Kaiserslautern Leistung und Herzlichkeit

Trifft seit 30 Jahren die richtigen Töne: der moderne Unichor.
Trifft seit 30 Jahren die richtigen Töne: der moderne Unichor.

„Haste Töne“, der Moderne Chor der Technischen Universität Kaiserslautern, hat seit nunmehr 30 Jahren nicht nur die passenden Töne gefunden. „Vor 30 Jahren“, erinnert sich Gründungsmitglied Brigitte Rosenberg, die noch immer sehr aktiv und begeistert dabei ist, „gab es nämlich noch nicht diesen blühenden Musikmarkt mit Notenausgaben für alternative Chöre“. Daher musste der erste Chorleiter und Schulmusiker Lothar Melerski auch selbst für dieses anfänglich mit sieben Vokalisten startende Ensemble arrangieren – und zwar hauptsächlich Volkslieder.

Somit deutet der Name „Haste Töne“ auch die ständige Suche nach geeigneter Chorliteratur an. Der moderne Chor gehörte mit zu den Pionieren, die sich von traditionellen Kirchen- und Konzertchören sowie Gesangvereinen abgrenzen wollten. Mit dem Musical „Jesus Christ“ von Andrew Lloyd Webber begann seinerzeit ein sensationeller Aufstieg zu einem großen, leistungsstarken Konzertchor, der mittlerweile nach kontinuierlichem Anwachsen stolze 54 Chormitglieder zählt. „Wir singen mit Herzblut und geben alles“, verspricht die zweite Interviewpartnerin der RHEINPFALZ, Dorothea Hemme, die übrigens wie Rosenberg vom Fachbereich Biologie kommt und dort mittlerweile Geschäftsführerin ist. Mit dem Anwachsen des Chors erweiterten sich auch stetig das Repertoire und die Schar der Interessenten: von Studierenden aller Fachbereiche, Wissenschaftlichen Mitarbeitern, Bediensteten sowie Dozenten der TU hin zu einer Öffnung auch für Externe bis zum engagierten Ruheständler. Ein Wechsel am Dirigentenpult brachte neben unterschiedlicher Probenarbeit auch wechselnde stilistische Schwerpunkte. So entwickelte sich ein Kernrepertoire aus Jazz, Musical- und Filmmelodien sowie Pop. Mit Gerd Hofmeister setzte ein weiterer Schulmusiker diesen Kurs fort. Auch brachte die Konzert- und Oratoriensängerin Antonietta Jana in der Stimmbildung Impulse. Seit mehr als zehn Jahren leitet der ehemalige Pfalztheater-Opernsänger und inzwischen Lehrbeauftragte an der Musikhochschule Detmold, Bass-Bariton Alexis Wagner, den Chor. Wagner weiß um die Publikumswirksamkeit von Bühnenpräsenz und lebendiger Präsentation, was beim Konzert am kommenden Sonntag zu einem auswendigen Vortrag führen soll. Zu hören sind repräsentative Chorsätze aus Erfolgsmusicals der letzten 40 Jahre: neben dem bereits zur Gründungszeit aufgeführten „Jesus Christ“ Klassiker wie „Joseph“, John Kanders Broadway-Kultmusical „Chicago“, „Mamma Mia“ von ABBA und ein Medley aus Elton Johns Filmmusical „The Lion King“. Der moderne Chor strebt jährlich ein solch großes Hauptkonzert an. Darüber hinaus trat er aber auch beim Kirchentag in Dresden zusammen mit Pfalztheater-Star Astrid Vosberg auf, gestaltete musikalisch den Uni-Gottesdienst und inzwischen traditionelle Weihnachtskonzerte. Wichtiger noch als die hohe Leistungsbereitschaft, stilistische und menschliche Offenheit nach außen und innen ist die Herzlichkeit des Umgangs mit dem Gedanken der sozialen Gemeinschaft. So gäbe es private Kontakte zwischen den Choristen auch noch lange nach berufsbedingtem Ausscheiden oder Wohnortwechsel, berichten Rosenberg und Hemme unisono. Und nicht nur in Chorfreizeiten werde das gesellige Moment gepflegt. Jubiläumskonzert Am Sonntag, 10. Juni, 17 Uhr, im Audimax, mit Pfalztheater-Sängerin Adrienn Cunka, Pianist Alexis Wagner und einer Band; das Konzert wird am 17. Juni, 19.30 Uhr, im Schlosspark Rockenhausen wiederholt.

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