Kaiserslautern „Maske auf – Wahnsinn da“

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Die Panda-Maske und lässig-poppiger Rap sind seine Markenzeichen: Jetzt veröffentlicht der 24-jährige Carlo Weigel, besser bekannt als Cro, der mit dem schön gereimten Hit „Easy“ vor zwei Sommern zum Popstar wurde, ein neues Album. „Melodie“, aufgenommen in Venedig und in Mutters Keller, erscheint morgen.

Cro, seit Sie Ende 2011 „Easy“ veröffentlichten, hat sich für Sie einiges verändert. Können Sie das in Worte fassen?

Das war einfach krass. Und zwar nicht nur für mich, sondern auch für alle Leute bei meiner Plattenfirma Chimperator. Alles wurde plötzlich immer größer: das Label, die Büros, die Anzahl der Leute. Das war wirklich verrückt. Trotzdem behaupten Sie immer, dass Sie sich nicht verändert hätten. Das kann man sich kaum vorstellen. Das ist aber so. Ich bin immer noch derselbe Typ wie vorher. Aber das habe ich wohl auch der Maske zu verdanken. Wenn ich daheim in Stuttgart bin, laufe ich ja nach wie vor unerkannt durch die Streets. Es ist eigentlich ganz einfach: Maske auf – Wahnsinn da. Maske ab – Stille. Das neue Album heißt schlicht „Melodie“. Wieso? Das passt einfach zu mir. Melodie ist voll mein Ding. Ich kann auch gar keine unmelodiösen Songs mehr schreiben. Ich habe sogar versucht, auf der Platte mal ohne Melodie zu rappen, aber das hat nicht geklappt. Das passiert bei mir ganz automatisch. Schon wenn Sie sprechen, kommt eine sehr starke Sprachmelodie durch... Ja, das ist immer schon so gewesen. Das habe ich von Zuhause. Auch da werden die Worte oft ganz lang gezogen, was den Sätzen eine entsprechende Melodie verpasst. Und offensichtlich hat das einen deutlichen Einfluss auf meine Musik und meine Art zu rappen gehabt. Im Song „Erinnerung“ gibt es die Zeile: „Scheiß auf Musik, ich muss Kohle verdienen“ – das ist aber nicht tatsächlich Ihr Ansatz, oder? Nein. Aber vor „Raop“ gab es eine Zeit, in der das so war; in der es wichtiger war, erst die Schule fertig zu machen, mir einen Ausbildungsplatz zu suchen und zu arbeiten. Eine Zeit, in der noch nicht abzusehen war, dass ich mit der Musik mal Geld verdienen würde. Musik gemacht habe ich aber trotzdem. Nach Feierabend. Ohne zu ahnen, dass es irgendwann mal so abgehen würde. Man muss ehrlich sein: Ich habe auch wahnsinnig viel Glück gehabt. Beat Gottwald, der Manager von Casper und K.I.Z., hat in einem Interview mal gesagt, ein erfolgreicher Musiker könne sehr gut von seinem Beruf leben, alles andere sei Gier. Stimmen Sie dem zu? Natürlich kann ich sehr gut von dem leben, was ich durch die Musik verdiene. Aber ich kann es mir eben auch leisten, einfach mal ein komplettes Album zum free Download ins Netz zu stellen, weil ich auch andere Sachen mache. Ich führe immer noch dasselbe Leben wie früher. Ich habe mir keinen Fuhrpark mit Luxuskarossen zugelegt und trinke auch nicht nur Champagner. Aber: Ich habe mir ein paar weitere berufliche Standbeine aufgebaut. Da scheint auch der Schwabe in Ihnen durchzukommen. Ach, ich weiß nicht. Das hat eher mit gesundem Menschenverstand zu tun, der nicht regional begrenzt ist. Ich habe einfach keine Lust, nach zwei Jahren plötzlich ohne Geld dazustehen. Ist das auch der Grund, warum Sie im vergangenen Jahr Werbung für McDonald’s gemacht haben? Dafür haben Sie durchaus Kritik einstecken müssen. Ach was. Ich habe viele junge Fans. Die mögen McDonald’s. Ich bin selbst oft dort, und ganz ehrlich: Jeder geht zu McDonald’s. Na gut: fast jeder. Schon auf dem letzten Album haben Sie Ihre Schwierigkeiten mit dem Erwachsenwerden thematisiert. Auch auf der neuen Platte setzen Sie sich in Songs wie „Never Cro up“ damit auseinander. Was finden Sie so schlimm daran? Es gibt ja verschiedene Facetten des Erwachsenwerdens. Eine Firma zu führen, dort Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen – das kann ich. Mit diesem Teil des Erwachsenwerdens kann ich gut umgehen. Aber ich möchte mich in Restaurants nicht gut benehmen müssen, möchte in der Öffentlichkeit laut lachen und auch Schimpfworte benutzen dürfen. Insofern habe ich weniger etwas gegen das Erwachsenwerden, sondern vielmehr etwas gegen das Spießigwerden. Wohnen Sie eigentlich immer noch bei Ihrer Mutter? Ich habe eine eigene Bude in Stuttgart, bin aber kaum dort, weil sich mein Studio im Haus meiner Mutter befindet und ich dort das Album produziert habe. Da kann ich aufdrehen, so laut ich will, weil da außer meiner Mom niemand wohnt. Das ist perfekt. Und was sagt Ihr Vater zu Ihrer Berufswahl? Er stand meiner Künstlerkarriere am Anfang eher skeptisch gegenüber und war dagegen. Der wollte, dass ich irgendwas mit Zukunft mache – was Digitales am besten. Stattdessen habe ich erst mal die Schule abgebrochen, das fand mein Vater natürlich nicht cool. Meine Ausbildung zum Mediendesigner habe ich dann auch für ihn gemacht, damit er zufrieden ist. Und Ihr Vater ist heute auch stolz? Klar. Nachdem er mir anfangs noch einige Zeitungsartikel über pleite gegangene Popstars ausgeschnitten und hingelegt hatte, ist er jetzt cool damit. Mein Vater ist Fan.

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