Was Bürger ärgert Unbegründet und nur Abzocke? Stadtauswärts gilt auf der B37 Tempo 50
Offensichtlich ist der Schreiber einer E-Mail an die RHEINPFALZ erbost, was er in mehreren Formulierungen unschön zum Ausdruck bringt. Von „neuer Abzockvariante“ ist die Rede oder davon, dass bei „solchen Aktionen, bei denen Verkehrsteilnehmer offensichtlich abgezockt werden“, nicht verwundern dürfe, dass die Polizei Hasstiraden „entgegensieht“.
Jedenfalls empört sich der Autor darüber, dass ganz im Osten der Stadt eine neue Geldquelle geschaffen worden sei: „Reduziere grundlos die erlaubte Geschwindigkeit, außerorts von 70 Stundenkilometer auf 50.“ Konkret ist die B37 stadtauswärts auf 50 Stundenkilometer reduziert und stadteinwärts ist das Tempolimit 70 Stundenkilometer. Dabei sei es nicht vermittelbar, „dass eine vierspurige, völlig gerade Bundesstraße außerorts unterschiedlich limitiert ist“. An dieser Stelle sei „weder ein Unfallschwerpunkt durch überhöhte Geschwindigkeit noch irgendein anderer Schwerpunkt erkennbar“. Der Schreiber fordert: „Die Polizei sollte sich weigern, solche unbegründete und rein auf Abzocke zielende Kontrollen durchzuführen.“
Die Stadtverwaltung hat die Geschwindigkeit reduziert
Auf die Kontrollen angesprochen, antwortet ein Sprecher des Polizeipräsidiums: „Die Bundesstraße 37 befindet sich in dem genannten Bereich in der Sanierung, wobei die rechte Fahrspur deutliche Beschädigungen aufweist. Es sind zudem keine Fahrbahnmarkierungen vorhanden.“ Die zulässige Höchstgeschwindigkeit sei deshalb von der Stadtverwaltung Kaiserslautern aus Sicherheitsgründen auf 50 Stundenkilometer reduziert worden.
Zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit würden dort unter anderem automatisierte Geschwindigkeitskontrollen erfolgen. Bei einer Kontrolle am 3. März waren laut dem Polizeisprecher 23,6 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs, die Spitzengeschwindigkeit lag bei 98 Stundenkilometer. Am sogenannten Speedmarathon, 24. März, der von der Polizei zuvor angekündigt wurde, waren 14,1 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell. „Auch hier lag die gemessene Höchstgeschwindigkeit bei 98 Stundenkilometern.“
Laserkontrollen und unmittelbares Anhalten
Zusätzlich zur automatisierten Geschwindigkeitsüberwachung führe die zuständige Polizeiinspektion Laserkontrollen durch, wobei die Verkehrsteilnehmer unmittelbar angehalten und die Verstöße geahndet werden. Der Polizeisprecher ergänzt: „Bis zu Beginn der Pandemie war die Bundesstraße 37 eine Unfallhäufungsstelle in der Drei-Jahres-Betrachtung, ist seitdem aber nicht mehr aktiv.“
Die Stadtverwaltung ergänzt auf RHEINPFALZ-Anfrage: „Da die Markierungen der Fahrbahnbegrenzung und der Mittellinie sehr schlecht beziehungsweise teilweise gar nicht mehr vorhanden sind, wurde aus Sicherheitsgründen die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometer auf 50 Stundenkilometer reduziert. Sobald die rechte Spur saniert ist, werden die erforderlichen Markierungsmaßnahmen erfolgen und die Geschwindigkeit wieder auf 70 Stundenkilometer angehoben.“