kam allerdings leider nicht zustande.

Die Leiterin der Pfalzgalerie, Britta Buhlmann, hob die große stilistische Bandbreite der Arbeiten hervor und würdigte daher ebenfalls die schwierige Juryentscheidung. Interessiert verfolge sie den biografischen Werdegang vieler Künstler und stelle eine stetige Weiterentwicklung fest. Der letzte Preisträger des Pfalzpreises für Malerei sei jetzt als Plastiker dabei, so Buhlmann. Souverän und vielversprechend seien die Arbeitstechniken der Nachwuchskünstler.

Heinz Höfchen als Kurator der Ausstellung betonte in seiner Einführung, dass es um zeitgenössische Weltkunst gehe und stellte die Kardinalfrage: „Was ist Kunst?“ Er beantwortete sie an einem Punkt – es gehe um Emotionen. Er zitierte Leo Tolstois Kunstauffassung und machte deutlich, dass die Darstellung von Emotionen, die auch solche beim Rezipienten wecken, als künstlerisch anzusehen seien. Nicht die Rückwirkung aufs Leben sei entscheidend, so Höfchen weiter, sondern Ausdruck des imaginierten Lebens. Er plädierte in diesem Zusammenhang für den Abbau von Vorurteilen. Die Ausstellung stehe nicht unter einem besonderen Motto. Von klassischer Bildhauerei bis zu räumlichen Installationen beinhalte sie eine große Vielfalt. „Je mehr Facetten, umso spannender“, lautete Höfchens Fazit. Christine Fischer habe sich mit existenziellen Fragen wie Leben und Tod auseinander gesetzt und schaffe Metaphern. Dieter Balzer sah Höfchen als einen neokonstruktivistischen (mit einer streng gegenstandslosen Kunstauffassung) Vertreter. Formal streng wirkten auch die Arbeiten von Reiner Mährlein. Filigran sei dagegen Sophie Casados Kunstrichtung.

Auch Bettina Bachem nutzte die Gunst der Stunde, um als Vorsitzende des Fördervereins der Pfalzgalerie über die bisherigen Fördermaßnahmen mit Schenkungen von Kunstobjekten und flankierenden Angeboten von Vortragsreihen und Cross-over-Programmen in Rück- und Ausblicken zu berichten. So wird in der Reihe „Klangfarben“ Privatdozent Sascha Kiefer von der Uni Saarbrücken am 8. April um 18 Uhr in der Pfalzgalerie über das Thema „Menschheitsdämmerung – zur Literatur des Expressionismus“ referieren.

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