Kaiserslautern „Lebensbegleitende Berufsberatung“

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„Lebensbegleitende Berufsberatung“ heißt das Projekt, das jetzt bei der Arbeitsagentur versuchsweise an den Start gegangen ist. Es richtet sich an Jugendliche ebenso wie an Menschen, die schon länger im Erwerbsleben stehen und zum Beispiel eine Weiterbildung, Umschulung oder sogar einen Berufswechsel in Betracht ziehen. Im Prinzip geht es dabei darum, Arbeitslosigkeit erst gar nicht entstehen zu lassen.

Das Pilotprojekt läuft bis Ende des kommenden Jahres, getestet wird bundesweit an drei Arbeitsagenturen – neben Kaiserslautern-Pirmasens mit der Zuständigkeit für die Westpfalz sind noch die Städte Leipzig und Düsseldorf mit dabei. Drei Schwerpunkte habe diese Form der Berufsberatung, sagt der Lauterer Arbeitsagenturchef Peter Weißler. Einer davon liegt auf „Jugendlichen, hauptsächlich benachteiligten Jugendlichen“. Also auf jungen Menschen, die beim Übergang von der Schule in den Beruf begleitet werden sollen. Ausbildungszweifler werden ebenso angesprochen: Lehrlinge, die erwägen, vorzeitig aufzugeben, und dann vielleicht gar nichts mehr tun. Sie sollen schon frühzeitig unterstützt werden. Rund ein Viertel aller Ausbildungsbeginner eines Jahrgangs breche ab, so der Agenturleiter. Diese dann wieder in eine Ausbildung zu bringen, ist oft schwierig. Zweite Zielgruppe des Projektes sind potenzielle Studienabbrecher: „Jemand, der weiß, dass es nicht die richtige Wahl, das richtige Fach oder der richtige Zweig war, der sich fragt: Wo komme ich unter, wo gibt es Arbeitsplätze?“, so Weißler. Letzte Facette: die Beratung nicht mehr vor, sondern während des Erwerbslebens. Weißler: „Um denjenigen ein Angebot zu unterbreiten, die sich weiterbilden, sich verändern wollen, aber nicht so genau wissen, was sie machen sollen.“ Genau dieser Ansatz sei nicht ganz neu, gibt Weißler zu. Die Arbeitsberatung sei zwar schon länger als gesetzlicher Auftrag verankert gewesen. Doch habe er in Zeiten mit hoher Arbeitslosigkeit weniger im Fokus gestanden oder stehen können, weil Ressourcen gefehlt hätten. 33 neue Mitarbeiter bringt jetzt das Pilotprojekt mit sich, rund zehn in Kaiserslautern. Sechs dieser 33 Beschäftigten, die gerade besonders qualifiziert werden, beraten die Erwerbstätigen. Der Bedarf dafür ist da, meint Weißler: „Wir haben schon Anfragen.“ Hintergrund der Berufsberatung seien die Veränderungen in der Arbeitswelt. Komplexe Herausforderungen wie beispielsweise die Digitalisierung, Stichwort Arbeitswelt 4.0. „Die machen das notwendig“, stellt Weißler fest. Für die Interessierten wird es Termine für die Beratung geben, die individuell ausfallen soll. Bestimmte Angebote wie etwa für Schulen hält die Arbeitsagentur zwar bereits vor, doch will sie ihre Präsenz, ihre Beratung dort ebenso noch verstärken wie an Technischer Universität und Fachhochschule. So sollen an den beiden Hochschulen nicht zuletzt eigene Büros eingerichtet werden, meint Weißler. Insbesondere mit den Berufsbildenden Schule ist zudem eine engere Kooperation avisiert – und zwar an allen acht in der Region. Denn die „Lebensbegleitende Berufsberatung“ soll flächendeckend in der Westpfalz angeboten werden. Ein Auftaktgespräch mit den BBS-Leitern und den beiden Hochschulpräsidenten hat es dazu schon gegeben.

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