Kaiserslautern „Erbse“ schafft’s im vierten Anlauf

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RAMSTEIN. Inmitten wild hüpfender Blau-Schwarzer heulte der Trainer Rotz und Wasser: Michael Wolter hat mit dem VfR Kaiserslautern den Aufstieg geschafft – im vierten Anlauf. Mit 1:0 (0:0) besiegten die Fußballer vom Erbsenberg am Mittwochabend in Ramstein den SV Ixheim. Der altehrwürdige „Erbse“ atmet ab August Bezirksliga-Luft.

Ins Bild der dreifach in Folge vergeigten Relegations-Chance hätte es gepasst, hätte der Vizemeister der A-Klasse Pirmasens-Zweibrücken eine seiner Chancen in den Ausgleich umgemünzt: Jonas Heins Weitschuss pfiff aber übers Gehäuse, Ingo Tomelleris Versuch aus dem Gestocher nach Gjevdet Shabanis Vorarbeit fand den Weg ins Netz nicht; aus Keeper Marcel Scheens Unsicherheiten vermochten die Gelb-Schwarzen kein Kapital zu schlagen. Zwei ganz späte Dinger noch vergeben – dann war Schluss, sehr zur Erleichterung der Erbsenberger, die sich plötzlich im Schwimmen übten. Dies wohlgemerkt in Unterzahl: Der im defensiven Mittelfeld so stark agierende Max Groh hatte in Minute 55 zum zweiten Mal Gelb gesehen. Fünf Minuten zuvor erst verwarnt, war für ihn Schluss. Ixheim war prompt ein bisschen arg unsortiert, wohl auch geschockt: Keine fünf Minuten später fiel der Treffer des Abends. Angriff Ixheim, Offensivfoul, Freistoß VfR. Den haute Kapitän Carsten Heinz mal nach vorn – und fand einen Abnehmer, der mit einem kleinen Geniestreich das Tor zur Bezirksliga für seine Farben aufhämmerte: Leopold Merz, im ersten Relegationsauftritt gegen den FV Kusel bereits überragend, nahm das Leder, drehte sich, holte aus und traf ins Schwarze. Die Rolle „Star des Abends“ war eigentlich für Christian Kohlender vorgesehen. Der war nach Zwangspause im entscheidenden Spiel aufgelaufen. Ob dies eher gedacht war, den Ixheimer ein bisschen Angst zu machen? Drei, vier Spurts, Hereingaben, die in der Anfangsphase Gefahr vorm Tor aufkeimen ließen, aber verpufften: Das war’s aber auch schon. Zusehends schlüpfte Merz aus der Neben- in die Hauptrolle, drehte nach schüchternem Start auf und brachte weitaus mehr Konstruktives zustande als Kohlender. Dessen Position hatte Merz im ersten Spiel noch ausgefüllt. Am Mittwochabend nun stürmte er munter durch die Mitte, avancierte erneut zum auffälligsten Akteur. Der VfR hatte klar druckvoller begonnen. „Vielleicht hatten wir am Anfang zu viel Respekt“, meinte Ixheims Abwehrchef Sven Marz. Taktiererei war ja zu erwarten. Augenfällig aber, dass nach der Schnupperphase der Stiefel nicht gewechselt wurde. Die Wolter-Elf agierte eselsstur über links, weil dort Kohlender tobte. Der aber traf auf den beherzt kämpfenden Widersacher Jonas Hein. Weil vor Hein wie schon gegen Kusel Maximilian Gabriel mächtig Wirbel machte, lief es beim SVI meist über rechts, auch weil die Links-Besetzung herzlich wenig zustande brachte, eher durch Stopp-Fehler auffiel. Folge: oft Stau auf der einen Flankenbahn. Ixheim wurde in Unterzahl immer besser. Aber es reichte nicht mehr, um die erste Saisonschlappe überhaupt abzuwenden. Tragisch, wenn nach 30 plus 1 Rundenspielen ohne Niederlage mit der allerersten der Aufstieg flöten geht. „Klar ist man da enttäuscht. Aber kein Vorwurf“, meinte Coach Bernd Utzinger, während sein Gegenüber glückselig schluchzte. So spielten sie VfR Kaiserslautern: Scheen - Heieck, Marchel, Heinz, Rath - Habich, Frei, Wilhelm (46. Hansen), Kohlender (69. Dudek) - Bzducha, Merz (78. Kislejko) SV Ixheim: Hunsicker - Hein, Ohlinger, Marz, Styben - Glöckler, Groh - Gabriel, Mohamed Abdel (77. Tomelleri), Strass (46. Shabani) - Beqiri (83. Neuner) Tor: 1:0 Merz (55.) - Gelbe Karten: Heinz, Kohlender, Hansen - Groh, Glöckler - Gelb-Rote Karte: Groh (54.) - Beste Spieler: Merz, Heinz, Frei - Mohamed Abdell, Gabriel, Hein - Zuschauer: 817 - Schiedsrichter: Gaßmann (Speyer).

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