Handball
Jetzt hätte es doch noch reichen können für die Aufstiegsrunde
Weil die SG Leutershausen bei der HG Oftersheim/Schwetzingen völlig überraschend unter die Räder kam und die Schwarz-Weißen ihr Heimspiel am Samstag gegen die TGS Pforzheim mit 33:25 (16:10) klar gewannen, ist der Sprung auf Platz drei noch möglich. Der Haken: Dansenberg hat überhaupt nicht für die Aufstiegsrunde gemeldet.
Die Trauer darüber, sich trotz etwaiger sportlicher Qualifikation im Anschluss an die Hauptrunde nicht mit den besten Mannschaften aus der dritthöchsten Spielklasse messen zu dürfen, hält sich bei den Schwarz-Weißen in Grenzen. Gerade die Leistungen gegen die unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um einen der beiden Qualifikationsplätze in der Staffel F gaben den Verantwortlichen wenig Grund zur Hoffnung, es in der Aufstiegsrunde sonderlich weit bringen zu können. „Wir haben gegen die Topmannschaften nur einen Punkt geholt, von daher steht es uns vielleicht einfach nicht zu, in die Aufstiegsrunde zu gehen. Ich glaube, dass wir uns in dieser Runde sportlich unter Wert geschlagen haben, weil einige Dinge einfach nicht gepasst haben. Man muss da auch ein Stück weit selbstkritisch sein“, findet Teammanager Alexander Schmitt.
Gründe der Vernunft
Die Aufstiegskandidaten hatten bis zum 1. März Zeit, um für die Aufstiegsrunde zu melden. Der Verzicht des TuS Dansenberg stand unter dem Einfluss der krachenden 24:40-Pleite im Heimspiel gegen Staffelprimus Rhein-Neckar-Löwen II, der die Chancen auf ein Weiterkommen im Februar auf ein Minimum sinken ließ. Alleine die Kosten für die Steuerberatung und Prüfung der einzureichenden Unterlagen hätten mehrere tausend Euro verschlungen. Sehr viel Geld also, das beim Verpassen der Aufstiegsrunde weggewesen wäre. Die Entscheidung, stattdessen für die Qualifikation zum DHB-Pokal zu melden, war aus Sicht der Verantwortlichen daher absolut nachvollziehbar. „Nach der damaligen Ausgangslage anders zu entscheiden, wäre vermessen gewesen“, stellt Schmitt klar.
Der Druck, das Nachholspiel am Dienstag in Heilbronn-Horkheim – wo Dansenberg in den vergangenen Jahren nie wirklich gut aussah – nicht verlieren zu dürfen, wäre extrem hoch gewesen. Dass der bisherige Tabellendritte SG Leutershausen beim Tabellenvorletzten in Schwetzingen patzen, ja sogar unter die Räder kommen sollte, war nicht im Ansatz zu erwarten. Ausgerechnet bei der Mannschaft also, die bis dahin erst drei Siege holte und eine Woche zuvor beim TuS Dansenberg noch mit 25:37 unterging.
Befreit aufgespielt
Während die SGL an dem Druck des Gewinnenmüssens zerbrach, konnten die Schwarz-Weißen im Parallelspiel gegen die extrem ersatzgeschwächte TGS Pforzheim befreit aufspielen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (0:2/7:9) wusste sich die Mannschaft um Kapitän Sebastian Bösing ab Mitte der ersten Halbzeit geschlossen zu steigern, weil sie jetzt hinten super stand und vorne immer wieder Nadelstiche setzte. Torwart Martin Jovanovski, der den erkrankten Henning Huber exzellent vertrat, hielt ausgezeichnet und stach zwei Siebenmeter. Am Ende standen 18 Paraden für ihn zu Buche.
Mit einem 9:0-Lauf zum 16:9 (29.) sorgten die Hausherren noch vor der Pause für die Vorentscheidung. Der Wille, sich nicht aus der Halle schießen zu lassen, war der TGS unmittelbar nach dem Seitenwechsel deutlich anzumerken. Die Gäste verkürzten auf 15:18 (36.) und waren kurzzeitig wieder in Schlagdistanz. Gegen die individuelle Klasse der Dansenberger, bei denen Jan Claussen mit sieben Toren hervorstach, waren sie aber machtlos. Mit teilweise sehr schön herausgespielten Toren verzückten die Schwarz-Weißen ihre Fans und bauten ihre Führung bis zur Mitte der zweiten Halbzeit wieder bis auf sieben Tore (24:17/45.) aus.
„Sehr gut gemacht“
Am Ende der Partie hatten sich sämtliche Feldspieler in die Schützenliste eingetragen. Keeper Jovanovski hätte um ein Haar auch noch getroffen, sein langer Wurf in Richtung des kurzzeitig verwaisten Gästetores verfehlte jedoch knapp das Ziel. „Wir haben zehn Minuten gebraucht, um den Zugriff in der Abwehr zu finden. Danach ist es uns immer besser gelungen, Pforzheim zu schlechten Würfen zu zwingen. Unmittelbar nach der Pause hätte ich mir von unserer Seite etwas mehr Ruhe gewünscht, aber insgesamt haben es die Jungs sehr gut“, bilanzierte Sliwa.
So spielten sie
TuS Dansenberg: Jovanovski/Becker (Tor), Claussen (7), Bösing (5), M. Holstein (4), Röller, Kiefer, Waldgenbach (je 3), Dettinger (2), Rebelo, Egelhof (je1), Serwinski (1/1), Kölsch (1/1)
Spielfilm: 1:2 (5.), 3:3 (7.), 7:9 (15.), 16:10 (Halbzeit), 18:15 (36.), 24:17 (45.), 27:20 (54.), 33:25 (Ende) – Zeitstrafen: 2/3 – Siebenmeter: 2/3 - 3/5 – Beste Spieler: Claussen, Jovanovski, Bösing – Cotic – Zuschauer: 107 – Schiedsrichter: Mayer/Hehn