Kaiserslautern
Kaiserslautern: Das Familienunternehmen Kerker Druck strebt eine klimaneutrale Produktion an
„Wir sprechen nicht über Klimaschutz, wir tun etwas dafür!“ Gerhard Kerker (64) ist stolz auf den Beitrag, den seine Druckerei bei der Produktion von Printmedien zur Reduzierung von C02-Emissionen leistet. Ein Besuch in dem Familienunternehmen im Industriegebiet Nord zeigt: Hier wird CO2-neutral gedruckt.
„Wir drucken klimaneutral“, sagt der Geschäftsführer und verweist auf Investitionen seines Betriebes, die der Umwelt zugutekommen. Bekanntlich verursacht die Produktion von Druckerzeugnissen einen nicht unerheblichen Beitrag zur Entstehung von Treibhausgasen. Ein Grund für die Druckerei Kerker, sich nach der FSC-Produktkettenregel zertifizieren zu lassen.
Das FSC-Warenzeichen auf Holz und Holzprodukten gewährleistet, dass Menschen und Natur fair und verantwortungsvoll behandelt werden. Das FSC-Logo sei ein internationales Zertifizierungszeichen für nachhaltige Waldwirtschaft und kennzeichne Papier, das einen Beitrag zur ressourcenschonenden Printproduktion leiste, informiert Gerhard Kerker.
Heute haben modernste und computergesteuerte Heidelberger Druckmaschinen – eine Millionen-Investition – in der Produktionsstätte ihren Platz. „Bei uns wurden alle Maschinen gegen CO2-neutrale ausgetauscht.“ Durch die CO2-Optimierung spare der Betrieb jährlich 200 Tonnen Kohlendioxid ein, so Gerhard Kerker. Gleichzeitig freut er sich, dass die Druckmaschinen aufgrund ihrer Umweltfreundlichkeit vom Land Rheinland-Pfalz und von der Europäischen Union gefördert wurden.
Photovoltaikanlagen produzieren mehr Strom als verbraucht wird
Zum Klimaschutz tragen auch zwei Photovoltaikanlagen bei, die auf dem Betriebsgelände und auf dem Dach der Druckerei installiert sind und mehr Solarstrom produzieren als das Unternehmen verbraucht. 168 Lichtquellen wurden im Unternehmen gegen energiesparende LED-Leuchten ausgetauscht. Wenn Gerhard Kerker vom „grünen Druckhaus“ spricht, dann deshalb, weil er seit Jahren konsequent in die neueste und umweltfreundliche Technologie seiner Produktionsstätte investiert.
Die befindet sich seit 2005 im Industriegebiet Nord. 1000 Quadratmeter umfasst der Betrieb, der in einem architektonisch ansprechenden Gebäude etabliert ist. Beim Neubau hat sich der Bauherr an den Regeln des „Feng-Shui“ orientiert, der fernöstlichen Lehre von der Harmonisierung des Menschen mit seiner Umgebung durch eine besondere Gestaltung der Wohn- und Lebensräume. Dabei hat er auf Naturmaterialien wie Holz, Leder und Kautschukboden gesetzt.
Im kleinen Foyer werden die Besucher in sechs Sprachen begrüßt, verweist Gerhard Kerker auf die Internationalität seiner Kunden. Der Druckvorstufe nachgelagert sind ein Belichtungsraum, eine Produktionsstätte mit Hochleistungsdruckmaschinen, die gleich großen Druckstraßen das Herz der Druckerei bilden. Maschinen zum Schneiden und Falzen, zum Zusammentragen und Heften von Druckerzeugnissen komplettieren den Betrieb.
Gedruckt wird fast alles: Handzettel und Geschäftspapiere, Broschüren, Kataloge und Bücher. Als Partner der Deutschen Post versendet Kerker Druck mehrere 100.000 Werbebriefe und bietet zusätzlich einen Service für Dialogpost und Pressepostversand. Ein Lager mit 600 Tonnen Papier zwischen 70 und 400 Gramm und auf zig Paletten gestapelt sowie ein Lager mit Druckfarben ergänzen die Produktionsstätte. Gedruckt wird in zwei Schichten, von morgens sechs bis abends 23 Uhr.
Den Schlüssel zum Erfolg seines Unternehmens sieht Gerhard Kerker in seiner Rolle als Quereinsteiger, seinem unorthodoxen Denken und in seiner Belegschaft, einem Team von bis zu 30 Mitarbeitern. Unterstützt wird der Senior seit vielen Jahren von seinen Söhnen Tobias (38) und Jonas (34). Tobias Kerker ist gelernter Drucktechniker Print und trägt Verantwortung in der Produktion. Jonas Kerker ist gelernter Industriekaufmann und ist zuständig für Auftragsabwicklung und Kundenbetreuung. Nicht zu vergessen: Ehefrau Doris, „der gute Geist“, und Teilhaberin der Kerker-Druck GmbH. Nicht leicht gestaltet sich die Suche nach Auszubildenden und qualifizierten Mitarbeitern im Druckereigewerbe, berichtet Gerhard Kerker. „Mediengestalter, Drucker und Mitarbeiter in der Drucktechnologie sind bei uns willkommen.“
Den Mitarbeitern steht ein Fitnessraum zur Verfügung
Großen Wert wird in der Druckerei auf das Erscheinungsbild und Sauberkeit gelegt. Für das Wohl der Mitarbeiter sorgt Kerker-Druck mit Ruheräumen und einer Küche, mit einem Fitnessraum für Wellness und Massage. In den Sommermonaten stehen den Mitarbeitern im Außengelände Sonnenliegen zur Verfügung. Getränke werden gestellt.
Als wäre es gestern, erinnert sich Gerhard Kerker an die Anfänge seines Unternehmens. Als gelernter Büromaschinenmechaniker hat er vor 40 Jahren zusammen mit seinem Bruder Michael Kerker einen Copyshop in der Pfaffenbergstraße betrieben. „Die Aufträge wurden von Jahr zu Jahr größer.“ Neben dem Umzug des Betriebes in den Gersweilerweg musste eine Druckmaschine her. Über mehrere Jahre wurde in der neuen Produktionsstätte das Stadtmagazin „Pavillon“ gedruckt. „Wir haben Fehler gemacht und aus ihnen gelernt. Was wir früher in einer Woche gedruckt haben, läuft heute in einer Schicht durch die Druckstraße.“