Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Metzgereifiliale schließt, weil Personal fehlt

Musste seine Filiale im Rauschenweg schließen: Stefan Ofiara.
Musste seine Filiale im Rauschenweg schließen: Stefan Ofiara. Foto: VIEW

Ein Jahr und zwei Monate hatte Stefan Ofiara die Metzgereifiliale im Rauschenweg geführt. Seit dem 31. Oktober hat die kleine Metzgerei geschlossen. „Ich habe kein Personal gefunden“, bedauert der Metzgermeister. Personalmangel war es auch, warum Metzgermeister Marcel Müller seine damalige Filiale im Rauschenweg hat schließen müssen. „Ich habe alles versucht“, sagt Stefan Ofiara. Er hat die Agentur für Arbeit aufgesucht und versucht, Fachkräfte über die Neuen Medien zu akquirieren. „Ohne Erfolg!“ Die Filiale sei gut gelaufen. „Am Umsatz hat es nicht gelegen. Doch was soll ich tun, wenn ich kein Personal finde?“

Auch im Hauptgeschäft in der Medicusstraße sind ihm innerhalb kurzer Zeit von sechs Verkäuferinnen noch vier geblieben. „In Kaiserslautern hat es einmal 66 Metzgerbetriebe gegeben“, zählt der 49-Jährige alt eingesessene Metzgereien auf, die zwischenzeitlich schließen mussten. Unter anderem die Metzgerei Speyerer.

Über Jahre geführte Filialen in der Fackelstraße und in der Kerststraße hat Stefan Ofiara wegen hoher Mietpreise aufgeben müssen. Fehlende Fachkräfte hätten auch zur Schließung der Konditorei Schäfer auf dem Bännjerrück geführt, gibt er zu bedenken. Stefan Ofiara hat seine Metzgerlehre in Haßloch absolviert und ist 1987 in die von seinem Vater 1980 übernommene Metzgerei der Familie Henrich eingestiegen.

Nicht entgangen ist ihm, dass Kunden verstärkt in Verbrauchermärkten einkaufen, wo sie alles unter einem Dach bekommen. Teilweise sei es Bequemlichkeit, auch spiele der Preis eine Rolle. Selbst ausgebildete Metzger erzielten als Arbeiter bei Opel und der BASF einen höheren Lohn als in ihrem erlernten Beruf. „Diese Löhne kann ich nicht zahlen“, verweist er auf hohe Produktionskosten.

Der Partyservice als ein weiteres Standbein der Metzgerei laufe gut. Ebenso hätten sich der Imbisstand auf dem Weihnachtsmarkt und der Kiosk während der Sommermonate in der Waschmühle bewährt, zeigt sich Stefan Ofiara zufrieden. Nicht glücklich ist er über die seit einem Jahr eingerichtete Baustelle vor seinem Geschäft in der Medicusstraße. „Die erschwert Kunden das Parken.“ jsw

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