Ramstein Junge Künstlerinnen in Zweibrücken aktiv

Jana Schieler
Jana Schieler

Sehenswerte Kunst zeigen zum Jahresauftakt die drei jungen Künstlerinnen Helena Krohn, die in Ramstein lehrende Jana Schieler und Emely Burkhardt in Zweibrücken.

Im Mittelpunkt der Arbeiten von Helena Krohn stehen Landschafts- und Waldszenerien, die in ihrer Farbgestaltung, vor allem aber durch die Art der Integration des Lichts unwillkürlich Assoziationen an impressionistische Meister wecken.

„Im Geäst lauert das Leben“ zeigt einen verwachsenen Waldpfad, der sich nach hinten in eine lichte Welt öffnet. Punkte und organische Flächen setzen sich zusammen zu einem Waldweg; Sonnenlichtreflexe zeichnen neue Formen in das Laub. Diese Einbeziehung des Lichts als stilbildendes Element ist ein Markenzeichen der jungen Zweibrücker Künstlerin, die nach ihrem Studium der freien Kunst an der Hochschule für Bildende Kunst in Saarbrücken über Zwischenstationen den Weg ins Lehramt am Gymnasium gefunden hat.

Spiel von Licht und Schatten

Helena Krohns Arbeiten entstehen oft aus Skizzen, die sie bei nächtlichen Spaziergängen zu Papier gebracht hat. Ihre besondere Weise, mit dem Licht umzugehen, kommt dabei besonders in „Dämmerleuchten“ zum Ausdruck. In prismenartigen Facetten brechen silbrige Mondstrahlen hier hell durch den düsteren Laubwald mit seinen schlanken, hochragenden dunklen Stämmen und tauchen ihn in ein unwirklich-magisch anmutendes Licht. „Ich habe mich in meinen Landschaftsbildern nie an einer konkreten Epoche orientiert, sondern wollte für mich einen Stil entwickeln, der zugleich abstrakt und figurativ ist“, beschreibt die Tochter der bekannten Zweibrücker Malerin Monika Krohn ihren Ansatz.

Auch die 1989 im benachbarten Homburg geborene Jana Schieler beschäftigt sich mit Waldszenerien, zum Beispiel in ihrer Serie „Forest 01“ und „Forest 02“. Auch diese Arbeiten leben von dem starken Hell-Dunkel-Kontrast, ihrem Spiel von Licht und Schatten. „Diese Reihe ist bei Nacht im Wald entstanden“, erzählt Jana Schieler. „Da bewegt sich ein Model wie eine Geistergestalt im Wald. Durch die Bewegungen entstehen verschiedene Figuren, die immer ein bisschen verschwommen sind. Diese ,Dancing Shadows’ zeigen in Nachtaufnahme eine Frau, die in einer alten Ruine tanzt.“

In ihrer zweiten Werkreihe lotet Jana Schieler, die zunächst ein Studium der Architektur an der Hochschule Kaiserslautern begonnen hatte, sich dann aber als Sport- und Kunstlehrerin neu orientiert hat und heute am Reichswald-Gymnasium in Ramstein-Miesenbach tätig ist, das Spannungsfeld zwischen den Generationen aus. Anlass war der Tod ihres Großvaters. „Es dreht sich um Großmutter, Mutter und Mutter; über allem stehen die Themen Vergänglichkeit und Erinnerung.“

In ihren Porträtfotos wie zum Beispiel „Grey Grandma“ legt die Künstlerin zwei Gesichtshälften nebeneinander. Die Gesichter sind zerrissen, denn es sind Fragmente, die die Menschen aus ihrer Erinnerung erzählen. „Ich habe versucht, die Fragmente aus den Biografien der drei Personen in ein kommunikatives Gedächtnis zusammenzubauen.“

„Generationen“ wiederum heißt eine Serie von Keramiktellern mit Frauenporträts, die wie mit einer Patina überzogen wirken und auch alte Briefe mit einbeziehen.

Stein, Nadel und Faden

Einige Keramikarbeiten zeigt auch Emely Burkhardt. Die 1997 in Landau geborene und in Zweibrücken aufgewachsene Lehrerin für Biologie und Kunst präsentiert ein Arrangement aus Steinkuppeln.

Ein Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit sind Pappschnitte mit Nadel und Faden, eine Technik, die sie nach ihrem Masterstudium an der RPTU Kaiserslautern-Landau auch gut in ihrem Unterricht einsetzen kann. „Das war der Einstieg für mich.“ Hierbei experimentiert Emely Burkhardt viel mit Mustern und Formen, aber auch mit Materialien. Der Zufall und der Umgang mit diesem spielt in ihrer Kunst ebenfalls eine wichtige Rolle.

Kreise und ausgerissene Landschaften finden sich in ihrer Serie „Circle“. Außerdem zeigt sie die Installation „Mobile“ mit abstrakten Ausschnitten und Radierungen sowie „Breitbahn“, eine große Zeichnung auf Chinapapier mit Faden, die aus der Verbindung von filigran gezeichneten Strichmotiven und den plastischen Verwerfungen des Materials mit den daraus entstehenden Licht- und Schattenspielen lebt.

Die Ausstellung

„Helena Krohn – Jana Schieler – Emely Burkhardt“; Mannlich-Haus Zweibrücken, samstags von 15 bis 18 Uhr, bis 31. Januar.

Nächtlicher Tanz, bewusst mit Unschärfe arbeitend: Jana Schielers „Forest 01“.
Nächtlicher Tanz, bewusst mit Unschärfe arbeitend: Jana Schielers »Forest 01«.
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