Kaiserslautern Gesunde Qualitätsmischung bringt den ersehnten Aufstieg
WEILERBACH. Nach fünfjähriger Abstinenz kehrt der FV 1912 Weilerbach in die Fußball-Bezirksliga Westpfalz zurück. Die Erfolge von 2005 und 2011 konnte die Mannschaft von Eugen Ketz in dieser Saison wiederholen und zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte den Meistertitel in der A-Klasse Kusel-Kaiserslautern holen. Die Abwehr steht, und ein Ex-Profi holt als Co-Trainer die Torjägerkanone.
Als „ernüchternd“ beschreibt Eugen Ketz rückblickend den Saisonstart des FV Weilerbach. „Nur“ sechs Punkte nach vier Spielen, drei Niederlagen in den ersten neun Begegnungen. Und das trotz glänzender Vorbereitung und großer Euphorie. Doch diese Schwächephase sollte die einzige bleiben. In den darauffolgenden 21 Partien verlor der FV nur noch Ende Februar beim TuS Landstuhl (0:1), behauptete seit dem 13. Spieltag Rang eins. Der Aufholjagd des im Endklassement sechs Punkte schlechter gestellten Zweitplatzierten SG Oberarnbach, der die beste Rückrundenmannschaft stellte und nach gelungener Relegation künftig ebenfalls in der Bezirksliga spielen wird, hielten die Weilerbacher stand. Ketz, nach Platz vier 2013/14 und Rang drei 2014/15, hat in seiner dritten Saison als Trainer das Ziel Aufstieg „endlich“ erreicht. „Dieses Jahr waren wir einfach reif. Durch eine gewisse Qualität, die große Kameradschaft, die gute Trainingsbeteiligung sowie mit einer gesunden Mischung aus erfahrenen und jüngeren Spielern haben wir uns durchgesetzt“, sagt Ketz; für ihn waren das ausschlaggebende Punkte für den Titel. Die Tabelle beweist: Meister Weilerbach kassierte mit Abstand die wenigsten Gegentore (35), gewann die meisten Spiele und legte in der Rückrunde punktemäßig noch eine Schippe drauf. Ketz: „In der Offensive waren wir in jeder Partie und zu jeder Zeit in der Lage, ein Tor zu erzielen.“ Christopher Lamprecht holte sich mit 37 Treffern erstmals die Torjägerkanone. Der 31-Jährige Ex-Profi, der vor einem Jahrzehnt als rechter Verteidiger 24 Bundesligaspiele (drei Tore) für den VfL Wolfsburg absolvierte und auch kurzzeitig für den 1. FC Kaiserslautern in der Zweiten Liga am Ball war, schulte nach seiner Sportinvalidität zum Stürmer um und markierte zusammen mit Dauerbrenner Duane Wappner mehr als zwei Drittel aller FV-Tore. „Im Großen und Ganzen eine verdiente Meisterschaft. Der Schlüssel zum Erfolg war die Kameradschaft“, bläst Lamprecht in das gleiche Horn wie Ketz. „Christopher ist bei uns eine sehr wichtige Persönlichkeit und mir eine große Stütze. Als ehemaliger Profi weiß er, worauf es ankommt“, sagt Ketz über seinen Co-Trainer, der kürzlich eine Berufsausbildung im Personalwesen erfolgreich abgeschlossen hat. Neben Lamprecht und Wappner zählt Kapitän Sergej Ketz, der Bruder des Trainers, als abgeklärter Innenverteidiger zu den absoluten Führungsspielern. Das Mittelfeld wurde vor allem durch die Neuzugänge Marius Kasprzyk (ein Jahr Pause, davor SV Alsenborn) sowie Manuel Krämer (SV Steinwenden) belebt. Letzterer verpasste aufgrund mehrerer Verletzungen rund ein Drittel aller Saisonspiele der Weilerbacher. Der Meister-Coach, der im 4-4-2- oder 4-3-3-System agieren ließ, stellte sich aufgrund seines großen Kaders (24 Spieler kamen zum Einsatz) in der abgelaufenen Runde nur vier Mal selbst auf – und das nie über die komplette Distanz von 90 Minuten. Garniert wurde der Erfolg der ersten Mannschaft vom Aufstieg der zweiten Mannschaft in die B-Klasse. Als Zweiter der C-Klasse Kusel-KL Mitte spielte die Weilerbacher Reserve eine gute Dreier-Relegationsrunde und tritt wie der SC Vogelbach künftig eine Klasse höher an. Zwei Teams, zwei Aufstiege: ein Novum An der Haardt. Die Saison 2015/16 geht beim FV Weilerbach zweifelsohne in die Geschichtsbücher ein… Der Meisterkader Tor: Kai Altvater (22 Jahre/30 Einsätze/0 Tore) Abwehr: Eugen Müller (31/29/0), Sergej Ketz (30/29/1), Cedric Brozeit (22/28/0), Jonas Brozeit (22/24/0), Pascal Medina-Urschel (19/11/0), Felix Kiefer (22/6/0), Alexander Nieborowsky (27/1/0), Patrick Oefler (31/1/0) Mittelfeld: Marius Kasprzyk (31/26/6), Vitali Unterberg (28/25/3), Jan Wingerter (19/23/1), Artur Hochstetter (26/21/0), Julian Globisch (29/21/1), Joshua Modler (19/19/0), Manuel Krämer (26/19/4), Christoph Schläfer (35/7/0), Matando Vita (25/4/0), Paul Klempnow (24/1/0) Angriff: Christopher Lamprecht (31/28/37), Duane Wappner (35/29/17), Joshua Goodnough (22/14/4), Eugen Ketz (35/4/2), Patrik Clemens (32/3/0) Trainer: Eugen Ketz (35).