Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Verdopplung der E-Scooter-Flotte in Kaiserslautern vorerst zurückgestellt

Da stehen die E-Scooter in der Innenstadt in Reih und Glied. 300 davon sind in Kaiserslautern momentan vom Verleiher Tier Mobili
Da stehen die E-Scooter in der Innenstadt in Reih und Glied. 300 davon sind in Kaiserslautern momentan vom Verleiher Tier Mobility in Verkehr gebracht worden.

Was für ein herrliches Wetter! Eigentlich wären jetzt die Menschen draußen, an der frischen Luft. Eigentlich wären jetzt die Elektrotretroller auf den Straßen. Eigentlich. Doch die Corona-Pandemie vermiest auch dem E-Scooter-Verleih Tier Mobility das Geschäft. Dabei erfreuen sich die Fortbewegungsmittel in Kaiserslautern großer Beliebtheit – sagt City-Manager Haris Matkovic. Krankenhausmitarbeitern macht er ein Angebot.

„Das wäre jetzt mit unsere wichtigste Zeit“, sagt Haris Matkovic, der bei Tier Mobility für Kaiserslautern zuständig ist. Mitte Januar ist der Elektrotretroller-Verleih in Kaiserslautern gestartet – laut Matkovic wegen des milden Winters mit einer „sehr, sehr guten Resonanz – bis Corona kam“. Dann brach die Nachfrage ein. Eigentlich sollte pünktlich zum Frühlingsbeginn die Fahrzeugflotte, die aus rund 300 E-Scootern besteht, deutlich aufgestockt werden. „Wir hatten geplant, die Anzahl zu verdoppeln“, sagt Matkovic, „aber wir wussten nicht genau, was in Sachen Coronavirus auf uns zu kommt.“ Also ist die Erweiterung zurückgestellt worden.

„Mittlerweile scheint der erste Schock der Menschen vorbei zu sein, und wir verzeichnen wieder mehr Nachfrage“, erklärt er. Das gute Wetter animiere zur Nutzung der E-Scooter. Nun werde genau beobachtet, wie es nach Ostern weitergeht, ob Geschäfte wieder öffnen dürfen und die Angestellten wieder zur Arbeit können. Matkovic: „Wenn der Arbeitsalltag losgehen sollte, wird bei uns die Nachfrage wieder spürbar steigen.“ Frühling und Sommer seien für das Verleihunternehmen das Kerngeschäft. Matkovic: „Da haben wir teilweise fünf- oder sechsmal soviele Fahrten wie im Winter. Das Coronavirus hat uns im ungünstigsten Moment getroffen.“

Bei jedem Kontakt eines Tier-Mitarbeiters mit einem E-Scooter, werde das Fahrzeug desinfiziert – also etwa nach dem Tausch eines Akkus oder dem Einsammeln an einem entlegenen Ort. „Da desinfizieren wir die Handgriffe“, erläutert der City-Manager, „wobei man sagen muss, dass Oberflächenübertragung nicht so ein großes Thema ist. Die Fahrzeuge stehen unter freiem Himmel, sind Wind und Wetter ausgesetzt.“ Wer auf Nummer sicher gehen wolle, dem rät Matkovic zum Tragen von Handschuhen.

Wie er sagt, sind in Kaiserslautern zwischen 250 und 300 E-Scooter ständig verfügbar. Beliebteste Start- und Endpunkte der Fahrten seien laut Datenauswertung der Hauptbahnhof, die Innenstadt und die Technische Universität sowie die Uniwohnstadt. Bislang habe es überschaubar viele Verluste gegeben: „Wir hatten mal zwei Roller, die vor einen Zug geworfen wurden, und einige versuchte Diebstähle, doch insgesamt im üblichen Rahmen.“

Während der Corona-Pandemie wolle das Unternehmen einen Beitrag leisten, ergänzt Matkovic, und weist auf eine Aktion für Menschen in sogenannten systemrelevanten Berufen hin, also etwa Krankenhauspersonal, Supermarktangestellte und Mitarbeiter der Rettungsdienste. Die könnten nach Anmeldung auf tier.app/heroes einige kostenlose Fahrten zurücklegen.

Ob und wann die Elektroroller-Flotte von Tier Mobility in Kaiserslautern vergrößert wird, ist offen. „Wir tasten uns da nach Ostern ran, werden allerdings nicht zu schnell reagieren.“ Die Tier-Mitarbeiter in Kaiserslautern, eine genaue Zahl nennt Matkovic nicht, müssten nicht in die Kurzarbeit geschickt werden: „Stattdessen warten wir mit dem Einstellen von neuen Kollegen. Denn wenn wir aufstocken, brauchen wir mehr Hände.“

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