Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberligist SV Morlautern verliert trotz starker Phasen auch gegen Schott Mainz

David Schehl vom SV Morlautern (rechts) geht hier an Luca Just vom TSV Schott Mainz vorbei.
David Schehl vom SV Morlautern (rechts) geht hier an Luca Just vom TSV Schott Mainz vorbei.

Der SV Morlautern verharrt in der Oberliga weiter auf dem letzten Platz. Gegen Schott Mainz setzte es für das Team von Trainer Daniel Graf die zehnte Niederlage im elften Spiel. Doch nicht alles war dabei schlecht. Aber einiges auch typisch.

Ziemlich ratlos machte einen dieses Spiel. Der SV Morlautern verlor wieder. Gegen den TSV Schott Mainz 1:3. Doch der Tabellenletzte hatte auch starke Phasen gegen die Rheinhessen, die ja zur Premiumklasse der Fußball-Oberliga gehören. Dann gab’s aber auch wieder grobe Schnitzer beim SVM. Die nicht folgenlos blieben.

Was hatte das Team von Daniel Graf doch in den vergangenen Spielen für harte Nackenschläge einstecken müssen! Davon merkte man dem SV Morlautern in der Heimpartie gegen den TSV Schott Mainz, immerhin Tabellendritter und Aufstiegskandidat, aber nichts an. Bereits in der fünften Minute nahm Tim Ratkowski das Tor der Gäste ins Visier. Sein Schuss zischte jedoch knapp am langen Eck vorbei. Es sollte an diesem Tag nicht der letzte bemerkenswerte Auftritt des jungen Stürmers sein, der auf der rechten Außenbahn den Vorzug vor Florian Bicking bekommen hatte. Wenig später sorgte der Youngster mit einem von ihm getretenen Eckball für Konfusion im Mainzer Sechzehner.

Gegentor aus dem Nichts

Mancher, der ein weiteres Debakel der Morlauterer befürchtet hatte, dürfte sich nach diesem couragierten Auftakt gefragt haben, ob das tatsächlich die Mannschaft ist, die noch vor kurzem bei ihrem mutlosen Derbyauftritt gegen die U21 des 1. FC Kaiserslautern mit 1:6 untergegangen war.

Aber dann fiel, wie aus dem Nichts, der Führungstreffer des TSV. Der Morlauterer Keeper Bakary Sanyang und der linke Außenverteidiger Justin Smith behinderten sich gegenseitig beim Versuch, den Ball aus der Gefahrenzone zu bringen. Der lachende Dritte war Leon Kern, der das Spielgerät über die beiden zum 0:1 ins Tor beförderte (15 .). Zu dieser vermurksten Abwehraktion bemerkte Coach Daniel Graf später: „Das Tor war zu billig.“

Aber er bekam von seiner Elf auch Besseres geboten, was er in seinem Resümee lobend hervorhob. So hätten sich die Seinen in der ersten Halbzeit kämpferisch und auch spielerisch so präsentiert, „wie ich sie sehen will“. Und sie belohnten sich für ihren mutigen Auftritt mit dem Ausgleichstreffer. Im Strafraum angespielt, fackelte der unermüdliche Bobby Edet nicht lange und traf zum 1:1 (39.). Kurz zuvor hatte Ratkowski seinem erfahrenen Gegenspieler Alexander Rimoldi den Ball einfach durch die Beine gespielt, war dann aber mit seinem Schuss am Mainzer Schlussmann Robin Balters gescheitert. Kurz vor der Pause bot sich David Schehl sogar die Chance zum 2:1. Aber er ließ sie aus. Eine für diese Runde symptomatisch Szene: Es gelingt den Morlauterern einfach nicht, in Führung zu gehen. Immer müssen sie selbst einem Rückstand hinterherlaufen. In der 59. Minute war es wieder so weit. Der Mainzer Lennart Thum traf aus kurzer Distanz zum 1:2. Hinter dem unglücklichen Sanyang kullerte der Ball ins Tor.

Böser Fehlpass

Auch diesmal ließen die Graf-Schützlinge die Köpfe nicht hängen. Und versuchten, den Ausgleich zu erzielen. Um so härter traf sie der dritte Gegentreffer. Pfusch am Strafraum – so lässt sich das Vorspiel dazu beschreiben. Justin Smith hatte den TSV mit einem kapitalen Fehlpass förmlich zu diesem Treffer eingeladen. Und Etienne Portmann hatte sich mit dem 1:3 dafür bedankt (61.). Dieses Kontrastprogramm – haarsträubende Fehler, aber auch guter Fußball – kennzeichnete das Heimteam in diesem Spiel.

Am Ende der elften Ligapartie stand für den SVM die zehnte Niederlage. „Einen Punkt hätten wir verdient gehabt“, fand Daniel Graf. Sein Mainzer Trainerkollege Samuel Horozovic fand anerkennende Worte für den geschlagenen Gegner. „Morlautern hat sich nicht aufgegeben und gehofft, den Anschlusstreffer zum 2:3 zu schießen.“

Aufgeben sollten sich die SVM-Schützlinge von Daniel Graf nicht. Dafür ist es bei 23 noch ausstehenden Oberligaspielen zu früh.

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