Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Eine Machtdemonstration der U21 des FCK

Shawn Blum (rechts), der dreimal für den FCK II traf, setzt sich gegen Max Klein vom SV Gonsenheim durch.
Shawn Blum (rechts), der dreimal für den FCK II traf, setzt sich gegen Max Klein vom SV Gonsenheim durch.

Im Topspiel der Oberliga zwischen dem 1. FC Kaiserslautern II und dem SV Gonsenheim war nur ein Team top: die U21 des FCK. Vor allen in der zweiten Halbzeit zeigte sie eine Leistung zum Zunge-Schnalzen und fegte den Gegner förmlich vom Platz.

Der 1. FC Kaiserslautern II hat in der Fußball-Oberliga seine blendende Form bestätigt und den bis dahin viertplatzierten SV Gonsenheim mit 6:0 (1:0) vom Platz gefegt. Vor allem in der zweiten Halbzeit spielte das Team von Trainer Alexander Bugera wie entfesselt und schraubte sein Trefferkonto wieder kräftig nach oben: 56 Tore nach zwölf Spielen hat der FCK II nun erzielt.

Gut gelaunt posierten die Spieler des FCK II am Samstag auf dem Fröhnerhof mit dem Fan zum Gruppenbild, der sie bei Eckbällen immer mit seinem mehrmaligen lauten „Hinein!“-Ruf anfeuert. Diesmal waren es dann die Spieler, die gemeinsam laut das „Hinein!“ riefen und sich danach lachend und zufrieden in Richtung Kabinen begaben. Das konnten sie auch – schließlich hatten sie gerade im Spitzenspiel den Gegner aus Gonsenheim demontiert.

Ihr Trainer hatte diesmal auch wenig auszusetzen. „Das war wirklich ein gutes Spiel von uns“, sagte Trainer Alexander Bugera. „Wir haben schon wieder sechs Tore geschossen – das ist schon Wahnsinn, was die Jungs da leisten.“ Einzig mit dem Ergebnis nach der ersten Halbzeit war er nicht ganz zufrieden: „Da stand es nur 1:0. Da haben wir vergessen, nachzulegen, obwohl die Chancen da waren.“

Treffer in der ersten Minute

Das 1:0 für sein Team fiel ganz früh. Einige der 187 zahlenden Zuschauer waren noch gar nicht auf dem Platz, sondern versorgten sich noch am Verkaufsstand mit Essen oder Trinken, da lag der Ball schon im Tor der Gäste aus Gonsenheim. Marius Bauer nutzte nach 57 Sekunden einen Patzer des Gonsenheimer Torwarts Maximilian Krapf zum 1:0. Doch in der Folge vergaben Shawn Blum, Yasin Zor oder Marius Bauer gute Möglichkeiten für weitere Treffer. Und zweimal parierte FCK-Torwart David Schwingel bei Chancen der Gäste stark. „Zum Glück war David zur Stelle. Insofern war das Spiel zur Pause noch offen“, sagte Bugera.

Danach war es aber schnell nicht mehr offen. Der FCK II spielte in der zweiten Halbzeit wie entfesselt. Die Gäste hatten keine einzige Möglichkeit mehr, was auch an der gut organisierten Abwehr um die starken Innenverteidiger Drini Miftari und Anas Bouda lag. Und Shawn Blum erzielte innerhalb einer Viertelstunde einen lupenreinen Hattrick (51., 63., 66.) und schraubte sein Torkonto auf nun 13 Tore. „Ich treffe im Moment oft“, sagte der 21-Jährige, der wegen Adduktorenproblemen nach seinem dritten Treffer vom Platz ging. „Ich habe zurzeit einen guten Lauf. Den will ich beibehalten.“

Und noch einer ragte aus dem insgesamt starken Team heraus: Yasin Zor. Zunächst als Vorbereiter, dann auch als Torschütze. Der 18-Jährige nahm sich besonders zu Herzen, was sein Trainer nach dem 4:0 auf den Platz rief: „Nicht nachlassen, weitermachen.“ Das 5:0 durch Zor (84.) war ein freches Ding. Wieder hatte er sich bis fast an die Grundlinie durchgespielt, doch anstatt – wie zum Beispiel beim 3:0 durch Blum – wieder zurückzulegen, hielt er einfach aus spitzem Winkel drauf – der Ball landete in der langen Ecke. „Ich habe schon beim Aufwärmen so ein Ding gemacht“, berichtete Zor mit einem Grinsen. „Also habe ich mir gedacht, das mache ich im Spiel auch mal so – und es hat geklappt.“ Auch den Schlusspunkt setzte Zor, der nach einem feinen Pass von Marc-Michael Nauth vollstreckte (88.). „Der Junge macht Spaß, weil er einfach kicken will“, lobte sein Trainer Bugera. „Der entwickelt sich sehr gut.“

Der Weg zum Aufstiegsanwärter

Aber nicht nur Zor, das gesamte Team entwickelt sich – auch zu einem ernsthaften Aufstiegsanwärter. „Da sieht man auch die Qualität, die wir in der Mannschaft haben“, bemerkte Zor zum Kantersieg im Spitzenspiel. Für Blum ist es „der Teamspirit, der uns so stark macht. Wir sind als Mannschaft sehr gut zusammengewachsen, viele kommen schon früher zum Training und gehen vorher noch auf den Fritz-Platz“. Er betont: „Wir können schon dieses Jahr aufsteigen.“

Am Samstag geht es nun zum Aufsteiger FV Eppelborn. Vielleicht heißt es dann auch dort wieder: „Hinein!“

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