Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Stadtgutschein und Westpfalzgutschein starten am 22. November

Dirk Grimme, geschäftsführender Gesellschafter von Bags and more, freut sich auf den Start des Stadtgutscheins Ende November.
Dirk Grimme, geschäftsführender Gesellschafter von Bags and more, freut sich auf den Start des Stadtgutscheins Ende November.

Bald startet die Vorweihnachtszeit, die für Geschäfte oft umsatzstärkste Zeit im Jahr. Vor allem Gutscheine von großen Onlinehändlern sind ein beliebtes Geschenk unter dem Tannenbaum. Zwar zur Freude des Beschenkten, häufig zum Nachteil der Region. Jetzt soll das vom Citymanagement initiierte Konzept des neuen Stadtgutscheins den stationären Handel stärken.

Jedes Jahr das Problem: Kurz vor Ladenschluss an Heiligabend fehlt noch ein Geschenk. Die einfachste Lösung: ein Geschenkgutschein der Online-Riesen. Gut für die Region sind sie aber keinesfalls, wie Heidi Houy, Geschäftsführerin des Sankt Wendeler Unternehmens „Keep Local“ beschreibt: „Mit einem Pieps ist das Geld aus der Region raus.“ Die Abwanderung von Kunden aus den Innenstädten sei die Folge.

Um zukünftig wieder den stationären Handel, Dienstleister und Gastronomen in Kaiserslautern zu stärken, erarbeitete das Citymanagement der Stadt jetzt zusammen mit „Keep Local“ ein Gutscheinkonzept.

Start am 22. November

Ab dem 22. November soll der Gutschein in allen teilnehmenden Kaiserslauterer Geschäften auf mehreren Wegen erhältlich sein: Neben dem klassischen, analogen Kauf der Geschenkkarte im Geschäft stehen den Kunden der digitale Kauf über eine App sowie die Online-Auftritte der Stadt, der teilnehmenden Geschäfte oder keeplocal.de zur Verfügung.

„Zusätzlich arbeiten wir daran, dass Supermärkte und Tankstellen die Gutscheine regional anbieten“, versichert Houy. Arbeitgeber, die regelmäßig steuerfreie Sachbezugsgutscheine im Wert von 44 Euro an ihre Mitarbeiter aushändigen, könnten von dem Unternehmensgutschein profitieren: „Das bietet mehr Vielfalt, weil die Kunden flexibel entscheiden können, in welchem Geschäft sie den Gutschein einlösen.“

Bislang haben 20 saarländische Kommunen das Gutscheinsystem

Die „Keep Local“-Salesmanagerin für das Saarland und die Westpfalz, Jessica Haßdenteufel, versichert: Eine grundsätzliche Anmeldegebühr gibt es für die teilnehmenden Händler nicht. So erhielten diese für jeden verkauften Gutschein eine Provision von zwei Prozent. „Wird der Gutschein eingelöst, erhält ,Keep Local’ etwa 4,9 Prozent brutto vom Gutscheinwert.“

Bislang werde das Konzept des Stadtgutscheins hauptsächlich in 20 saarländischen Kommunen umgesetzt. Erst vor Kurzem startete der Stadtgutschein auch in Pirmasens. „Wir haben bisher nur positive Rückmeldung erhalten.“ Auch in Kaiserslautern hätten sich bereits 35 Geschäfte für die Teilnahme angemeldet, darunter Bags and more, Lederwaren Jost und Karl Pallmann. Weitere sollen folgen.

„Schöne Sache für die Einzelhändler“

Dirk Grimme, geschäftsführender Gesellschafter von Bags and more kann den Start kaum abwarten: „Es ist eine schöne Sache für Einzelhändler, um gegen die großen Handelsplattformen vorzugehen.“

Zeitgleich und nach demselben Prinzip des Stadtgutscheins in Kaiserslautern soll auch der in Kooperation mit der Zukunftsregion Westpfalz entwickelte Westpfalzgutschein an den Start gehen. Bei diesem Modell ist es möglich, den Wert in bei allen teilnehmenden Geschäften in der Westpfalz einzulösen. „So kann jemand, der in Kusel arbeitet, den Gutschein trotzdem in Kaiserslautern nutzen“, nennt Haßdenteufel den Vorteil.

Oberbürgermeister Klaus Weichel zeigte sich ebenfalls überzeugt von dem neuen Konzept: „Der Stadtgutschein ist ein wichtiges Element in einem Bündel voller Maßnahmen, die dem Wirtschaftsraum Kaiserslautern helfen.“

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