Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Matthias Pallmann-Heger führt in dritter Generation ein Warenhaus für Haushaltsartikel

Matthias Pallmann-Heger und seine Frau Evi im Geschäft in der Marktstraße: Hier findet sich alles, was ein guter Haushalt brauch
Matthias Pallmann-Heger und seine Frau Evi im Geschäft in der Marktstraße: Hier findet sich alles, was ein guter Haushalt braucht: vom Kartoffelschäler bis zum Kerzenhalter, von der Kaffeemühle bis zur Käseglocke. Foto: VIEW

Scheuklappen? Nein, die seien im Einzelhandel völlig verkehrt. Es brauche aber Leitplanken, die einen auf Kurs halten. Matthias Pallmann-Heger ist seit Mitte der 1980er Jahre im Geschäft, hat mit seinem Warenhaus für Haushaltwaren in der Marktstraße schon einiges erlebt, stellt sich aber den Herausforderungen der Geschäftswelt auch nach drei Jahrzehnten immer noch gern. „Man darf nicht stehen bleiben“, sagt er.

„Wir sind inhabergeleitet, nicht inhabergeführt“, unterstreicht Pallmann-Heger. Auf ein gutes Betriebsklima unter den 15 Angestellten lege er großen Wert.

Seit mehr als 30 Jahren ist Pallmann-Heger im Geschäft, kann jedem Jahrzehnt eine große Herausforderung zuordnen: In den 1980er Jahren seien es die Baumärkte gewesen, in den 1990er Jahren die Möbelmärkte mit ihren Boutiquen und Elektrogroßmärkte. Pallmann-Heger fasst diese Entwicklung als „Gegenwind von der Grünen Wiese“ zusammen, zudem sich insbesondere nach der Jahrtausendwende der Wind aus dem Internet gesellte.

Über die Jahre habe sich auch das Sortiment verändert. Früher sei man eher ein Gemischtwarenladen (Pallmann-Heger: „Von der Bohrmaschine bis zum Kaffee-Service“) gewesen, Pallmann-Heger erinnert sich auch noch an Zeiten, in denen er Öfen ausgefahren und zu den Kunden geliefert hat. Heute stünde doch eher das GPK-Sortiment im Vordergrund, also Glas, Porzellan und Keramik, nicht zu vergessen Haushaltswaren und die kleinteilige Bastelabteilung im Kellergeschoss des Ladens in der Marktstraße. Pallmann-Heger benutzt den Begriff der „stationären Fitness“: Das Sortiment stehe ständig auf dem Prüfstand, werde verfeinert und verändert. Dabei spielten viele Einflüsse – verändertes Kundenverhalten, Trends, sich verschiebende Konkurrenz – eine Rolle.

„Wir sind sehr spezialisiert, haben aber auch Waren für den täglichen Bedarf im Angebot“, umreißt Pallmann-Heger das Sortiment und greift als Beispiel den Kartoffelschäler heraus, den man im Laden in einer Preisspanne von 1,99 Euro (Einsteigermodell) bis zur Luxusausgabe für knapp 30 Euro bekomme. Bei Elekrogeräten finde man in seinem Laden etwa das unterste Preissegment – als Beispiel sei hier eine einfache Tropf-Kaffeemaschine genannt – nicht mehr. Zu groß sei die Konkurrenz in den Supermärkten. Sicher: Auf Wunsch könne er eine solche Maschine auch bestellen, versichert Pallmann-Heger, aber alle Preissegmente vorhalten, das könne er im Geschäft nicht mehr.

Kein Internet-Shop, dafür eine Pallmann-App

Das Internet sieht Pallmann-Heger nicht als Einbahnstraße an, auch wenn sein Geschäft keinen Internet-Shop mehr anbietet (Pallmann-Heger: „Hatten wir mal, hat sich aber nicht rentiert“), wohl aber das Medium für Werbung nutzt: Twitter, Instagram und Facebook, dazu auch eine eigene Pallmann-App, die der Chef selbstredend auf seinem Handy installiert hat. Die Werbung trage auch Früchte, wie Pallmann-Heger sagt. Kunden, mit denen er im Laden ins Gespräch kommt, seien manchmal durch Suchmaschinen-Anfragen bei ihm gelandet. Allerdings nicht, weil sie konkret nach „Pallmann“ gesucht hätten, sondern weil sie viel mehr ein Produkt in Verbindung mit Kaiserslautern gesucht hätten.

Matthias Pallmann-Heger, Jahrgang 1966, ist seit 1987 im Geschäft. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann, der noch eine Zusatzausbildung als Betriebswirt absolviert hat, übernahm nach dem frühen Tod seines Vaters gemeinsam mit seiner Mutter das Geschäft. Pallmann-Heger ist damit die dritte Generation, die das Unternehmen führt, gegründet worden war es 1910 von Pallmann-Hegers Großonkel. Seit Mitte der 1990er Jahre ist er der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes der Stadt, im Handelsverband des Landes Rheinland-Pfalz bekleidet er das Amt des Vizepräsidenten.

Kaiserslautern als Einkaufsstadt findet Pallmann-Heger gut

Kaiserslautern als Einkaufsstadt bewertet der Einzelhändler als attraktiv, insbesondere von Auswärtigen werde die Stadt „oft positiv“ gesehen. Pallmann-Heger lobt das Engagement und das Zusammenspiel des „guten Dreiklangs“ (Pallmann-Heger) City-Management, Werbegemeinschaft „Kaiser in Lautern“ sowie Einzelhandelsverband. Lediglich von der Politik wünscht sich Pallmann-Heger etwas mehr Wertschätzung und eine bessere Kommunikation.

Und in zehn Jahren? Wie schaut es da aus? Mit dem Einzelhandel? Pallmann-Heger überlegt. Persönliche Beratung, Einkaufen in einem Laden, umgeben von Dekoration, das Einkaufserlebnis – daran werde sich nichts Grundlegendes ändern, vermutet Pallmann-Heger. Den anderen Einflüssen, den Veränderungen im Kaufverhalten, anderen Kundenbedürfnissen etwa, müsse man sich stellen. „Nichts ist so beständig wie der Handel im Wandel.“

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