Kaiserslautern STADTGESPRÄCH:
Sand im Getriebe: Den gab es in den vergangenen Jahren mal mehr, mal weniger bei Opel. Bei dem Autobauer mit dem Blitz als Markenzeichen kriselte es. Man erinnert sich noch gut an Meldungen über rote Zahlen, Kurzarbeit, Verkaufseinbrüche, Überlegungen, wie es weitergeht ... Opel sollte schon einmal verkauft werden, für den Standort in der Westpfalz wurde ein Partner beziehungsweise Käufer gesucht. Die Kaiserslauterer Mitarbeiter mussten sich so schon manches Mal sorgen, haben so manche Tiefen durchlebt. In der jüngeren Vergangenheit schien sich Opel aber wieder in eine bessere Richtung bewegt zu haben, gab es für und in Kaiserslautern wieder positive Nachrichten. So wurde etwa 2013 verkündet, dass 130 Millionen Euro in das Motoren- und Komponentenwerk investiert werden sollen. Im vergangenen Jahr wurde frohen Mutes das 50-jährige Bestehen des Werkes gefeiert. Doch jetzt hat wieder der Blitz eingeschlagen, mit der Meldung, dass Opel mit dem französchen Autobauer PSA Peugeot/Citroën zusammengelegt werden soll. Nichts Genaues wusste man erst einmal nicht, die Gerüchteküche brodelte. Dabei wäre es den Mitarbeitern zu wünschen, dass endlich einmal für längere Zeit keine Unruhe mehr einkehren muss. Auch wenn der Autobauer in Kaiserslautern schon harte Zeiten durchgemacht hat, es heute viel weniger Mitarbeiter sind als in den Glanzzeiten in den 80er-Jahren, als es noch über 6000 Opelaner gab, liegt doch unweit des Opel-Kreisels noch immer einer der bedeutendsten Arbeitgeber nicht nur der Stadt, sondern der Region. Um die 2600 Beschäftigte stehen dort in Lohn und Brot. Insofern hätte sich Oberbürgermeister Klaus Weichel gleich nach der überraschenden Nachricht in dieser Woche durchaus öffentlich zu dem Standort bekennen können, selbst wenn noch nicht viel klar war. Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat sich ja auch geäußert. Solidarität zu zeigen, schadet selten. „Bei Opel muss man die weitere Entwicklung abwarten“, meint Peter Weißler derzeit ganz neutral. Der neue Leiter der Arbeitsagentur hat in dieser Woche seinen Posten angetreten. Als Südpfälzer, der zuvor in Frankfurt tätig war, hat er noch den Blick von außen auf den westpfälzischen Arbeitsmarkt. Auch wenn er in Hessen oftmals weitaus bessere Arbeitslosenquoten als hier gewohnt war, ist die Region für ihn kein Sorgenkind. Er verweist im Gegenzug auf Potenziale und Stärken wie den stetigen Zuwachs von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Weißler präsentiert sich damit so positiv wie sein Vorgänger Hans-Joachim Omlor – und damit hat er ja in großen Teilen recht. Oder wie der neue Agenturleiter selbst meint: „Der Arbeitsmarkt hat viel mit Psychologie zu tun.“ Man müsse aufpassen, nicht permanent etwas schlechtzureden. Zuversicht ist jetzt nicht zuletzt beim Autobauer Opel gefragt.