Kaiserslautern
Das Coronavirus beschert Firma Seelos Hochkonjunktur
Die Infektionsgefahr, die vom Coronavirus ausgeht, hat Hans-Peter Seelos Mitte März einen Boom beschert, dem der Betrieb kaum standhalten konnte. „Von heute auf morgen war Händedesinfektion gefragt“, erinnert er sich. „Wir kamen nicht nach, Desinfektionsmittel zu liefern.“ Mit dem Lockdown jedoch, der das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen brachte, Schulen, Betriebe und Gastronomie für Wochen geschlossen blieben, sei die Nachfrage nach Desinfektions- und Hygienemittel schlagartig zurückgegangen.
Doch mit jeder Lockerung waren die Produkte von „Seelos“ wieder gefragt. „Wir sind mit Wellen gewachsen und im Juni explodiert“, lässt der Betriebsinhaber die vergangenen Wochen Revue passieren. „Es war extrem turbulent. Jetzt brauche ich eine Woche Urlaub“, so Hans-Peter Seelos im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
„Es war extrem turbulent“
So gut wie der Betrieb mit seinen sechs Mitarbeitern im Verkauf ist, so bescheiden ist er in der Werbung für seine Produkte. „Wir sind keine guten Marketingleute“, gesteht der Chef. Kein Wunder, Werbung oder ein Firmenschild, die „Seelos Hygiene“ ins öffentliche Bewusstsein bringen, sucht man vergebens in Kaiserslautern. Fast versteckt und wie im Abseits laufen die Geschäfte des Unternehmens auf einer kleinen Fläche des Lagers der Spedition Dietrich in der Professor-Dietrich-Straße 10 in Einsiedlerhof.
Ein kleines Büro, eine angemietete Lagerfläche von 350 Quadratmetern und ein bescheidener Fuhrpark sind es, die dem Betrieb für seine Geschäftstätigkeit zur Verfügung stehen. Vollbepackt zeigt sich die Lagerfläche mit Kunststoffbehältern, gefüllt mit Desinfektionsmittel. Papierhandtücher, Toilettenpapier, Hygieneartikel für Küche, Waschraum und Personalhygiene. Reinigungschemie, Desinfektionsspender und Insektenschutz komplettieren die Produkte, die für eine Auslieferung an Kunden bereitstehen. Zum Sortiment gehören auch Hygienehandschuhe und Gesichtsmasken.
400 Kunden im Umkreis
Zu den 400 Kunden im Umkreis von 200 Kilometern gehören Kindergärten und Schulen, Stadtwerke und Verbandsgemeinden, Arztpraxen und Gastronomie, Handel und Industrie. „Wir sind Experten für optimale Hygiene und Sauberkeit und bieten dazu die entsprechenden Problemlösungen und Schulungen an“, freut sich Hans-Peter Seelos über den Aufwind seines Unternehmens.
Stationen in Hamburg und Berlin
Mit der Übernahme des Betriebs ist der gelernte Hotelfachmann 2006 in die Fußstapfen seines Vaters Peter Seelos getreten. Der hatte in den 90er Jahren in Hohenecken einen Handel mit Seifen-, Toilettenpapier- und Handtuchspendern begonnen. Dem Vorschlag seines Vaters, der sich aus Altersgründen aus dem Geschäft zurückziehen wollte, ist Hans-Peter Seelos vom Hotelgewerbe ins Geschäft mit Hygieneartikeln gefolgt.
Nicht ohne vorher erfahren zu haben, wie wichtig Reinigungsmittel für die breite Palette von Anwendungen in Gastronomie und Hotelgewerbe sind. Die hatte der Hotelfachmann bei Stationen im Deidesheimer Hof, im Binshof in Speyer und im Kempinski in Hamburg und Berlin kennengelernt. Aus Berlin hat der 48-jährige Unternehmer und Vater von zwei Töchtern auch seine Ehefrau Jessica mit nach Kaiserslautern gebracht. Sie steht ihm jetzt im Betrieb zur Seite.