Kaiserslautern
Rotes Kreuz übernimmt Lebensmittelausgabe der Tafel Kaiserslautern
„Die Menschen, die bisher bei der Tafel berechtigt waren, sind bei uns genauso berechtigt. Aber sie müssen sich bei uns anmelden – ohne das geht es nicht“, betont Marco Prinz, Geschäftsführer des DRK Kaiserslautern. Auch unter den aktuellen Krisenbedingungen dürfe die Tafel ihre Kontakte nicht weitergeben. Das verbiete das Datenschutzgesetz. „Wir brauchen die üblichen Nachweise – den Sozialpass oder die Sozialhilfebescheinigung.“
Für die Anmeldung sitzen Inge Grieser und Solenn Parsons am Telefon und nehmen auch Mails entgegen. Kopien der Bescheinigungen vom Sozialamt können hier gleich mitgeschickt werden. Name, Adresse mit Telefon sind gefragt, damit die Lebensmittel ihr Ziel erreichen können.
Auch wer gute Lebensmittel, „am liebsten haltbare Produkte“, abgeben will, kann sich an diesen Kontakt wenden. Globus, die Barbarossabäckerei und auch das Café Moma in der Löwenstraße hätten schon ihre Unterstützung zugesagt, freut sich der Geschäftsführer. „Bei insgesamt zehn Kaiserslauterer Geschäften können wir Lebensmittel holen.“ Mit dem Marktleiter von Globus habe er einen guten Kontakt. „Das sind kurze Wege“, sagt Prinz. „Wir veranstalten ja auch das Entenrennen zusammen.“
Halle kostenlos bereitgestellt
Andreas Damm, ehemaliger Inhaber von Damm Solar, habe dem DRK kostenlos eine Halle zur Verfügung gestellt. „Ja klar – kriegste“, habe Damm geantwortet, als Prinz ihn auf das Problem angesprochen habe, dass sie Platz bräuchten, um die Lebensmittel portionsweise packen zu können. „Der unterstützt und hilft, wo er kann – so ist der“, betont Prinz dankbar. So könne vormittags gepackt und später ausgeliefert werden. Das Team von zehn Leuten, das dem DRK zur Verfügung steht, setze sich gemischt aus Hauptamtlichen und Freiwilligen zusammen, sagt Prinz. „So etwas kann man nicht mit Freiwilligen allein machen.“ Geplant ist, ein bis zweimal in der Woche auszuliefern. Die Menge der Lebensmittel solle für drei bis sieben Tage reichen. Mit dem Leiter der Tafel Kaiserslautern Peter Lenk habe man sich abgesprochen.
„Ich glaube, das kriegen wir hin“, ist Prinz optimistisch. „Wir als DRK sind in der Lage, auf Anfragen kurzfristig und professionell zu reagieren.“ Die stattliche Zahl von 23 Abteilungen weist das DRK Kaiserslautern auf. Daraus könne man schnell Ressourcen ziehen, weiß der Geschäftsführer. Das Projekt sei durch eine Initiative von SPD-Stadtratsmitglied Andreas Rahm ins Rollen gebracht worden, führt Prinz aus. Mit der Stadt ist er im Gespräch, um gemeinsam eine Lösung zu finden für eine zentrale Ausgabestelle im Stadtgebiet. „Für solche Aufgaben sind wir da. Das machen meine Mitarbeiter und ich gern.“ Dinge, die man gern macht, die macht man auch gut – so lautet der Wahlspruch des Geschäftsführers.
Die Tafel hatte ihre Dienste eingestellt. Viele der ehrenamtlichen Helfer der Tafel sind älter und damit in Corona-Zeiten besonders gefährdet.