Kunstpreis
Pfälzer Künstlerin Erika Klos für Lebenswerk ausgezeichnet
„Ich bin geplättet!“ Einmal tief Luft holen. Denn: Dass es diesen Preis gibt. Klasse. Dass Marie Gouil und Reiner Mählein ihn bereits bekamen. Klasse. Doch sie selbst? Auf die Idee war sie nicht gekommen. Das erzählt Erika Klos bei der Preisverleihung am Donnerstagabend im Museumsfoyer beim Künstlergespräch mit Jörg Heieck, Lions-Club-Lutra-Mitglied und Initiator des Preises, sowie Sören Fischer, Leiter der grafischen Abteilung im mpk und damit zukünftig verantwortlich auch für dieses Konvolut an Grafiken aus dem Atelier Klos.
Dort waren Heieck und Fischer zu Besuch. Wählten Werke für den Preis aus. Und davon erzählen sie dem Publikum. Inklusive „Kraftort Garten“. Denn die Besonderheit dieses Art Awards liegt im Ankauf aus dem Oeuvre des jeweiligen Preisträgers, der dann dem Museum seitens des Lions Club Lutra als Geschenk übergeben wird.
Idee für Lautern und die Region
Diese Idee bezieht sich auf die Kunstszene in Kaiserslautern samt angrenzender Regionen und soll der „Förderung regionaler Kunst und zur nachhaltigen Stärkung der lokalen Kulturszene“ dienen. Kurz und bündig heißt diese Prämisse: „Kunst braucht Förderer“.
In diesem Kontext bildet die Ehrung von Erika Klos eine Ausnahme. Ihr Preis bezieht sich explizit auf ihr Lebenswerk, das sie, fast 90-Jährig, bis zum heutigen Tag aktiv fortführt. In jedem Fall versprechen sich die beiden Club Lutra-Mitglieder und Initiatoren dieses Projektes, Jörg Heieck und Tobias Wiebelt, eine intensivere Verankerung des Museums in die regionale Kunstszene.
Schier endlose Kreativität
Annette Reich, stellvertretende Direktorin und Leiterin der Gemälde- und Skulpturensammlung der Pfalzgalerie, führt als ausgewiesene Kennerin ins Klos-Werk ein. Besonders geht sie auf die Materialbilder ein, auf das Experimentieren mit Farbe, Form und verschiedenen Stoffen sowie die schier endlos scheinende Kreativität. Ob Radierung, Präge- oder Reliefdruck, ob Zeichnung oder Malerei – das Kombinieren all dieser Medien kennzeichnet originär das überwiegend abstrakte Arbeiten von Erika Klos.
Geboren 1936 in Marktredwitz, studierte sie an der Blocherer-Schule München, absolvierte in späteren Jahren zahlreiche künstlerische Weiterbildungen im In- und Ausland. Neben ihren abstrakten, konkreten und konstruktivistischen Blättern, beherrscht Klos zudem das figurativ emotionale Skizzieren. Ganz ohne Atelier. Einfach unterwegs, hinter Theater- oder Konzertbühnen.
In die Pfalz kam sie 1956 der Liebe wegen. Und hier bekam sie ihre erste Ausstellung. Exakt vor 50 Jahren in der Galerie Jung in der Fackelstraße. Derzeit ist sie auch im Foyer der Fruchthalle als KWG-Mitglied zum Motto „Forever Young – Tardigrada“ vertreten. Erika Klos – die unglaublich jung gebliebene Persönlichkeit.