Kaiserslautern
RPTU-Campus: Standort für die neuen Chemie-Labore steht fest
Der Parkplatz hinter dem Gebäude 54 ist als Standort für einen Teilneubau der Chemie ins Auge gefasst, berichtet der für die Forschung zuständige Vizepräsident der Uni, Werner Thiel, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Die Fläche wurde eingehend diskutiert, jetzt ist quasi der Stempel drauf“, sagt Thiel. Heißt: Uni und rheinland-pfälzisches Wissenschaftsministerium finden den Plan gut, dort ein neues Gebäude für die in der Chemie so wichtigen Laborarbeiten zu bauen.
Derzeit prüfe das Finanzministerium in Mainz die Unterlagen, die es vom Wissenschaftsministerium erhalten hat. „Dann geht ein Planungsauftrag an den zuständigen LBB“, skizziert Thiel den weiteren Fortgang des Projekts. Der könnte, so hofft Thiel, „in wenigen Wochen“ vorliegen. Gleich gebaut werden kann dann aber noch nicht. Die Planungen werden laut Thiel einige Zeit in Anspruch nehmen, außerdem muss das Projekt Eingang in den Haushalt des Landes Rheinland-Pfalz finden.
Die vom Fachbereich Chemie der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität (RPTU) auf dem Campus Kaiserslautern genutzten Gebäude sind in die Jahre gekommen, eine Sanierung, respektive ein Neubau, insbesondere der Labore steht bereits seit einigen Jahren im Raum. Die Chemie ist in Kaiserslautern in den Gebäuden 52 bis 56 zu finden, gelegen an der Gottlieb-Daimler- und der Erwin-Schrödinger-Straße.
Diskussionen reichen sechs Jahre zurück
Die Diskussionen um einen möglichen Standort eines Chemie-Neubaus begannen im Sommer 2019 und wurden zeitweise hart geführt. Der für Bauplanung der Uni zuständige Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) hatte als eine mögliche Alternative einen Bauplatz im Wald auserkoren – und stieß damit im Stadtrat nicht auf komplette Zustimmung. Der hätte eine Änderung des Flächennutzungsplans für die Erweiterung des Campus billigen müssen. Mehr noch: Eine Bürgerinitiative (BI) gründete sich, die organisierte Demonstrationen und Ortsbegehungen. Zu einer mehrstündigen Info-Veranstaltung in die Fruchthalle kamen – im September 2020 unter Corona-Bedingungen abgehalten – rund 140 Menschen.
Auf dem Podium präsentierten sich Uni-Leitung und BI, aber auch Vertreter der Kommunalpolitik und des LBB. Die Führung der RPTU, die damals noch TU hieß, unterstrich dabei die Wichtigkeit moderner Labore, unerlässlich für die Zukunft der Chemie in Kaiserslautern. Die BI erkannte das an, wehrte sich aber mit Händen und Füßen gegen einen Bau im Wald, favorisierte ein Projekt auf dem Campus. Ein Standort-Gutachten sollte her. Rund ein Jahr später, im Oktober 2021, strich der Stadtrat den Standort im Wald endgültig von der Agenda, Diskussion und Standortsuche konzentrierte sich fortan auf den Campus der RPTU in Kaiserslautern.
Ein Labor für zwei Fachrichtungen?
Die Diskussion um einen möglichen Standort zog sich weiter hin, Pläne wurden erstellt und wieder verworfen, schlussendlich wurde ein Standort-Gutachten er- und vorgestellt. Der dabei favorisierte Standort – auf den Parkplätzen vor den Gebäuden 11 bis 14 – steht aber nicht mehr zur Debatte. Ein großes Gebäude an diesem Standort wäre aus Sicht der RPTU sehr hinderlich bei der dringend nötigen Sanierung dieser Gebäudegruppe, so Thiel.
Zwischenzeitlich war ein weiterer Plan in den Raum gestellt worden. Hintergrund war, dass auch der Fachbereich Biologie Bedarf an modernen Laborräumen hatte. Der Plan eines gemeinsamen und größeren Laborgebäudes für Biologie und Chemie wurde diskutiert, vom HIS-Institut für Hochschulentwicklung auch untersucht und bewertet, und als nicht zielführend verworfen, berichtet Thiel. Das Institut ist darauf spezialisiert, den Flächenbedarf beispielsweise von Fachbereichen zu untersuchen und zu bewerten. Im Falle Kaiserslauterns hätte eine große Lösung für zwei Fachbereiche nicht die gewünschten Vorteile gebracht, auch die Fläche für einen so großen Neubau wäre auf dem Campus in Kaiserslautern nicht vorhanden.
Zwei Laborgebäude sind in der Planung
Nun sollen also zwei Laborgebäude her, eines für die Chemie und eines für die Biologie, berichtet Thiel weiter. Die Chemie ist einem möglichen Baubeginn etwas näher, der künftige Standort der Labore der Biologen stehe noch nicht endgültig fest. Thiel rechnet aber damit, dass auch das „in einigen Wochen “ geklärt sein wird.