Stadtleben Peter Lössel bringt die Brathähnchen zurück auf die Mai-Kerwe

Kehrt nach zweieinhalb Jahren Abstinenz auf den Messeplatz zurück: Peter Lössel.
Kehrt nach zweieinhalb Jahren Abstinenz auf den Messeplatz zurück: Peter Lössel.

Die Nachricht hat nicht eben wenige in der Westpfalz hoch erfreut: Die Lauterer Kerwe lebt wieder auf. Nach sage und schreibe 31 Monaten Pause kehrt das gewohnte Kerwetreiben ohne Kontrollen und störende Zäune zurück. Einen allerdings – ein Urgestein zudem – hat die frohe Botschaft kalt gelassen. Einfach deshalb, weil ihm keiner was gesagt, er gar nichts davon erfahren hat.

Peter Lössel versichert mit Nachdruck, dass ihn die Nachricht im fernen Franken in der Tat nicht ereilt hat. Was ihn aber nicht daran gehindert hat, sein Erscheinen bei der Maikerwe frühzeitig anzukündigen.

Auf der Internet-Seite der „Gigerlas Lössel“ prangt der Hinweis dick und fett: Weltweit sichtbar, verspricht Lössel, dass seine Hähnchen im Mai auf dem Lauterer Messeplatz zu kosten sind. Darüber hinaus hat er auch schon sein nächste Rückkehr im Oktober in die Welt hinaus posaunt. Wie kam’s?

„Ich war mir einfach sicher, dass es jetzt weitergehen muss“, kommentiert der Gastronom lachend seinen geradezu prophetischen Vorstoß. Schon im Februar habe er „einfach gewusst, dass es so kommen wird“. Zu einer Zeit also, als im Rathaus von Kerwe keine Rede war und man sich dazu durchringen mussten, das Altstadtfest schon zum dritten Mal in Folge abzublasen.

Schon als Baby auf der Mai-Kerwe

Lössel freut sich riesig auf die Rückkehr in die Pfalz. „Kaiserslautern ist für mich etwas Besonderes“, sagt der Nürnberger: Hier habe er einst zum Oktobermarkt „erstmals im Bauch der Mutter“ Einzug gehalten, um ein halbes Jahr später als Baby zur Maikerwe geschleppt zu werden. Längst kennt man ihn, den Chef im Festzelt, an dessen Stirnseite die gebratenen Hähnchen rotieren.

Übrigens feiert Lössel ein Jubiläum: 1927 hat sein Opa den Grundstein gelegt. Aus einer Fischbrötchenbude habe der Ahn damals bereits hungrige Lauterer versorgt. 95 Jahre später blüht nun auch die Kerwe neu auf. Und Lössel atmet durch: „Endlich wieder Leute um sich herum zu haben, das hat uns am meisten gefehlt. Klar, das Geld auch. Aber gar nicht mal so sehr ...“.

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