Kaiserslautern Künftig auch in der Fußball-Oberliga auf Ballhöhe

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RODENBACH. Die Feuertaufe steht bevor, die Pulsfrequenz jedoch beschleunigt sich deswegen kaum: Dank seines Erfahrungsschatzes aus immerhin 650 Spielen lässt sich Marvin Schmidt auch von der für Samstag vorgesehenen Premiere an der Oberliga-Linie nicht aus der Ruhe bringen. Der Rodenbacher Schiri freut sich auf die Partie in Homburg und all die folgenden Aufgaben, die ihn auf Fußballfelder zwischen Mosel, Nahe, Saar und Rhein führen werden.

Torejagd und Punktehatz, Titelrennen, Abstiegskampf: Fußball fesselt, gleich ob auf internationaler Bühne oder in den Amateurligen. Geht es um Meisterschaft, um Aufstieg oder den Verbleib in einer Liga, fiebern außer Spielern, Trainern, Clubmitgliedern noch viele weitere mit. Kaum registriert wird allerdings, dass neben den Kickern auch die Akteure Nummer 23, 24 und 25 auf dem Fußballfeld – die Schiedsrichter – um Punkte ringen, durchaus auch auf- und absteigen können. Zumindest jene, die Ambitionen mitbringen, die etwas können. Zu jenen zählt der in Rodenbach beheimatete Marvin Schmidt. Der 22-Jährige hat sich zur neuen Saison über einen Aufstieg freuen dürfen. Aufstieg? Das funktioniert – wie bei den Fußballern auch – nur über Leistung. Die Schiris werden regelmäßig bewertet, von kundigen Beobachtern bei Spielen unter die Lupe genommen. Am Saisonende wird abgerechnet. Marvin Schmidt hat jetzt den Sprung geschafft, pfeift künftig in der gesamten Pfalz. Zwei Landesligen sind unterm Dach des Südwestdeutschen Fußballverbands angesiedelt. Das führt nun dazu, dass der Rodenbacher künftig Spielaufträge etwa für Ludwigshafen-Oppau, Mainz, Bad Kreuznach, Worms erwarten darf. Damit rückt Schmidt auch mit der Fahne eine Ebene höher. Ab sofort wird er in der Oberliga winken. Begegnungen bei dem früheren Zweitligisten FSV Salmrohr oder beim einstigen Bundesliga-Club Borussia Neunkirchen werden den 22-Jährigen herumkommen lassen. Premiere ist am Samstagnachmittag: Dabei steht Marvin Schmidt ein Einsatz beim FSV Jägersburg bevor. Im Homburger Stadtteil ist Aufsteiger FV Diefflen zum Saarland-Duell zu Gast. Das Unparteiischen-Team reist aus der Pfalz an, die Pfeife führt ein Miesenbacher: Ingo Heß ist anerkannte Größe in der Schiedsrichter-Szene und ein echter Routinier: Als Lehrwart der Schiedsrichter-Vereinigung des Fußballkreises Kusel-Kaiserslautern steht Heß ohnehin bei der Nachwuchsförderung in der Verantwortung. Das passt; da weiß auch Schmidt, auf wen er sich verlassen kann. „Uns verbindet schon länger ein freundschaftliches Verhältnis“, betont Schmidt. Der sehr gute Draht zum Mentor hat ihm seine bislang denkwürdigste Partie beschert. Sozusagen als Geburtstagsgeschenk zum 20. hat Heß ihn als Assistenten zu einem Spiel der Profis des 1. FCK eingeteilt. Heß pfiff die Partie zum Saisonabschluss 2014 in Herschberg selbst. Vor über 1000 Zuschauern aber hat Schmidt auch schon mal gepfiffen: bei einem Aufstiegsspiel des SV Steinwenden II bei der TSG Burglichtenberg. Das war kurz vor der Begegnung mit den „Roten Teufeln“ über die Bühne gegangen. Die FCK-Partie war übrigens – tatsächlich Zufall – die genau 500. in der Karriere von Marvin Schmidt. Inzwischen hat er rund 650 Begegnungen hinter sich gebracht. „Und ein paar abbrechen müssen, weil das Flutlicht kaputt war oder sich ein Unwetter nicht rechtzeitig verzogen hat“, wie Schmidt lachend erzählt. An sein allererstes Spiel kann er sich noch gut erinnern – „aber an die erste Rote Karte nicht“. Fehlentscheidungen? Gehören dazu, sind unvermeidbar, so wie auch Spieler eben immer Fehler machen. Schwächen? Die Laufwege. „Daran muss ich arbeiten; ich darf nicht zu viel laufen, muss besser stehen“, weiß Schmidt. Stärken? Der Umgang mit den Spielern. „Ich bin sehr kommunikativ.“ Und er habe ein Gespür dafür, wann eine Begegnung kippen kann. „Ich weiß, wann ich noch 20 Prozent mehr Aufmerksamkeit aufbringen muss. Zusätzlich zu den 100 Prozent, die wir Schiris ja immer bringen“, sagt Schmidt scherzhaft. Erstmals gepfiffen hat er kurz vor seinem 15. Geburtstag, ein Jugendspiel der Siegelbacher. Im Juniorenalter hat er selbst gekickt, sich dann aber auf die Spielleitung konzentriert. Zum Pfeifen gefunden hat er dank zweier Nachbarn: Der bis heute pfeifende, in vielfältigen Fußball-Funktionen umtriebige Volker Kohlmann sowie der früh verstorbene, damals auf Kurs Richtung Bundesliga steuernde Volker Raquet haben den Ausschlag gegeben. Und wie geht es weiter? Unter der Woche studiert Marvin Schmidt Sportmanagement an der Fachhochschule Koblenz am Standort Remagen. Dem Sport möchte er also auch abseits des Fußballplatzes im Beruf verbunden bleiben. |cha

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