Kaiserslautern
Mosaike von Toyoharu Kii ab 29. April zu sehen
Gerade erst – nach jahrzehntelanger Monochromie in Grau – hat der japanische Künstler Toyoharu Kii angefangen, mit farbigen Materialien ein neues Sehen der Bildelemente zu kreieren. Auch dieser Aspekt hat nun offiziell in Kaiserslautern Premiere. Doch nun wieder zu den ungeplanten Wegen, die dem Japanischen Garten einen japanischen Künstler bescheren – seine Mosaike sollen ab Freitag in dem leerstehenden Laden in der Pirmasenser Straße 6 zu sehen sein.
Die Frage, ob nicht Mosaikarbeiten das ideale Kunstthema zur Jubiläumsfeier des Japanischen Gartens seien, richtete der Verein direkt an Tanja Lebski. Sie ist selbst Mosaikkünstlerin und Malerin mit einer Kunstwerkstatt in Altleiningen. Arbeiten von ihr sind im Kaiserslauterer Stadtraum zu finden. Zudem ist Lebski Vorsitzende der Deutschen Organisation für Mosaikkunst (Domo), die für den Coup, Kii in der Barbarossastadt zu zeigen, mitverantwortlich ist.
Mosaik-Serie „Clouded 20.25“ inbegriffen
Der Hintergrund: Die Partnerstadt von Bad Dürkheim heißt Paray-le-Monial, liegt in Burgund und besitzt das bekannte Mosaikinstitut „Maison de la Mosaique Contemporaine“. Seit 2011 gilt sie als Mosaikstadt. Dieses Haus zeigte die Kii-Ausstellung „Mandara“ im Juli 2021. Angesichts der nächsten internationalen Mosaiktage „Die Ordnung im Chaos – Kultur und Muster aus der zeitgenössischen Sicht“ Ende Mai in Bad Dürkheim, kam von dort der Vorschlag, sie ebenfalls zu zeigen. Vergeblich suchte Lebski dafür einen Raum. Dann kam das Interesse des Japanischen Gartens und mit dem Kontakt zum Kunstverein Kunstraum Westpfalz die Lösung.
Zum bereits vielsagenden Titel „Mandara – die Welt reparieren“ gehört die Mosaik-Serie „Clouded 20.25“. In diesen Kreationen ehrt Kii die Fülle des Lebens und die beständige Wiedergeburt. Seine künstlerische Haltung zur Natur einerseits, zu Mensch und Tier andererseits, geht davon aus, dass es letzterer nicht bedarf. „Wenn die Menschen beiseite treten würden, würde sich die Natur regenerieren und eine neue Welt erschaffen“, ist Kii überzeugt.
Regelmäßig und unregelmäßig
Gezielt ordnet Kii Stücke zertrümmerter Steine, Gläser, Scherben, Kacheln oder Marmorstücke Formen dieser Gedanken und Aussagen zu. Sie können die pure Abstraktion darstellen, abstrahierte Gegenstände oder rein figürliche Formen ergeben. Neuerdings in Farbe, die das Lesen noch direkter anregt. Der Künstler gestaltet in regelmäßigen und unregelmäßigen Formen, geordneten und ungeordneten Platzierungen, mit leichten und schweren Wiedererkennungsmerkmalen. Diese Vielfalt zeigt im übertragenen Sinn das Leben an sich. Offenbart sie doch neben den erwarteten auch die unerwarteten Momente.
Toyoharu Kii kam 1953 im japanischen Ehime zur Welt, studierte an der Universität Tokio Kunst und Musik und befasst sich seit 1978 mit Mosaiken. Nach einem diesbezüglichen Stipendium in Italien eröffnete er in Japan ein Atelier. Seit dieser Zeit realisierte er gut 80 öffentliche Arbeiten zeitgenössischer Kunst, für die er internationale, hochrangige Preise und Auszeichnungen bekam. Er gilt weltweit als führende Künstlerpersönlichkeit im Bereich dieses Kunsthandwerks, arbeitet mit den seit Jahrhunderten gängigen Materialien und Techniken und lässt sich von traditionellen Kunstformen inspirieren. Etwa von der Siebdruckmalerei, nach der jene „Clouded“-Serie entstand.
Info
Die Vernissage zur Ausstellung „Mandara – die Welt reparieren“ am Freitag, 29. April, startet um 17 Uhr. Danach ist die Ausstellung bis 6. Juni samstags, jeweils von 11 bis 14 Uhr, und nach Vereinbarung geöffnet. Kontakt zum Kunstverein: info@kunstraum-westpfalz.de.