Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Coronavirus: DRK Rettungsdienst Westpfalz sieht sich mit Schutzkleidung gut gerüstet

Wir haben noch genug: DRK-Geschäftsführer Marco Prinz und Notfallassistent Patrick Forsch im Lager mit Schutzmasken.
Wir haben noch genug: DRK-Geschäftsführer Marco Prinz und Notfallassistent Patrick Forsch im Lager mit Schutzmasken.

Die Schutzausrüstung für Hausärzte wird durch die Corona-Pandemie knapp und erste DRK-Ortsverbände rufen nach Medienberichten dazu auf, dass Menschen Schutzmasken aus Stoffresten nähen sollen. Das Rote Kreuz in Kaiserslautern sieht sich dagegen gut aufgestellt. Zumindest, solange der „Worst Case“ nicht eintritt ...

Menschen in Schutzausrüstung, mal komplett verhüllt, mal mit Handschuhen und Mundschutz, sind derzeit fast jeden Tag in der Zeitung zu sehen. Unter anderem müssen die Beschäftigten in den Corona-Testzentren, die Rachenabstriche nehmen, solche Schutzkleidung tragen und regelmäßig die Handschuhe wechseln. Im Laufe einer Woche kommt allein dort einiges zusammen. Fürs Rote Kreuz kommen beim Rettungsdienst noch Ausrüstungen dazu, die beim Transport eines Corona-Patienten oder -Verdachtsfalls gebraucht werden. Plus das übliche Tagesgeschäft. Das läppert sich.

Kein Grund zur Beunruhigung, sagt DRK-Kreisverbandsgeschäftsführer Marco Prinz: „Wir haben recht frühzeitig agiert und schon vor gut vier Wochen Atemschutzmasken, Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel bestellt.“ Die Lager bei der DRK Rettungsdienst Westpfalz GmbH, deren Wirkungsbereich die Stadt und den Landkreis Kaiserslautern sowie den Donnersbergkreis und den Landkreis Kusel umfasst, seien deshalb gut gefüllt. Im normalen Betrieb sollten, überschlägt Prinz, die Vorräte für gut drei Monate reichen: „Das sind rund 500 infektiöse Transporte.“ Die sind besonders aufwendig weil nicht nur Schutzkleidung entsorgt, sondern auch das Fahrzeug gründlich desinfiziert werden muss.

„Natürlich überlegen wir uns auch, wie ein Worst-Case-Szenario aussehen könnte, von dem alle hoffen, dass es dazu nie kommt“, sagt Prinz: „Aber dafür ist niemand gerüstet. Egal, wie voll die Lager im Moment sind.“ Also treffe man weitere Vorkehrungen beim Roten Kreuz. Die Hilfsorganisation gehört zu den Einrichtungen in Rheinland-Pfalz, die von einer Desinfektionsmittel-Großspende von dem Chemieunternehmen BASF profitieren. Zudem habe Prinz gerade vor wenigen Tagen 1000 FFP2-Atemschutzmasken nachbestellt. Dazu muss das Rote Kreuz deutlich tiefer in die Tasche greifen, als noch vor wenigen Wochen. Prinz: „Die sind aktuell etwa fünfmal so teuer wie vorher.“

Dass die bestellten Waren geliefert werden, daran hat der DRK-Rettungsdienst-Westpfalz-Geschäftsführer keinen Zweifel: „Wir arbeiten mit dem Lieferanten schon länger zusammen und haben einen hohen Umsatz.“ Bislang seien Vereinbarungen immer eingehalten worden. Und falls doch etwas dazwischenkomme, könne man auf Hilfe aus dem DRK-Landesverband setzen, der als Dachverband die Verteilung in Rheinland-Pfalz koordiniere. Zusätzlich habe sich das Gesundheitsministerium in den vergangenen Tagen mehrfach gemeldet, um mögliche Schutzkleidungsbedarfe abzufragen.

Die Zusammenarbeit mit dem Mainzer Ministerium laufe aus seiner Sicht gut, sagt Prinz: „Wir haben nicht das Gefühl, dass da jemand schläft.“ Das gelte auch für Kaiserslautern, wo man von kurzen Wegen und persönlichen Kontakten sehr profitiere. In einer Telefonkonferenz mit dem Westpfalz-Klinikum und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) habe man das Thema Schutzausrüstung vor einigen Tagen besprochen und anschließend Excel-Listen ausgetauscht, um auf einem gemeinsamen Stand zu sein. Prinz: „Ich kann zwar nicht in die Glaskugel blicken, aber momentan haben wir keine Angst.“

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