Kaiserslautern Jungen löten los

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In die Kunst des Lötens haben am vergangenen Samstag Mitglieder des Ortsverbands Westpfalz des Deutschen Amateur-Radio-Clubs Kinder im Ferienprogramm der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach eingeführt.

Vorsichtig schmilzt Rouven mit der heißen Spitze des Lötkolbens etwas Lötzinn über die Enden zweier Kabel, die er in einem kleinen Metallhaltegestell festgeklemmt hat. Anschließend wischt er die Spitze seines Arbeitsgeräts am Reinigungsschwämmchen sauber und hängt es in die Haltevorrichtung. Dass der Elfjährige zum ersten Mal einen Lötkolben in der Hand hält, ist ihm kaum anzumerken. „Sehr schön“, lobt Manfred Bussemer vom Ortsverband Westpfalz des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC), als er die frische Lötstelle begutachtet. Die Lötstunde der Funkamateure gehört zum Sommerferienprogramm der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach. Die DARC-Mitglieder hatten die Kinder am Samstagnachmittag zur Herstellung eines nützlichen elektronischen Gimmicks in den Hof des Ramsteiner Mehrgenerationenhauses eingeladen. „Unser Ortsverband beteiligt sich schon seit 27 Jahren am Ferienprogramm“, berichtet Werner Wilhelm, der Vorsitzende der Westpfälzer DARC-Ortsgruppe. In den vergangenen Jahren sei die Teilnehmerzahl jedoch trotz ihres wechselnden Programms deutlich zurückgegangen. Die drei Jungen, die sich am Samstag unter Aufsicht von fünf Vereinsmitgliedern mit Lötkolben, Platinen und Dioden vertraut machen, sind jedoch umso interessierter. „Eigentlich sollte das Löten hier erst ab elf Jahren sein“, erklärt der zehnjährige Randy. „Weil ich es aber so interessant finde, durfte ich zum Glück trotzdem mitmachen.“ Randy ist der einzige der drei, der zu Hause mit seinem Vater schon einmal gelötet hat. „Kann ich das jetzt auch wieder ablöten?“, fragt Pascal, nachdem er probeweise zwei Drähte miteinander verlötet hat. „Na, klar. Probier es doch einfach mal aus“, antwortet Rainer Hemmer. Gesagt, getan: Mit seinem Lötkolben erhitzt Pascal die Lötstelle und trennt die Drähte wieder. Rouven lässt sich währenddessen von Manfred Bussemer die einzelnen Teile des kleinen Apparats erklären, den die drei Jungen anschließend zusammenbasteln. „Wir bauen einen Schubladenwächter“, erklärt Wilhelm. Dessen Funktion demonstriert er anhand einer Kühlbox, in die er die Mini-Alarmanlage legt. Öffnet man die Box, gibt das kleine, batteriebetriebene Gerät dank der darin verbauten Photodiode einen Signalton von sich. Sieben Bauteile haben die drei Jungen auf die Platine zu löten, damit der Schubladenwächter funktioniert. „Im Prinzip sind das die ersten Schritte, die man lernen muss, um Funkamateur zu werden“, erklärt Mario Theiß, der seine Funkgeräte und Antennen größtenteils selbst baut. Bevor ein Funkamateur mithilfe seines Funkgeräts über verschiedene Wellenlängen weltweit Kontakt mit anderen Funkamateuren aufnehmen darf, muss er bei der Bundesnetzagentur eine Prüfung ablegen. Auch zu Zeiten des Internets habe das Amateurfunken deshalb einen völkerverbindenden Aspekt, betont Hartmut Schäffner, Vorsitzender des DARC-Distrikts Rheinland-Pfalz. „Viele Funkamateure sind begeisterte Sammler von QSL-Karten, mit denen die zum Teil weltweiten Funkkontakte bestätigt werden.“ Inzwischen hat Pascal als Erster seinen Schubladenwächter fertig zusammengebaut. Der Test an der Kühlbox zeigt: Er hat alles richtig verlötet. Wo seine neue Mini-Alarmanlage künftig zum Einsatz kommen soll, weiß er noch nicht. „Da findet sich bestimmt noch ein passender Einsatzort“, meint Werner Wilhelm lächelnd.

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