Kaiserslautern
Mit der Vespa auf Spenden-Tour durch Europa
Sandy Häfele ist mit ihrer Maja viel unterwegs. Maja ist ihre Vespa. Eine Sei Giorni II. Mit ihr ist die gebürtige Luxemburgerin am Sonntag von ihrer österreichischen Wahlheimat Neuhofen an der Krems losgefahren. Ihr Ziel heißt Reckingen/Mess (Luxemburg). Rund 1000 Kilometer hatte das Gespann bereits überwunden, als es am Dienstag in Kaiserslautern ankam und eine Etappe mit den Vespa-Freunden K-Lautern Westpfalz absolvierte.
Für den Trip hat sich Häfele, die sonst als Lokführerin auf den Schienen unterwegs ist, extra Urlaub genommen. Begleitet wird sie von ihrem Partner, der ist jedoch mit dem Auto unterwegs. Dass ihr geliebter Roller mehr leisten kann, als nur von einem Ort zum Nachbarort zu tuckern, war der Vespa-Enthusiastin schnell klar. „Als ich meine Vespa im Juli 2022 gekauft habe, ist direkt die Idee zu dieser Aktion entstanden“, erklärt Häfele.
Vespa bedeutet Wespe auf Italienisch
Seinen Namen hat der Roller Häfeles heute 20-jährigen Tochter zu verdanken. In ihrer Kindheit war diese ein großer Fan von den Geschichten um die Biene Maja. Und dabei auch ein ziemlich schlaues Köpfchen. Schon im Alter von zwei Jahren wies sie ihre Mama darauf hin, dass die Biene Maja in ihren Anfängen zunächst nicht als Biene, sondern als Wespe gezeichnet wurde. Zwanzig Jahre später kam dann der Namensvorschlag für die Vespa, die italienische Bezeichnung für eine Wespe.
Für Häfele bietet eine Fahrt auf ihrer Maja nicht nur ein Gefühl von Leben und Freiheit, sondern noch viel mehr. „Mit Maja möchte ich ein Zeichen für Frieden und Verbundenheit zwischen den Menschen setzen, egal wo sie im Leben stehen“, sagt die 44-Jährige. Schließlich mache auch eine Biene keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Blüten, die sie für Pollen und Nektar anfliegt.
Maja kann überall Brücken bauen
Und so begibt sich Häfele in verschiedene Regionen, um Spenden zu sammeln. Dafür hat sie Mitbringsel wie Schlüsselanhänger und Magnete anfertigen lassen, die sie gegen Spenden abgibt – selbstverständlich mit dem Logo der Aktion darauf: Biene Maja mit Helm auf einer Vespa. Das Geld der Hinfahrt kommt den „Stroossenengelen“ in Luxemburg zugute, welche sich ehrenamtlich um Menschen in Not kümmern und diese mit dem Nötigsten versorgen.
Für jeden gefahrenen Kilometer der Tour spendet Häfele selbst einen Euro. Ganze 3000 Euro sind alleine dadurch schon zusammengekommen. Doch dabei soll es nicht bleiben. „Meine absolute Wunschsumme wären 9000 Euro“, sagt die Vespa-Fahrerin. Die Wahl-Österreicherin ist zuversichtlich, dass sie dies erreichen kann. Schließlich könne Maja überall Brücken bauen.
Holiday Park öffnet extra
Die Routenplanung sei unterdessen relativ einfach gewesen. „Es soll über schöne Strecken von Neuhofen nach Luxemburg gehen“, sei ihre Vorgabe gewesen. Der Weg führte Häfele vorbei an Schengen, einem für Europa bedeutsamen Ort. „Dieser ist nicht nur für mich, sondern auch für viele andere ein Zeichen des europäischen Friedens“, sagt sie.
Dass es die gebürtige Luxemburgerin auch nach Kaiserslautern zum Fritz-Walter-Stadion führte, ist Karin Schmidt von den Vespa-Freunden K-Lautern Westpfalz zu verdanken. Die Trippstadterin erklärt: „Sandy hat in einer Facebook-Gruppe auf ihre Aktion aufmerksam gemacht.“ Da habe sie Kontakt aufgenommen. Schmidt hatte auch die Idee, beim Holiday Park in Haßloch anzufragen, ob die kleine Vespa-Maja die wahre Maja treffen könne. Dort war man von der Idee sofort begeistert und öffnete eigens für die zehn Vespa-Fahrer die Tore, die am Dienstag eine gemeinsame Etappe absolviert haben.
Häfele habe die Route ihrer Etappe nur grob vorgegeben, die genaue Planung sei zusammen erfolgt, berichtet Schmidt. Lange habe sie nicht überlegen müssen, um Maja zu unterstützen: „Wenn man eine gemeinsame Leidenschaft hat, kann man damit auch etwas Gutes tun.“ Am 5. Mai wird Häfele dann wieder zurück in Österreich sein.