Porträt RHEINPFALZ Plus Artikel Rallyepilot Simon Steitz auf der Überholspur

Das Rallyeteam Simon Steitz/Jochen Rheinwalt im Suzuki Swift Sport.
Das Rallyeteam Simon Steitz/Jochen Rheinwalt im Suzuki Swift Sport.

Mit dem jungen Motorsportler aus Enkenbach-Alsenborn geht ein neuer Stern am Rallyehimmel auf. Sein Einstieg in den Rallye-Sprint-Cup war eine Erfolgsstory.

Im Jugend-Kart-Slalom hat der motorsportliche Weg des jungen Piloten begonnen. Über den Slalom-Youngster-Cup hat der mittlerweile 24 Jahre alte Simon Steitz den Weg in den großen Motorsport geschafft und im abgelaufenen Sportjahr dort bereits Fuß gefasst. Seine erste Saison in einem schnellen Rallyefahrzeug ist schon beachtlich, und er wird sicherlich noch für viele Überraschungen sorgen. Begonnen hat für ihn der Motorsport im Jahre 2009 mit dem Einstieg in den Jugend-Kart-Slalom. Die Wettbewerbe fuhr er bis zum Erreichen der Altersgrenze. In all den Jahren gab es für ihn hervorragende Platzierungen und Erfolge. Nach drei Jahren mit Vize-Pfalzmeisterschaften folgte in der Saison 2018 der Doppelschlag: Pfalzmeister und Rheinland-Pfalz-Meister sowie ein siebter Platz bei den südwestdeutschen Meisterschaften krönten seine Laufbahn. Ein besonderes und für ihn unvergessliches Jahr war 2015, wo er in der deutschen Meisterschaft auf Rang drei fuhr.

Zwischen den Pylonen

„Mit Erreichen der Altersgrenze wollte ich mich nicht vom Motorsport zurückziehen, da ich zu großen Gefallen an dieser Sportart habe“, sagte Simon Steitz und stieg in den Automobil-Slalom-Sport ein. Als Jugendlicher gab es für ihn die Möglichkeit, in einem vom ADAC-Pfalz zur Verfügung gestellten Fahrzeug die Herausforderung zwischen den rot-weißen Pylonen anzunehmen. Das tat er mit großem Erfolg. In den Jahren 2019, 2020 und 2021 beendete er die Saison im Slalom-Youngster-Cup jeweils mit dem zweiten Platz. Ehrgeizig ist Simon Steitz – und das machte sich in den Folgejahren bemerkbar. „Natürlich wollte ich den Cup gewinnen“, erinnert er sich.

Und so kam es auch in den Jahren 2022 und 2023. Er ging als Gewinner des Slalom-Youngster-Cups hervor und hatte einen weiteren Abschnitt seines motorsportlichen Daseins mit vielen Erfolgen abgeschlossen. Auch diese Zeit endete durch Erreichen der Altersgrenze. „Nun stand ich vor der Frage, wie es für mich kostengünstig im Motorsport weitergehen kann“, sagt der junge und schon so erfolgreiche Motorsportler. Nach reiflicher Überlegung entschied sich Simon Steitz für den Rallyesport und den Einstieg in den Rallye-Sprint-Cup. Bevor es allerdings in die Wertungsprüfungen ging, musste er sich in einem Sichtungslehrgang beweisen. „Rund zwei Dutzend interessierte Fahrer wollten ein Cockpit, für zwei aus der Pfalz entschieden sich die Rallyemacher, für mich und Samuel Linus Kettenbach aus Maikammer“, berichtet der Nachwuchsfahrer.

