Fußball
TuS Schönenberg zeigt SV Katzweiler die Grenzen auf
Die nervenaufreibende und kräftezehrende Achterbahnfahrt der letzten Wochen hat denn doch ihre Spuren hinterlassen. Auch bei Trainer Alexander Gauch, der die Katzweilerer DNA an der Seitenlinie vorlebt, brach nach dem Spiel der ein oder andere emotionale Damm: „Heute ist ein Lebenstraum geplatzt.“ Dabei ist die Entscheidung um den Aufstieg in die Bezirksliga längst noch nicht gefallen. Ein Sieg am Sonntag gegen Busenberg vorausgesetzt, bestünde zumindest noch eine theoretische Chance. Doch daran glauben selbst in Katzweiler nur noch die kühnsten Optimisten. Zu klar, zu deutlich war die Überlegenheit des TuS Schönenberg, um tatsächlich noch auf ein Comeback zu hoffen.
Die Befürchtungen von Trainer Gauch sollten sich bewahrheiten. „Wir sind ziemlich platt“, hatte er schon in der Trainingswoche beobachtet. 16 Spiele in neun Wochen fordern ihren Tribut. Zudem musste Katzweiler auf Kreativspieler Dan Boakye wegen einer Knieverletzung verzichten, Marco Weißmann und Daniel Mai, der sich in den letzten Tagen mit einer fiebrigen Erkältung herumschlagen musste, gingen angeschlagen in die Partie.
Mit 2:0 zur Pause gut bedient
Nach einer 15-minütigen Abtastphase zündete Schönenberg den Turbo: Nils Eckfelders Flugkopfball nach Flanke von Felix Ewert war der Türöffner (17.), nur fünf Minuten später traf der 21-jährige Stürmer mit Oberligaerfahrung erneut nach Vorarbeit von Andreas Welsch volley in die Maschen. Immer wieder angetrieben von Daniel Welsch und Niklas Buhles initiierte der Zweitplatzierte der A-Klasse Kusel-Kaiserslautern einen gefährlichen Spielzug nach dem anderen. Kevin Körbel (33.) und Joshua Arnold (43.) verpassten das Tor nur um Zentimeter, Daniel Welsch (38.) scheiterte zudem freistehend am reaktionsschnellen SVK-Keeper Jonas Diehl. Nur einmal meldete sich auch Katzweiler zu Wort: Eine Freistoßflanke von Carlos Borger konnte Kapitän Mike Schneider nicht platziert genug aufs Tor bringen (27.). Ansonsten dominierte Schönenberg das Geschehen, war läuferisch und gedanklich immer einen Schritt voraus. Nur selten kam Katzweiler in die Zweikämpfe und beraubte sich dadurch seiner eigenen Stärke.
Schönenberg fast mühelos
„Wir haben Katzweiler zweimal beobachtet und mit einem offenen 50:50-Spiel gerechnet“, war Schönenbergs Trainer Dennis Göddel selbst ein wenig überrascht, wie mühelos sein Team das Ergebnis nach der Pause weiter in die Höhe schraubte. Eine Co-Produktion der Welsch-Brüder Daniel und Andreas (48.) sowie ein verwandelter Foulelfmeter von Maurice Wagner (54.) sorgten schon früh für klare Verhältnisse. Göddels Erklärungsversuch ist nachvollziehbar: „Wir konnten uns wochenlang auf diese Spiele vorbereiten, während Katzweiler in Pokal und Meisterschaft bis zum Schluss unter Dauerbelastung stand.“
Katzweilers Torjäger Carlos Borger bemühte sich zwar immer wieder, der Schönenberger Deckung zu entkommen, aber auch er musste schnell einsehen, dass an diesem Tag nichts zu holen ist. Symptomatisch sein Schussversuch vom rechten Strafraumeck, der das Ziel doch klar verfehlte (57.). „Die letzten Wochen haben doch einige Körner gekostet“, stellte auch Borger fest. Aber: „Unsere Mentalität ist intakt, wir werden auch diese Niederlage verarbeiten und nicht aufgeben.“ Noch sei alles drin im Aufstiegsrennen.
Daran kann auch die Dominanz des TuS Schönenberg nichts ändern. Erneut Wagner per Strafstoß (64.), wenn auch erst im zweiten Versuch, sowie Alexander Mootz per Abstauber (74.) erhöhten auf 6:0, ehe Borger per direkt verwandeltem Eckball der Ehrentreffer gelang (85.). Dass Katzweilers Keeper Diehl mit einigen Glanzparaden eine noch deutlichere Niederlage verhinderte, ist dabei fast nur eine Randnotiz.
Während Katzweiler jetzt auf ein weiteres Fußball-Wunder hoffen muss, kann Schönenberg am kommenden Mittwoch mit breiter Brust in das Duell mit dem SC Busenberg aus dem Kreis Pirmasens-Zweibrücken gehen. Frühestens dann wird sich entscheiden, wer den FCK-Portugiesen, der TSG Wolfstein-Roßbach und dem SV Palatia Contwig in die Bezirksliga folgen wird. „Noch haben wir nichts gewonnen“, warnt Göddel vor Übermut.
So spielten sie
TuS Schönenberg: Stavridis – Becker, Wagner, Ewert, Molter (68. Fischer) – D. Welsch (80. Rensch), Körbel (82. Pfaff), Buhles, Arnold – Eckfelder (68. Hort), A. Welsch (56. Mootz).
SV Katzweiler: Diehl – Hakyemez (57. Ghasemi), Eckhardt, Gillmann, Schneider – Michel (66. Hager), Weißmann (25. Müller), Schmitt, Mai (57. Kirschnereit) – Borger, Baust.
Tore: 1:0 Eckfelder (17.), 2:0 Eckfelder (23.), 3:0 A. Welsch (48.), 4:0 Wagner (FE, 54.), 5:0 Wagner (FE, 64.), 6:0 Mootz (74.), 6:1 Borger (85.). - Gelbe Karten: A. Welsch, Mootz, Pfaff – Schmitt, Mai, Diehl, Kirschnereit - Beste Spieler: D. Welsch, Eckfelder, Arnold – Diehl, Schmitt - Zuschauer: 600 - Schiedsrichter: Kuhn (Otterstadt).
Die weiteren Spiele:
Sonntag, 11. Juni, 16 Uhr in Bann: SV Katzweiler – SC Busenberg
Mittwoch, 14. Juni, 19 Uhr in Maßweiler: SC Busenberg – TuS Schönenberg