Fußball
Rot als Knackpunkt: FCK II dreht Partie in Idar-Oberstein nach zwei Rückständen
„Die Rote Karte war spielentscheidend“, urteilte SC-Trainer Tomasz Kakala. Robin Hill stand bei einem Standard für den SC als Absicherung im Mittelkreis, um von dort den abgewehrten Ball des 1. FCK II abzufangen. Hill verschätzte sich jedoch beim Versuch, den Ball wegzuköpfen. Er hätte die Kugel unterlaufen, wenn er nicht die Hände zur Hilfe genommen hätte. Das Handspiel war eindeutig.
FCK-Kapitän Jean Zimmer, seine Mitspieler und die Lauterer Bank forderten sofort Rot, weil Hill „Letzter Mann“ gewesen sei. Tatsächlich fingerte Schiri Ax nach kurzem Überlegen Rot aus der Tasche. „Ich habe nur gesehen, dass der Idarer Spieler letzter Mann und einer unserer Akteure in der Nähe war. Okay, der Weg zum Tor war noch lang“, schilderte FCK-Trainer Alexander Bugera, wie er die Situation wahrgenommen hatte, ehe er mit einem Lächeln hinzufügte: „Ich weiß nicht, wie die Regel ist.“
Keine klare Tormöglichkeit
Nun, die Regel ist eindeutig. Es ist nicht wichtig, ob ein Spieler „letzter Mann“ bei seinem Vergehen ist. Entscheidend für einen Platzverweis ist, dass der Regelverstoß eine klare Torchance verhindert. Von einer klaren Tormöglichkeit für den 1. FC Kaiserslautern II konnte allerdings nicht die Rede sein, nachdem Hill die Hand zur Hilfe genommen hatte. Die Rote Karte nahm so massiv Einfluss auf eine bis dahin offene Partie. „Danach war klar, dass es sehr schwierig wird für uns gegen eine so spielstarke Mannschaft“, sagte SC-Trainer Kakala, und sein Gegenüber Bugera bestätigte: „Wir hatten dann mehr Kontrolle.“
Zunächst musste der FCK II aber vor 565 Zuschauern noch einen Rückschlag verdauen. Idar-Oberstein ging trotz Unterzahl noch einmal in Führung. Nach einem Foul von FCK-Rechtsverteidiger Tyrese Zeigler schoss SC-Angreifer Philipp Schneider den fälligen Freistoß von links raffiniert in Richtung FCK-Kasten. U19-Nationaltorwart Enis Kamga im Lauterer Gehäuse war machtlos, als der Ball flach zum 2:1 für den SC in die lange Ecke flutschte (52.). Doch die Führung hielt nur sieben Minuten.
Fünf Minuten reichen
So ähnlich war es Idar-Oberstein schon nach der ersten Führung ergangen, die Danial Rafisamii besorgte (4.). Dann spielte aber Jean Zimmer rechts Zeigler frei, der von der Grundlinie quer passte, wo Felix Geisler ausglich (9.). „Das war eine super Reaktion von uns“, lobte Bugera. Die Zuschauer erlebten anschließend ein offenes Spiel, in dem Niklas Baus am stark reagierenden Kamga scheiterte (11.), und Ruben Strack im SC-Kasten gegen Shawn Blum das Lauterer 2:1 verhinderte (21.). Dann veränderte die Rote Karte die Statik der Partie.
In der zweiten Halbzeit konzentrierten sich die Gastgeber aufs Verteidigen. Die schnelle Führung nach der Pause schien dem SC in die Karten zu spielen, doch fünf Minuten reichten dem FCK II, um aus dem 1:2 eine 3:2-Führung und damit letztlich den Sieg zu machen. „Wir haben nach dem Rückstand nicht aufgesteckt und uns gewehrt. Dafür muss ich meinem Team ein Kompliment machen“, sagte Bugera. Strack war zunächst geschlagen, als Geisler seinen Doppelpack schnürte (59.). Vier Minuten später zog Blum von links nach innen und schloss aus 18 Metern präzise ins linke Eck ab. Der FCK II war vorne, das Spiel schien entschieden (64.).
Fahrlässig bei Kontern
„Wir hatten dann wieder etwas zu verlieren, das hat man gemerkt“, meinte Bugera, der seiner Mannschaft ohnehin „Verunsicherung nach drei Niederlagen in Folge“ attestiert hatte. Idar-Oberstein gab jedenfalls nicht auf und besaß noch Chancen, um zum 3:3 auszugleichen. So parierte Kamga herausragend gegen Florian Zimmers 20-Meter-Schuss (66.). Weil der FCK II fahrlässig mit Kontern umging, blieb die Partie bis zum Schluss spannend.