Kaiserslautern
Firma Frogblue entwickelt in Kaiserslautern Smarthome-Lösungen
Jalousien, die bei Sturm automatisch nach oben fahren, Bewegungssensoren, die das Licht einschalten, wenn sich jemand nähert, und Türklingeln, die ab 19 Uhr nur noch Lichtsignale geben, damit die Kinder nicht wach werden – das sind einige der Beispiele dafür, wie sich Smarthome-Technologie einsetzen lässt. „Der Markt dafür ist riesig“, berichten Pascal Heinkele und Anna Hochhauser von der Kaiserslauterer Firma Frogblue. Egal, ob in Neu- oder Altbauten, in denkmalgeschützten Häusern oder in Bürogebäuden – der Wunsch nach Smarthome-Lösungen sei enorm.
Sitz im PRE-Park
Die Firma Frogblue gibt es seit 2015, Markteintritt in Deutschland war 2018, der Schritt in den internationalen Wettbewerb erfolgte 2019. Gründungsvater und Vorstandsvorsitzender ist der Kaiserslauterer Unternehmer Ralf Hinkel. Zuvor hat Hinkel bereits die auf Lasertechnik spezialisierte Firma Quadriga aus der Taufe gehoben, bevor er 1999 die börsennotierte Firma Mobotix AG an den Start gebracht hat.
Frogblue beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit mehr als 50 Mitarbeiter und hat seinen Sitz im PRE-Park im ehemaligen Gründungsgebäude von Mobotix. Hier kommen alle Abteilungen zusammen: von der Entwicklung über das Produktmanagement, den Vertrieb und den Support. „Wir platzen aus allen Nähten, das Wachstum ist rasant“, umreißt Sales Director Pascal Heinkele.
Auf dezentrale Lösung gesetzt
„Wir bieten ein professionelles Smarthome-System“, sagt Heinkele. Das Unternehmen setze dabei auf eine dezentrale Lösung, die ohne zentrale Steuereinheit und ohne eine Cloud-Anbindung auskomme. Stattdessen werden einzelne Steuerelemente, die sogenannten Frogs, an das Stromnetz des Gebäudes angeschlossen. Eine spezielle Verkabelung sei nicht erforderlich, ein Anschluss an eine übliche 230-Volt-Leitung reiche aus, so Heinkele. Die Frogs – klein, grün, rund – werden nicht sichtbar in der Unterputzdose hinter dem Lichtschalter verbaut.
Die Kommunikation zwischen diesen Elementen verlaufe via Bluetooth und sei damit energieeffizient, skizziert Heinkele. Die Frogs tauschen untereinander Schaltbefehle aus und geben Informationen verschlüsselt weiter. Für Stellen ohne Stromanschluss gebe es batteriebetriebene Frogs.
Das System sei damit sehr sicher und dank der Bluetooth-Technologie nicht störungsanfällig. Die einzelnen Komponenten lassen sich über einen speziellen Schlüssel steuern, ohne dabei aufs Internet zuzugreifen. Dieses werde nur benötigt, wenn eine Steuerung von außen über das Smartphone erfolgen soll.
Themen: Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz
Die großen Themen auf dem Smarthome-Markt seien derzeit Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz. Zu Komfort zählten Funktionen wie die, dass nachts das Licht automatisch gedämmt werde, die Heizung von unterwegs aus geregelt werden könne oder die Anwesenheit der Bewohner über die automatische Steuerung von Rollläden simuliert werden könne. Doch auch Rauchmelder ließen sich ins System integrieren, so dass im Fall eines Auslösens direkt das Licht angehe und die Tür entriegelt werde, schildert Anna Hochhauser vom Frogblue-Marketing. Für welche Funktionen sich der Kunde entscheide, sei völlig individuell. Vom komplett ausgestatteten Objekt mit 300 Frogs bis hin zur Wohnung, in der nur ein Steuerungselement angebracht ist, sei alles möglich. „Die Module lassen sich beliebig erweitern“, schildert Heinkele.
Neben dem deutschen Markt habe das Unternehmen mittlerweile international Fuß gefasst und seine Produkte werden von Partnern vor Ort vertrieben: etwa in Frankreich, Spanien, der Schweiz, Norwegen, Schweden und Australien.
Viel Potenzial gebe es mit Blick auf das seniorengerechte Wohnen, erzählt Heinkele. So könnten Smarthome-Lösungen dazu beitragen, dass Menschen länger selbstbestimmt im eigenen Haus wohnen könnten. Auch Menschen mit Beeinträchtigung profitierten von der Technik, bei der sich auf Wunsch ein ganzes Haus steuern lasse – angepasst an die Bedürfnisse und Wünsche des Bewohners.