Kaiserslautern STIMMEN ZUR WAHL:

„Es freut mich sehr, dass Malu Dreyer die Wahl für sich entschieden hat“, beschreibt Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner ihre Stimmung. Die Ministerpräsidentin habe mit „tollem Konzept, Programm und Rückgrat die Inhalte ehrlich rübergebracht“. Zur Regierungsbildung könne man am Wahlabend noch nichts sagen, „außer, dass es keine Fortsetzung der Koalition geben wird“. Dreyer entscheide, wohin der Weg geht, und man müsse sehen, wie sich die anderen Parteien positionieren. Glöckner rechnet mit einer zügigen Regierungsbildung. „Malu Dreyer und die SPD haben es verstanden zu kämpfen, und wir konnten die Wähler mobilisieren“, resümiert Abgeordneter Gustav Herzog. Er ist am Wahlabend im Kreishaus des Donnersbergkreises: „Die klare Linie von Malu Dreyer zu den Flüchtlingen kam bei den Wählern offensichtlich gut an – im Gegensatz zum Hin und Her der Union.“ Herzog freut sich, dass aus seinem Bundestagswahlkreis drei SPD-Direktkandidaten in den Landtag einziehen. Sorgen bereite ihm allerdings der „hohe Anteil an AfD-Wählern“. Mit denen müsse man nun verstärkt den Dialog suchen. Von einer Familienfeier nach Hause gekommen, wollte sich Anita Schäfer abends über die Ergebnisse „eigentlich freuen“. Ihr tut es sehr leid, dass Julia Klöckner nicht gewonnen hat, denn „sie hat wirklich einen sehr engagierten Wahlkampf gemacht“; aber sie habe noch viele Chancen. Freude hat Schäfer hingegen der Sieg von Ralf Hechler als Bürgermeisterkandidat beschert. Dass die Regierungskoalition gekippt ist, sei für sie jedoch nicht so wichtig. Allerdings schiebt sie hinterher: „Es könnte ja noch sein, dass wir in die Koalition kommen.“ Hörbar angeschlagen sagt Xaver Jung nach der Auszählung der Stimmen: „Ich bin tief enttäuscht, aber nicht überrascht nach dem Trend der vergangenen Wochen.“ Eigentlich sei die CDU eine hochmotivierte Truppe gewesen, die Mitglieder hätten bis zum Schluss alles gegeben: „Aber die Flüchtlingsfrage hat alles überlagert.“ Landespolitik habe im Wahlkampf nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Jung hat den Wahlabend in Ramstein-Miesenbach verfolgt: „Ich bin auf die Regierungsbildung gespannt.“ „Bei dem politischen Klima, dem Rechtsruck, war für uns einfach nicht mehr drin“, meint Alexander Ulrich. Dies sei der Zuspitzung auf das Duell von Dreyer und Klöckner sowie der Flüchtlingssituation geschuldet. Erfreut ist Ulrich aber über das Abschneiden der hiesigen Linken-Kandidaten. Zudem konstatiert er: „Wir haben keine Stimmen verloren gegenüber der letzten Wahl.“ Die Stimmung auf der Linken-Wahlparty in Mainz war dennoch gedeckt. Vom Abschneiden der AfD sei er „geschockt“ und folgert: „Alle demokratischen Parteien haben jetzt eine Aufgabe.“ (bgi/gzi)

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