Kaiserslautern Die Kirche als Rückhalt
Rodenbach. „Es ist gut im Leben, wenn man weiß, da ist jemand, der einen hält“, sagt Petra Brenk aus ihrer christlichen Überzeugung heraus. Nach 2008 wurde sie im November 2014 ein weiteres Mal ins Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Rodenbach gewählt und engagiert sich vorwiegend in der Kinder- und Jugendarbeit.
Kinder und Jugendliche sind ein Lebensthema von Petra Brenk, beruflich und privat. Die Rodenbacherin ist bei der Kreisverwaltung als Schulsozialarbeiterin an der Westpfalzschule Weilerbach und der Integrierten Gesamtschule in Otterberg tätig. Einen Großteil ihrer Freizeit widmet sie der evangelischen Kirchengemeinde ihres Heimatortes. Als Presbyterin legt sie ihr Hauptaugenmerk auf die Jüngsten. Sie ist Teil des zehnköpfigen Teams, das die Kinderkirche gestaltet, sie engagiert sich bei Aktionen mit Präparanden und Konfirmanden und studiert mit einer 20-köpfigen Kinderschar das diesjährige Krippenspiel ein. „Ich finde es spannend zu sehen, wie Kinder mit der Welt umgehen und es ist schön, wenn man zugucken kann, wie sie sich entwickeln“, umschreibt die 47-Jährige das, was ihr daran so gut gefällt. Sie erinnert sich an zwei Mädchen, die schon beim Krippenspiel im vergangenen Jahr mitgewirkt und noch ganz leise geredet hatten. Nun seien sie wieder dabei und trauten sich mehr zu. Ihr ist es wichtig, zu vermitteln, dass die Kirche Halt gibt. „Wenn es mir schlecht geht, kann ich darauf zurückgreifen.“ Als der evangelische Pfarrer Horst Kiefer gefragt hat, ob sie bereit sei, sich bei der Presbyterwahl aufstellen zu lassen, willigte sie ein. Seitdem ist sie eingebunden in eine Gemeinschaft, in der sie sich wohlfühlt. „Ich mache viele schöne Erfahrungen. Im letzten Presbyterium waren wir eine altersgemischte Gruppe und trotzdem haben wir zusammengehört.“ Auch in der jetzigen Konstellation sei dies nicht anders, hält sie fest. „Wie in jedem anderen Gremium mussten wir uns erst kennenlernen, aber uns ist es wichtig, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.“ Etwa für die Erwachsenen die Nachmittage bei Kaffee und Kuchen am letzten Sonntag des Monats oder das Suppenessen an Erntedank, die vom Presbyterium oder dem Frauenkreis organisiert werden. „Da hilft jeder mit.“ An einer Wand im Gemeindehaus hängt noch das bunte Plakat, das bei der vergangenen Kinderkirche im Oktober entstanden ist. Unter dem Titel „Teilen“ wurde die Bibelgeschichte „Die Speisung der 5000“ aufgegriffen und der Satz erarbeitet: „Wenn jeder gibt, was er hat, dann werden alle satt“. Bemerkenswert findet Brenk, dass dabei auch das aktuelle Flüchtlingsthema zur Sprache kam. Grundsätzlich gehe es darum, Spaß miteinander zu haben. Das ist der Fall, wenn es mit den Größeren zum Bowlen oder Klettern geht. Gut findet Brenk, dass Präparanden und Konfirmanden weniger Gottesdienste besuchen müssen, an ihrer Stelle jedoch verpflichtet sind, zwei Praktika in Einrichtungen unter kirchlicher Trägerschaft oder in Bereichen der Kirchengemeinde zu absolvieren. Seit den Herbstferien studiert sie mit Beate Braun und circa 20 Kindern das Krippenspiel für den Heiligabend-Gottesdienst um 16 Uhr ein. „Es ist ein Stück zum Schmunzeln“, gibt sie einen Ausblick. Damit es zu den Darstellern passt, muss hier und dort etwas geändert werden. Ihre zwölfjährige Tochter Lea wird in die Erzählerrolle schlüpfen. Bei der Aufführung werden auch ihr Ehemann und ihr 16-jähriger Sohn Lars zuschauen. „An den Feiertagen gehen sie ganz selbstverständlich mit.“ Die gebürtige Rodenbacherin wurde in ihrem Heimatort getauft und konfirmiert und hat mit ihren Eltern die sonntäglichen Gottesdienste besucht. „Ich war es so gewohnt“, berichtet sie. Später war sie nur noch sporadisch anwesend, doch die Verbindung ist nie abgerissen. „Die kirchliche Heirat war nie eine Frage oder auch, dass unsere Kinder getauft werden“, sagt die zweifache Mutter. Sie bedauert etwas, dass es in ihrer Jugendzeit diese Angebote nicht gab. „Wäre das der Fall gewesen, hätte ich sie sicher ausprobiert.“ Die Serie Er ist rot, er verbindet und er zieht sich durch: In unserer Serie „Der rote Faden“ geht es um Menschen aus der Region. Jeder Porträtierte entscheidet, wer als nächstes vorgestellt wird. Diesmal wird der Faden an Ulrike Mandigo weitergereicht.