Was tun im Notfall?
Tür zu, Schlüssel drin. Was nun?
Wie schnell ist es passiert: Abends noch kurz den Müll rausgebracht oder in der morgendlichen Hektik auf dem Weg zur Arbeit die Tür zugezogen – doch der Wohnungsschlüssel liegt noch drinnen! Jetzt ist guter Rat teuer. Und teuer kann es in der Tat werden, wenn man an den falschen Anbieter zum Öffnen der Wohnungstür gerät. „Es gibt eine wichtige Regel: Nie eine Handynummer anrufen“, rät Frank Ganter vom Kaiserslauterer Schlüsseldienst Schierlinger. Er empfiehlt, ein ortsansässiges Unternehmen mit einer lokalen Festnetznummer anzurufen. „Es sollte stets ein Schlüsseldienst sein, der auch ein Ladenlokal hat. Dann kann man sicher sein, dass man im Bedarfsfall einen direkten Ansprechpartner hat.“
Vorbeugen sei natürlich die beste Möglichkeit, um nicht in die Verlegenheit zu kommen, einen Schlüsseldienst zum Öffnen der Wohnungstür rufen zu müssen. So kann man einen Ersatzschlüssel bei einem vertrauenswürdigen Nachbarn oder bei Verwandten in der Nähe hinterlegen. Vom „Klassiker“, einen Ersatzschlüssel in einer Blumenvase zu deponieren, rät er ab.
Wichtig: Ruhe bewahren!
Sollte man doch einen Schlüsseldienst rufen müssen, heißt es – trotz der misslichen Lage – Ruhe zu bewahren. Da Handy und Telefon vielleicht unerreichbar sind, wird der Anruf eventuell beim Nachbarn getätigt. Der könne sicher auch beim Raussuchen eines Schlüsseldienstes über Internet, Smartphone oder aus den Gelben Seiten helfen. Sollte der ausgewählte Schlüsseldienst (an die Festnetz-Nummer denken!) über eine Internetseite verfügen, solle man im Impressum nachlesen, ob eine Adresse genannt wird.
Dem ausgewählten Anbieter sollte dann die Situation so genau wie möglich geschildert werden. So könne sich der Mitarbeiter des Schlüsseldiensts ein besseres Bild machen und schon grob die möglichen Kosten abschätzen. Der Fachmann rät, auf jeden Fall hartnäckig zu bleiben, um die Kosten schon beim Telefonat zu erfahren. Der Anruf sei auch eine Gelegenheit, nach der genauen Adresse, an der das Unternehmen seinen Sitz hat, zu fragen. Wichtig sei außerdem, nachzufragen, ob noch Anfahrtskosten dazu kommen und wann der Mitarbeiter voraussichtlich eintreffen wird. Sollte der Gesprächspartner am Telefon ausweichende Antworten geben, solle lieber auf seinen Dienst verzichtet werden – und der nächsten Anbieter aus der Liste kontaktiert werden.
Bei Betrugsverdacht die Polizei rufen
„Das Öffnen einer zugefallenen Tür im Stadtgebiet Kaiserslautern tagsüber unter der Woche kostet bei uns 60 Euro netto“, gibt Ganter eine Orientierung zu den Kosten. „Nachts und an Sonn- oder Feiertagen sind es 100 bis 120 Euro. Benötigtes Material oder gegebenenfalls ein neues Türschloss werden zusätzlich berechnet.“
Wer sich ausgesperrt hat und trotz aller Vorsicht an einen Schlüsseldienst geraten ist, der erheblich mehr berechnen will und den Kunden vielleicht sogar unter Druck setzt, soll sich nicht scheuen, dem Mitarbeiter klarzumachen, dass man die Polizei rufe, um den Sachverhalt zu klären. Im Idealfall ist schon beim Telefonat und auch während des Öffnens der Tür ein Zeuge anwesend. Dies gebe etwas mehr Sicherheit und erleichtere im Streitfall die Arbeitsweise des Schlüsseldiensts und getroffene Aussagen zu Preisen später zu Protokoll zu geben.
Notfall-Tipp
Am besten Sie notieren sich jetzt gleich die Telefon-Nummer eines örtlichen Schlüsseldienstes und legen den Zettel zum Nachbarn oder unter die Fußmatte.
Die Serie
Jeden kann es jederzeit treffen. Sei es eine Notsituation, in die man selbst gerät oder, dass man etwas beobachtet, was schnelles Handeln erfordert. Die RHEINPFALZ hat sich mit Experten unterhalten, die Hinweise zum richtigen Verhalten in Notsituationen geben. Zusätzlich gibt’s in der Reihe „Was tun im Notfall?“ Tipps, die helfen, damit man möglichst nicht in eine Notsituation kommt. Die Serie eignet sich zum Sammeln und ablegen, zum Beispiel im Versicherungsordner.