Fußball
FCK-Portugiesen gehen in Aufstiegsrelegation unter
Die Kulisse war dem Anlass würdig: Etwa 700 Zuschauer hatten sich am Kunstrasenplatz des Sportparks Rote Teufel eingefunden, um das Hinspiel der Aufstiegsrelegation zwischen den FCK-Portugiesen und dem SC Idar-Oberstein II anzuschauen. Die Portugiesen hätten eigentlich gar nicht dort sein sollen, wurden sie doch Erster in der Bezirksliga Westpfalz und hätten somit als Meister direkt aufsteigen müssen. Doch die Regel, wonach das Torverhältnis bei Punktgleichheit nicht zählt, zwang sie in ein Entscheidungsspiel um die Meisterschaft gegen den Zweitplatzierten SV Nanz-Dietschweiler. Das verloren sie am Mittwoch mit 2:3.
Appell an den Verband
„Mental brutal, eine große Enttäuschung. Die steckt man nicht innerhalb von drei Tagen weg. Das ist noch in den Köpfen, vor allem aber in den Beinen. Wir hätten am Mittwoch einfach gewinnen müssen, dadurch kamen Zweifel auf“, haderte Portugiesen-Trainer Robert Ratkowski, der einen Appell an den Verband richtete: „Wieso spielt das Torverhältnis keine Rolle? Wer Erster wird, muss aufsteigen. Eine Katastrophe, der Verband muss sich was überlegen.“
Zu dem mentalen Aspekt kam auch der physische, die Portugiesen sind eine alte Mannschaft, Altersschnitt über 30, bräuchten entsprechend längere Regenerationsphasen, die sie nach dem Spiel gegen Nanz-Dietschweiler nicht hatten. „Das darf aber kein Alibi für das 1:5 sein“, betonte Ratkowski und erklärte: „Wir haben uns in den besprochenen Situationen falsch verhalten, haben zugelassen, dass Idar-Oberstein seine Stärken ausspielt und so am Ende auch in der Höhe verdient verloren. Sie waren uns in allen Belangen überlegen. Trotzdem bin ich stolz auf die Mannschaft, wir haben dieses Jahr Großes geleistet, eigentlich alles gewonnen, und doch stehen wir jetzt mit leeren Händen da.“
Ricky Pinheiro trifft zum 1:0
Zunächst schien es aber, als gehe der Matchplan der Portugiesen auf. Kapitän und Goalgetter Ricky Pinheiro traf in der 33. Minute zum 1:0. „Die Hoffnung war, dass wir das 1:0 halten können, um Idar-Oberstein ins Risiko zu zwingen und dann die Räume nutzen zu können. Physisch konnten wir nicht über 90 Minuten mithalten. Ich wusste, wenn wir in Rückstand geraten, wird es brutal schwer“, so Ratkowski. So kam es dann auch, Idar-Oberstein drehte die Partie durch einen Doppelschlag des Dreifachtorschützen Paul Schneider innerhalb von sechs Minuten auf 1:2 und war fortan spielbestimmend.
SC Idar-Oberstein justiert zur Pause nach
„Die Jungs waren fokussiert, wir haben unser Spiel über unsere jungen, schnellen Außen aufgezogen, das hat super funktioniert“, lobte Idar-Obersteins Trainer Michael Rodenbusch. Dieser hatte etliche U19-Spieler im Kader, erhielt zudem Unterstützung von zwei Spielern aus der ersten Mannschaft. Rodenbusch justierte in der Pause nochmal nach, stellte um auf eine Doppelsechs mit einem Zehner davor. Das funktionierte auf Anhieb, in der 48. Minute war es erneut Schneider, der zum 3:1 traf. Die Portugiesen fanden danach nicht mehr ins Spiel, der SC erhöhte durch Jelle Lang auf 4:1 (59.). Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Kapitän Pinheiro in der 65. Minute schwer, er musste vom Rettungswagen abgeholt werden und wird im Rückspiel schmerzlich vermisst werden: „Ricky ist nicht zu ersetzen“, so Ratkowski. Tim Oberländer setzte dann vom Elfmeterpunkt den Schlusspunkt zum 5:1 für die Gäste (83.).
Ein 1:0 würde den Portugiesen reichen
Doch trotz der herben Niederlage sind die Portugiesen im Rückspiel am Donnerstag (15 Uhr) in Idar-Oberstein nicht chancenlos, denn auch dort spielt das Torverhältnis keine Rolle. Ein 1:0-Sieg würde ausreichen, um ein drittes Spiel zu erzwingen. „Das ist jetzt unsere einzige Motivation, irgendwie gewinnen, dann ist wieder alles drin. Wir haben noch eine Chance“, meinte Robert Ratkowski, betonte aber auch: „Das ist Idar-Oberstein gegenüber auch nicht fair. Gewinnen wir dort 1:0, war der 5:1-Sieg hier heute umsonst.“ Auch Rodenbusch ist kein Fan des Systems, er sagte: „Es ist Geldmacherei, der Verband will irgendwie noch ein Spiel hinbekommen.“