Kaiserslautern „Partnerschaften gebührend pflegen“
Die Auflösung des Vereins Kaiserslautern International ist ein Signal, dass in Sachen Städtepartnerschaften „Gefahr in Verzug“ ist. Das betont der emeritierte Professor Hanns Stephan Wüst, Mitinitiator des Japanischen Gartens und der Partnerschaft mit Bunkyo-ku in Japan. Wüst appelliert an die Stadt, Städtepartnerschaften weiter bestehen zu lassen.
Wie berichtet, hat sich der Verein Kaiserslautern International, der die Förderung der Städtepartnerschaften zum Ziel hatte, aufgelöst. Nachdem die Stadt Silkeborg die Städtepartnerschaft mit Kaiserslautern offiziell beendet hatte, hatte Oberbürgermeister Klaus Weichel zudem im Stadtrat erklärt, alle Partnerschaften kämen auf den Prüfstand. Das alles findet Wüst alarmierend, er fände es sehr bedauerlich, wenn Städtepartnerschaften beendet würden. Nach seiner Auffassung sind zwei Dinge wichtig, um Städtepartnerschaften zu pflegen: zum einen gesellschaftliches Engagement, ohne das keine Partnerschaft mit Leben gefüllt werden könne, zum anderen „das offizielle Siegel der Stadt“. Bei Letzterem fürchtet Wüst, dass „es langsam wegschmilzt“, dass ein Bruch entsteht, weil die Partnerschaften von der Stadt nicht mehr so gewünscht sind. Er appelliert daher an Privatleute, die bestehenden Kontakte in Partnerstädte weiter zu pflegen und an die Stadt, sich auf dem Gebiet zu engagieren. Zwei Städtepartnerschaften, die er von Anfang an begleitet habe, liegen Wüst besonders am Herzen: die zu Brandenburg und die zu Bunkyo-ku. Aus der Partnerschaft sei der Japanische Garten entstanden, den er mit initiiert habe, es seien vielfältige persönliche Kontakte entstanden, die es zu pflegen gelte. Neben den gesellschaftlichen Kontakten und dem kulturellen Austausch seien aber auch wirtschaftliche und wissenschaftliche Verbindungen entstanden, vor allem zur TU und der Science Alliance, die keinesfalls unterschätzt werden dürften. Diese Kontakte brächten der Stadt etwas, wobei man die langfristigen Möglichkeiten sehen müsse. Bei der Verbindung mit Brandenburg wiederum gebe es derzeit Ideen auf kulturellem Gebiet, etwa eine Zusammenarbeit der Theater beider Städte. Mit Bunkyo-ku sind nach den Worten von Wüst viele Kontakte ohne die Stadt gelaufen, sowohl auf privater als auch auf wissenschaftlicher Ebene. Die liefen weiter. Dennoch sei es wichtig, dass die Partnerschaft auch von der Stadt in gebotenem Maß gepflegt werde. „Wenn der Eindruck entsteht, dass das offizielle Siegel fehlt, kann das zu Problemen führen“, so Wüst. |dür