136 PS unter der Haube

Ein großer Schritt war damit getan, und mit Jochen Rheinwalt aus Neustadt-Duttweiler fand er einen langjährigen und erfolgreichen Beifahrer, der bereits in der deutschen NAVC-Rallye-Meisterschaft am Start war. „Ich kannte ihn flüchtig und hatte schon viel über seine Erfolge gehört. Deshalb habe ich ihn einfach mal angesprochen“, erinnert sich Simon Steitz. Spontan kam seine Zustimmung, und „die Kombination hat von Anfang an gepasst“. Zur Verfügung steht ein Suzuki Swift Sport, der mit einem 1,6-Liter-Motor ausgestattet ist, der 136 Pferdestärken leistet. Die Rallyefahrzeuge gehören dem ADAC des Saarlandes und werden von Stefan Petto betreut, ein international erfolgreicher Rallyepilot aus Nonnweiler. Bevor es an den Start geht, müssen auch die Finanzen stimmen. Das Team hat zunächst eine Einschreibgebühr zu bezahlen, und für jeden motorsportlichen Einsatz fällt ein Nenngeld an. Auch das Fahrzeug gibt es nicht umsonst. Für die Veranstaltung muss es offiziell gemietet werden und dafür fällt eine finanzielle Gegenleistung an. Hinzu kommt noch, dass Schäden am Fahrzeug gegen Rechnung behoben werden müssen, damit es für den nächsten Einsatz wieder wettbewerbsfähig ist.

Das Maß aller Dinge

Bundesweit gibt es drei Regionen, und die Pfalz gehört zusammen mit dem Saarland, Hessen-Thüringen, Mittelrhein, Nordrhein und Westfalen zur Region Mitte, wo es zur Austragung von fünf Veranstaltungen kam. Vom ersten Kilometer an war Simon Steitz das Maß aller Dinge. Denn zusammen mit Beifahrer Jochen Rheinwalt beherrschte der junge Pilot des Jahrgangs 2000 alle Wertungsprüfungen und damit die Konkurrenz. Alle fünf Veranstaltungen beendete das Team als Sieger und entschied die Region Mitte mit der optimalen Punktzahl für sich. Schon nach dem beherzten Auftreten und dem Erfolg gleich zu Beginn der Saison war das Team in aller Munde und das Aushängeschild des ADAC-Pfalz in dieser Sparte des Motorsports. Mit viel Vorschusslorbeeren ging das Team zum Bundesendlauf nach Scheßlitz bei Bamberg in Oberfranken. „Nach all den Bestzeiten und Erfolgen lief es an diesem Wochenende nicht optimal und schon gar nicht nach unseren Vorstellungen“, erinnert sich Simon Steitz.

Im Acker festgefahren

Dort waren aus den drei Regionen die jeweils vier besten Teams am Start. „Wir waren gespannt auf den bundesweiten Vergleich. Nach einem Dreher hatte ich mich im angrenzenden Acker festgefahren, und weil wir fremde Hilfe in Anspruch genommen haben, wurden wir aus der Wertung genommen. Schade“, erzählt der regionale Gewinner. Dass das Team auch außerhalb der Pfalz mit den besten Teams mithalten kann, bewies es bei Gaststarts. In der Region Süd gab es die Plätze zwei und drei und in der Region Nord einen vorderen Mittelfeldplatz. Nach all den Erfolgen steht der Blick ins Sportjahr 2025 an. Das Team bleibt zusammen und wird sich auf internationalem Parkett bewegen. Auf dem Programm steht der ADAC-Opel-e-Rallye-Cup. Unterwegs ist das Duo dann im Opel Corsa, der mit einem Elektromotor ausgestattet ist und 100 Kilowatt leistet, umgerechnet 136 Pferdestärken. Auf dem Programm stehen sieben Veranstaltungen, die sich auf Deutschland, Frankreich und die Niederlande verteilen. Die Abschlussveranstaltung ist dann in Österreich. Der ADAC-Pfalz hat seine letztjährigen Erfolge dadurch gewürdigt, dass er Steitz in den Förderkader aufgenommen hat.

„Dies ist für mich eine große Unterstützung in der Vorbereitungsphase“, lobt der Rallyepilot. „Mir ist die Stärke der internationalen Konkurrenz bewusst, und der Herausforderung wollen wir uns stellen. Ich will in allen Wertungsprüfungen mein Bestes geben und will mich ständig verbessern“, fasst Simon Steitz zusammen.

Simon Steitz (rechts) und Beifahrer Jochen Rheinwalt.
Simon Steitz (rechts) und Beifahrer Jochen Rheinwalt.
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