Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Indischer Pater in Kaiserslautern: Wie Joseph Naigin Hoffnung und Gemeinschaft stärkt

Seit gut eineinhalb Jahren verstärkt Pater Joseph Naigin die Seelsorgeteams der Pfarreien Heilig Geist und Heiliger Martin.
Seit gut eineinhalb Jahren verstärkt Pater Joseph Naigin die Seelsorgeteams der Pfarreien Heilig Geist und Heiliger Martin.

Pater Joseph Naigin (49) aus Kerala stärkt in zwölf Gemeinden Kaiserslauterns den Zusammenhalt – mit Gottesdiensten, Nähe und Sozialprojekten.

Seit gut eineinhalb Jahren verstärkt Pater Joseph Naigin die Seelsorgeteams der Pfarreien Heilig Geist und Heiliger Martin in Kaiserslautern. In zwölf Gemeinden ist er während der Woche unterwegs, hält Gottesdienste – und den Kontakt zu den Menschen. Von Erzhütten im Westen bis Enkenbach-Alsenborn im Osten, von Morlautern im Norden bis nach Dansenberg im Süden führt ihn der Weg. Und immer freuen sich die Menschen, wenn er am Altar steht und ein gutes Wort für sie bereit hat. „Herr Kaplan, Sie haben wieder so eine schöne Predigt gehalten“, sagt eine Frau nach dem RHEINPFALZ-Gespräch vor dem Pfarrhaus gegenüber der Marienkirche zu ihm – und erinnert an seine ermutigenden Worte im Sonntagsgottesdienst in St. Theresia im Uniwohngebiet. Schmunzelnd nimmt der Inder das Lob entgegen.

Der 49-Jährige stammt aus dem indischen Bundesstaat Kerala, an der Malabarküste im Südwesten Indiens. Als Ordensmann gehört er den „Eucharistischen Missionaren“ an. Eine Kooperation seines Ordens mit dem Bistum Speyer hat ihn 2015 in die Pfalz geführt. Bis zu seiner Versetzung nach Kaiserslautern war er als Seelsorger in Gemeinden der Pfarreiengemeinschaft Deidesheim eingesetzt. Dort hat er die ländliche Struktur und die hiesige Mentalität der Menschen kennen und schätzen gelernt. Bratwurst, Saumagen, Sauerkraut und Schorle sind ihm nicht mehr fremd. „Das gehört zu den Menschen in der Pfalz.“ Trotzdem geht es für ihn natürlich nicht ohne indische Küche – die bereitet er sich selbst zu.

Regelmäßiger Austausch mit Landsleuten an der Uni

Die deutsche Sprache hat er im Goetheinstitut gelernt. Der Kontakt zu den Menschen in der Vorderpfalz sei einfacher gewesen, räumt er ein. Mit Menschen aus vielen Nationen sei Kaiserslautern eine internationale Stadt und „auch eine Stadt mit sozialen Brennpunkten“. Umso mehr schätzt er soziale Projekte der Stadtpfarreien wie die Pflasterstube der Pfarrei Heiliger Martin, die Unterstützung der Altenhilfe „alt – arm – allein“ durch die Pfarrei Heilig Geist und die Brotausgabe der Pfarrei Maria Schutz. „Das Engagement vieler Ehrenamtlicher kann sich sehen lassen.“

„Glaube braucht Gemeinschaft“, sagt Naigin und richtet den Blick trotz rückläufiger Mitgliederzahlen nach vorne. Gemeinschaft sucht der Pater auch mit Landsleuten, die an der RPTU studieren. Einmal monatlich trifft er sich mit ihnen zum Austausch und zum Gottesdienst. Krankenbesuche und Beerdigungen gehören zu seinem Dienst. Er freut sich auf eine Auszeit, auf Kontakte zu Mitbrüdern, auf Reisen und auf einen Heimaturlaub.

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