Kaiserslautern Frischer Wind im Sturm hilft hinauf zum Gipfel

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JETTENBACH. Ein Trio mit willkommenen Stärken, individuelle Klasse, die gern ausgespielt werden darf, dazu ein Weckruf genau zur rechten Zeit: Faktoren des Erfolgs, die dem Team des TuS Jettenbach den Weg zum Meistertitel in der A-Klasse Mitte mit geebnet haben. Im zweiten Anlauf hat Coach Christoph Emrich die 2012 runderneuerte Mannschaft in die Bezirksliga geführt.

Genau ein Jahr ist es heute her, dass Emrich noch ein Fünkchen Hoffnung hegte: Gerade war seiner Elf im Relegationsspiel gegen den VfR Kaiserslautern ein glücklicher Sieg gelungen. Reichen sollte es nicht mehr. Die Aufstiegs-Chance hatte sich der TuS vier Tage zuvor selbst vermurkst. Da stand Emrich rätselnd auf dem Platz und konnte sich nicht recht erklären, wie sein Team die Partie gegen den späteren Aufsteiger FC Fehrbach mit 2:3 in den Sand hat setzen können. Das Scheitern hatte auch sein Gutes: Der TuS hatte zuvor an der Überlegenheit des späteren Meisters VfB Reichenbach nicht kratzen können. Als „Vize“ in der Aufstiegsrunde gescheitert, nahmen die Gelb-Schwarzen nun einen neuen Anlauf – gezielt verstärkt und gereift. Und als Titelaspirant Nummer eins: „Wir haben die Favoriten-Bürde annehmen müssen, die uns all die anderen aufgehalst haben. Aber ich hab’ ja auch nicht allen Ernstes behaupten können: Wir spielen nun um eine Art Euro-League-Platz“, blickt der Trainer zurück. Das System, das Emrich mit seinem Amtsantritt im Sommer ’12 dem neu formierten Team verordnet hatte, griff schon in der Rückrunde der Premieren-Saison prächtig. Da hatte die Elf nur die allererste Partie anno 2013 verloren. Zur zweiten Runde unter Rückkehrer Emrich stieß zudem noch ein Trio hinzu, das gar nicht besser hätte ins Gefüge passen können. Jochen Schepanski, zuvor bei der SG Blaubach-Diedelkopf durch Verbandsliga-Strafräume stürmend, war genau der kopfballstarke Zentrumsstürmer, der gefehlt hatte. Der Heimkehrer (35) ist ideales Pendant zum spiel- und lauffreudigen Michael Emrich – mit 32 Treffern Erfolgsgarant und Schützenkönig. Als willkommene Sturm-Alternative erwies sich Nico Marc Kiefaber (21, TSG Wolfstein-Roßbach), schneller Konterspieler, der auch als Dampfmacher auf rechts zu gefallen weiß. Dritter im Bunde: Christian Drumm (SV Medard), spielintelligenter, vielseitig verwendbarer Mittelfeldmann. Im Winter stieß ein vierter Neuer hinzu, der als Kracher gehandelt wird: Tim Fickert. Der Ex-Diedelkopfer hat, obwohl er beruflich bedingt nur sporadisch trainieren konnte, seine Klasse in der Saison-Endphase schon gezeigt. Das lässt viel erwarten für die neue Saison, zu der der 20-jährige Offensivmann so richtig angreifen wird. Der frische Wind in der Offensivabteilung hat gewaltig zum Titelgewinn beigetragen. Die Defensive war eh eine Bank. Die Innenverteidigung – allererste Sahne. Abwehrchef Daniel Rösler verkörpert eine Klasse für sich. Sein Nebenmann wirft geballte Regional- und Oberliga-Erfahrung in die Waagschale: Der Schnellste ist Frank Geib (unter anderem bei FC Homburg und Borussia Neunkirchen am Ball) nicht mehr. Wo aber die oft nicht halb so alten Gegenspieler erst hinflitzen müssen, da steht der 44-jährige Methusalem im TuS-Trikot meist schon. Defensiv wie offensiv steht der TuS – statistisch betrachtet – als klarer Klassensieger da. 95 mal getroffen, nur 22 Gegentreffer kassiert. Nur einmal blieb die Elf ohne Torerfolg – als bei einer der nur drei Niederlagen der komplette Sturm fehlte. 15-mal stand die Null. Was sich laut Emrich prima entwickelt hat: die Arbeit gegen den Ball. Das schnelle Umschalten, das er stets fordert, funktioniert immer besser. Den Taktstock führt dabei der Kapitän: Christopher Molter ist auf der rechten Defensiv-Position im Vierer-Mittelfeld Schlüsselfigur; stets ballfordernd, fungiert Molter als Ideen- und Impulsgeber. Im Team steckt individuelle Klasse. Wer die hat (Dauerbrenner und -Renner Sascha Herz etwa), darf sie gerne – Kollektiv hin, System her – auch mal richtig ausspielen. Bemerkenswert ist zudem die Konstanz, die der Meister bewies. Als sich mal kurz der Schlendrian ins Team mogelte, der TuS eingangs der Zielgeraden sein Heimspiel gegen den TuS Schönenberg vergeigte und Verfolger TuS Bedesbach-Patersbach Morgenluft wittern ließ, erwies sich die Pleite als Weckruf zur rechten Zeit. Spannung und Konzentration kehrten zurück, das Team eilte fortan dem Titel entgegen, hatte in der Endabrechnung sechs Zähler Vorsprung.

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