Kaiserslautern Unaufhaltsam nach oben
Das Jahr 2017 beginnt für Robin Egelhof natürlich mit Handball: Seit gestern bis zum 8. Januar ist er unterwegs, bei einem Lehrgang mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft inklusive zweier Länderspiele gegen Kroatien. Zeit, um auf ein sehr erfolgreiches Handballjahr 2016 zurückzuschauen, blieb ihm daher kaum.
Dabei hatte dieses einige Höhepunkte für den ehemaligen Handballer des TuS Dansenberg zu bieten: den Klassenverbleib mit dem SV 64 Zweibrücken in der Dritten Liga, das Nachrücken in den deutschen Kader bei der Junioren-EM, den Wechsel zum TV Hochdorf, das Zweitspielrecht für die TSG Friesenheim, die Zweitligapremiere und den Auftritt im DHB-Pokalspiel gegen den THW Kiel. „Ich habe alles richtig gemacht“, sagt Egelhof. Die Entwicklung des 19-Jährigen aus Stelzenberg, die in Dansenberg begann und sich beim SV 64 Zweibrücken rasant fortsetzte, hat längst die nächsten Stufen genommen. Egelhof überstürzt nichts, wägt Entscheidungen ab. Überlegt war seine Entscheidung im Sommer 2016, zum TV Hochdorf zu wechseln, mit einem Zweitspielrecht beim Zweitligisten TSG Friesenheim. In Hochdorf arbeitet er weiterhin mit seinem früheren Zweibrücker Trainer Stefan Bullacher zusammen, der ihm früh das Vertrauen schenkte, ihn in der Dritten Liga spielen ließ. In Friesenheim sollte er eigentlich bloß reinschnuppern. „Ich war ursprünglich der dritte Mann im halbrechten Rückraum“, sagt Egelhof. Das änderte sich durch viele Verletzte. „Das wünscht man nun wirklich keinem Spieler, dass er sich verletzt“, bedauert Egelhof, der selbst wegen eines im Training erlittenen Fußbruches mit Verspätung in die Runde starten konnte. Aufhalten konnte dies Egelhofs Sprung in die Zweite Liga nicht. An seine Zweitligapremiere kann er sich noch gut erinnern: Am 20. November gegen den TuS Ferndorf. Echt überrascht sei er gewesen, als er bereits nach acht Minuten aufs Feld kam. „Ich habe mich riesig gefreut, dass mir Ben Matschke das Vertrauen geschenkt hat“, sagt Egelhof. TSG-Trainer Matschke und auch die Mannschaft „haben es mir sehr leicht gemacht“. Die Chance, die er bekam, nutzte er. Zwei Treffer erzielte er in seinem ersten Zweitligaspiel für die TSG, dem weitere folgten, inklusive dem Höhepunkt, dem DHB-Pokalspiel gegen den THW Kiel. „Das war ein unglaubliches Erlebnis. So richtig realisiert habe ich das erst ein paar Tage später“, gesteht Egelhof, der gegen Kiels Weltklasse-Torwart Niklas Landin dreimal traf. Am 26. Dezember absolvierte er mit der TSG sein letztes Pflichtspiel 2016. In Saarlouis steuerte er in der Schlussphase wichtige Tore zum Erfolg bei. Zwei Tage vor Heiligabend war er vom Lehrgang der Junioren-Nationalmannschaft zurückgekehrt. Weihnachten feierte er in Zweibrücken, wo eine Oma lebt. „Es war mal wieder eine gute Gelegenheit, in Zweibrücken zu sein“, sagt Egelhof, der seinem früheren Team – sein Bruder Simon spielt als Torwart beim SV 64 II – natürlich die Daumen drückt. Weihnachten in Zweibrücken, Silvester in Kaiserslautern. So oft es geht, versucht er nach Hause zu kommen. Der 1,90 Meter große Rückraumspieler wohnt in Deidesheim. Montags und mittwochs trainiert er in Friesenheim, dienstags, donnerstags und freitags in Hochdorf – wenn nicht Zweitligaspiele unter der Woche anstehen. Dazu kommen die Begegnungen mit Hochdorf und Friesenheim. Mit Hochdorf möchte er eine erfolgreiche Rückrunde in der Dritten Liga spielen. „Da sollen noch ein paar Siege her“, sagt er. Was er sich wünschen würde: Unter anderem ein bisschen mehr Zeit zu haben, um intensiver Krafttraining betreiben zu können. „Im Moment spiele ich sehr viel, da kommt das etwas zu kurz.“ Beim TV Hochdorf absolviert Egelhof ein Freiwilliges Soziales Jahr. In Grundschulen vermittelt er den Schülern in Handball-AGs Spaß am Handball. Dazu trainiert er die Oberliga-A-Junioren des TVH. „Das macht wirklich Spaß“, sagt Egelhof. Er weiß nun, dass die Idee, ein Lehramtsstudium zu beginnen, die er bereits nach dem Abitur am Kaiserslauterer Hohenstaufen-Gymnasium hatte, richtig ist. „Biologie und Sport“, nennt er als geplante Studienfächer, Landau als geplanten Studienort. Auf dem Zettel Zukunftsplanung steht natürlich auch der Handball. Die Junioren-WM im Juli in Algerien „wäre ein Traum“, sagt Egelhof. Dass sein Weg kommende Runde in die Zweite Liga führt, daran besteht für Experten kein Zweifel. Angebote hat er. Wie immer wird er sorgfältig abwägen, bevor er sich entscheidet.