Fußball
Ein echter Prüfstein für FCK-B-Junioren
Sieben Punkte aus drei Spielen in der U17-Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga – das ist eine Ansage vom 1. FC Nürnberg. Zum Auftakt ein 2:2 gegen den 1. FC Köln, danach ein Auswärtssieg in Karlsruhe, zuletzt ein 3:1-Heimerfolg gegen den FC Bayern München. Wer in dieser Runde so startet, hat mehr als Talent. Er hat die nötige Klarheit in den entscheidenden Momenten. Und genau diese Momente sind es, die der U17 des 1. FC Kaiserslautern zuletzt wehgetan haben.
Denn die Lauterer stehen nach drei Spielen bei einem Punkt. Und das Bittere daran: Es war nicht so, dass sie gegen Hoffenheim, Köln oder zuletzt Karlsruhe chancenlos gewesen wären. Aber in dieser Liga A gilt ein einfacher Satz: Du kannst dir vieles leisten – nur keine Aussetzer. Genau dort setzt auch die Analyse von Trainer Maurizio De Vico an.
FCK-U19 gewann das Testspiel
Zunächst einmal zollt er dem kommenden Gegner Respekt – und spricht zugleich einen kleinen mentalen Hebel an, der im Fußball nie zu unterschätzen ist. „Nürnberg hat jetzt aus den ersten drei Spielen sieben Punkte geholt. Das ist natürlich erstmal ein Statement“, sagt De Vico. Gleichzeitig erinnert er an ein Testspiel im vergangenen Sommer: „Wir hatten ja in der Sommervorbereitung bereits gegen den FCN gespielt und waren erfolgreich. Da bin ich nicht abgeneigt, wenn es am Wochenende genau so läuft.“ Der Subtext ist klar: Man fährt nicht hin, um zu staunen.
Trotzdem ist die Rollenverteilung eindeutig. „Auf dem Papier geht Nürnberg aufgrund der aktuellen Tabellenlage als Favorit in die Partie“, sagt De Vico. Nur will er genau dieses „Papier“ nicht zum Maßstab machen. „Nichtsdestotrotz wissen wir auch, dass im Prinzip jedes Spiel in der Liga A ein 50-50-Spiel ist.“
Fehler im Defensivbereich abstellen
Für den FCK ist deshalb klar, woran gearbeitet werden muss. De Vico formuliert es ohne Umwege: „Um in Nürnberg etwas zu holen, müssen wir unsere Fehler vor allem im Defensivbereich abstellen.“ Nach dem 1:3 in Köln und dem 0:2 gegen Karlsruhe war genau das der Unterschied: Nicht die Anlage, nicht die Grundordnung – sondern die spielentscheidenden Aussetzer.
Besonders im Fokus stand zuletzt der kapitale Patzer von FCK-Keeper Lasse Fuhrmann gegen den KSC. De Vico wählt dazu einen Ton, der besonders im Nachwuchsbereich wichtig ist: klar in der Sache, aber nicht entmenschlichend. „Grundsätzlich ist jeder Spieler selbstkritisch genug, um die individuellen Fehler selbst zu reflektieren“, sagt er. Und weiter: „Da musste ich Lasse jetzt nach dem KSC-Spiel natürlich nicht noch einmal darauf hinweisen.“ Stattdessen betont er den Umgang: „Wir versuchen immer, zuerst den Menschen zu sehen, denn natürlich beschäftigen dich Fehler und Aussetzer immer auch auf der menschlichen Ebene.“
Kein Wechsel auf der Torhüterposition
Interessant ist dabei auch die personelle Konsequenz – oder besser gesagt: die bewusste Entscheidung gegen eine kurzfristige „Strafe“. „Für Nürnberg steht ein Wechsel auf der Torhüterposition nur wegen dieses Fehlers nicht zur Debatte.“ Für Fuhrmann ist es damit die Chance, eine Geschichte sofort umzuschreiben.
Personell reist Kaiserslautern weitgehend komplett an. „Ansonsten sind für Sonntag alle an Bord“, sagt De Vico. Einzig „Arijon Llugaxhiu ist aufgrund von Oberschenkelproblemen aktuell noch fraglich“. Gerade in einem Spiel, in dem Intensität und Stabilität zählen, sind solche Details nicht unwichtig.
Am Ende ist das Auswärtsspiel am Sonntag (14.30 Uhr) beim „Glubb“ für den FCK mehr als eine schwere Aufgabe: Es ist ein Prüfstein. Nicht nur gegen einen starken Gegner – sondern gegen die eigenen Muster der letzten Wochen. Nürnberg ist formstark, ja. Aber Liga A bleibt De Vicos „50-50“. Wer den eigenen Fehler zuerst abstellt, holt sich die Punkte.