Kaiserslautern BOS-Netzwerk bringt Katastrophenschützer zusammen – Erstes eigenes Benefizkonzert
BOS steht für „Behörden und Organisationen mit Sicherheitsfunktionen“, erklärt Oliver Vollmer, der Vereinsvorsitzende. Der Polizeibeamte ist ehrenamtlich bei Rettungsdienst und Feuerwehr engagiert, und er ist schon von Kindesbeinen an in der Kaiserslauterer Blaulichtfamilie verankert: „Bis auf das THW hab’ ich alles mitgemacht.“ Hans-Jürgen Vollmer, der langjährige Polizei- und Feuerwehrreporter der RHEINPFALZ, 2018 verstorben, ist sein Vater. Die Begeisterung für Blaulicht war Vollmer also in die Wiege gelegt.
Schon lange bevor im November 2013 das erste Treffen der zunächst locker organisierten Gruppe stattfand, hatte Vollmer die Idee dazu. „Es ist wichtig, dass sich Einsatzkräfte untereinander kennen – ob von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten oder von den Amerikanern“, findet Vollmer. Denn das vereinfache die Zusammenarbeit im Einsatz oder gar im Katastrophenfall. Kein Wunder also, dass es vorrangiges Ziel der regelmäßigen Treffen auf dem Bremerhof ist, „bei Bier und Wurstsalat“ Kontakte zu knüpfen.
Die Stammtische starten mit einem Kurzvortrag
„Wir haben recht schnell gemerkt, dass reine Treffen ein bisschen wenig sind“, schildert Vollmer die Entstehungsgeschichte der BOS-Stammtische. Bereits Anfang 2014 habe man damit begonnen, die Treffen mit Kurzvorträgen zu starten. Dabei kann sich eine Einheit oder eine Funktionsstelle aus der Blaulicht-Familie vorstellen. Als Beispiel nennt Vollmer die Rettungshundestaffel oder einen Dozenten von den Feldjägern aus Mainz. Je nach Thema des Vortrags variiere die Besucherzahl.
In der Regel träfen sich 70 bis 75 Teilnehmer an den Abenden auf dem Bremerhof. Dabei gebe es immer wieder „Aha“-Effekte, weil auch langjährige Katastrophenschützer neue Menschen kennenlernten. Großteils seien im BOS-Netzwerk ehrenamtliche Kräfte dabei, seltener aus dem beruflichen Umfeld, bedauert Vollmer. Denn auch die könnten vom Erfahrungsaustausch profitieren. Allein: Die Kapazitätsgrenze der Räumlichkeiten werde allmählich erreicht, denn die Teilnehmer kommen längst nicht mehr nur aus der Stadt und dem Kreis Kaiserslautern: „Wir haben auch Kameraden aus dem Donnersbergkreis oder der Südwestpfalz bei uns.“
Fachleute profitieren vom Vereins-Netzwerk
Weiteres Ziel des seit fast zehn Jahren bestehenden Vereins ist es, untereinander das Verständnis für die Vorgehensweise der anderen Organisationen zu stärken: „Das Bild der Polizei ist oft mehr durch die Serie ,Alarm für Cobra 11’ geprägt als durch tatsächliche Polizeiarbeit“, bedauert Vollmer. Immerhin trage die Arbeit des Vereins Früchte, ein ansehnliches Netzwerk habe sich gebildet. Auf Anfrage könnten immer wieder Kontakte vermittelt werden – sogar bei laufenden Einsätzen. Vollmer weiß, dass der Verein für den Normalbürger nur einen indirekten Nutzen hat, aber das Fachpublikum profitiere – und damit im Ernstfall auch alle anderen.
Länger als ein Jahr beschäftigt sich Oliver Vollmer nun mit einer neuen Veranstaltungsreihe: „Wir helfen!“-Benefizkonzerte. Am Sonntag, 23. April, soll ab 17 Uhr im Emmerich-Smola-Saal des SWR Studios das Auftaktkonzert stattfinden. Eine ähnliche Veranstaltung bei Berlin habe ihn auf die Idee gebracht, „das hier mal zu probieren“. Gemeinsam mit seinem Freund, Malte Müller, Posaunist am Pfalztheater, habe er sich an die Umsetzung gemacht. Während Vollmer sich um das Organisatorische kümmert, zeichnet Müller fürs Musikalische verantwortlich. So spielen an dem Abend das Blechbläserensemble „Woodless“ des Heeresmusikkorps Hannover und das Blechbläserensemble „BrassCats“ aus der Pfalz. Ein besonderes Schmankerl für die Blaulicht-Gemeinde werde ein eigens für das Konzert zusammengestelltes Medley von Filmmusiken aus „Backdraft“, „M*A*S*H“ und „S.W.A.T. – Die Spezialeinheit“.
Erlös geht an Blaulicht-Organisationen
Der Erlös der Veranstaltung fließt, verrät Vollmer, an die Polizei- und Notfallseelsorge Pfalz und die Psychosoziale Notfallversorgung, eine Katastrophenschutzeinheit für Stadt und Kreis Kaiserslautern. Wird das Konzert gut angenommen, soll es zu einer ganzen Veranstaltungsreihe werden, kündigt Vollmer an. Karten für den Abend sind im Vorverkauf im Kundenservice-Center der SWK erhältlich.