Kaiserslautern
Schwimmbäder sollen öffnen - OB fürchtet Ärger
Wann die Bäder öffnen, ist noch unklar. Dass sie aufmachen, ist sicher: Bis auf die AfD stimmten alle Fraktionen im Stadtrat am Montagabend dafür, dass die Freibad-Saison nicht ins Wasser fällt. Und weil der Oberbürgermeister nach der Kritik in der vergangenen Woche das hatte kommen sehen, hatte er am Morgen schon den Startschuss für die Instandhaltungsarbeiten an der Wesch gegeben.
Weichels Pläne, die Bäder in dieser Saison nicht zu öffnen, waren auf großen Unmut gestoßen. Überzeugungsarbeit versuchte er gar nicht mehr zu leisten. Sagte aber noch einmal klipp und klar: „Ich rate von einer Bäderöffnung ab, weil ich das Risiko wegen der Corona-Pandemie für unkalkulierbar halte.“ Das sahen die anderen Volksvertreter anders. Obwohl auch sie sich die Entscheidung nicht leicht gemacht hatten, wie sie betonten. Tobias Wiesemann, Fraktionsvorsitzender der Grünen beispielsweise, hatte den Rat eines Hygienikers eingeholt. Der soll aber beispielsweise angezweifelt haben, dass eine Volldesinfektion zwischen zwei Badephasen am Morgen und am Nachmittag notwendig ist.
Baden im Zwei-Schicht-Betrieb
Weichel will aber sein Konzept durchziehen, wie er betonte. Schließlich trage er die Verantwortung, wenn etwas passiere. Er geht derzeit davon aus, dass es einen Zwei-Schicht-Betrieb geben wird und dazwischen alles deinfiziert wird. Außerdem soll ein Software-Programm entwickelt werden, damit die Besucher kontaktlos ins Bad gelangen können. Laut Dieter Rombach, Berater von OB Weichel, gibt es auch schon Überlegungen, Badegäste nur mit einer Tracking-App auf dem Handy einzulassen, damit im Notfall das Infektionsgeschehen nachverfolgt werden kann. Stefan Glander von den Linken gab an der Stelle zu bedenken, dass nicht jeder ein Smartphone besitzt.
Der Oberbürgermeister kündigte Besucherbeschränkungen an. Er geht davon aus, dass nicht mehr als 300 Badegäste pro Freibad gleichzeitig eingelassen werden können. „Das wird sehr, sehr viel Ärger geben“, prophezeite er und äußerte Bedenken wegen der Warteschlangen am Einlass. Er werde alles daran setzen, dass die Hygieneregeln eingehalten werden.
Noch kein Eröffnungstermin
Wann die Bäder öffnen, ist noch unklar. Von sieben Wochen Vorlaufzeit war bislang die Rede. Weichel sagte aber: „Ich werde alles tun, die Bäder so schnell wie möglich aufzumachen.“
Jörg Harz (SPD) regte an, die Eintrittspreise leicht anzuheben, um die Mehrkosten für zusätzliches Personal – 900.000 Euro – etwas abzufedern. Er stellte auch noch einmal klar, warum man die Schwimmbäder nicht zulassen kann: „Dann würden sich alle am Gelterswoog, an der Lauter und in den Freibädern im Landkreis tummeln. Und dann hätten wir wirklich ein erhöhtes Infektionsrisiko.“
Grundsätzlich betonten alle Fraktionen, auch Verständnis für die Haltung des Oberbürgermeisters zu haben. Einige sprachen von einem schwierigen Abwägungsprozess. Wiesemann erinnerte daran, dass viele Vereine in der Stadt und Ehrenamtliche bereit sind, sich in den Freibädern helfend einzubringen. Weichel will dazu in den nächsten Tagen einen Aufruf starten. Betonte aber auch: „Wir brauchen eine planbare Konstanz.“