Kaiserslautern BETZE-GEFLÜSTER: Nicklas und sein Herzenswunsch

„Vielen Dank.“ Jean Zimmer lächelt – oben auf dem Podium bei der Spieltagpresse-Konferenz des 1. FC Kaiserslautern. Er sagt lächelnd danke für die Blumen, die sein Trainer gerade streute. Es war schon eine Lobeshymne, die Konni Fünfstück da auf den 22-Jährigen anstimmte. „Jean ist trotz seiner Jugend schon ein Führungsspieler, für mich ein Ansprechpartner, der im Mannschaftsrat ist“, schwärmt der FCK-Coach und sieht erstklassige Perspektiven für das vielseitige Eigengewächs. In der Lauterer U23 haben sie sich kennen und schätzen gelernt – Fünfstück, der Talentschmied, Zimmer, der Rohdiamant. Ein Junge mit Biss, der Tempo ins Spiel bringt. Er ist der schnellste Spieler im Kader, eine Trumpfkarte im Konterspiel. Verbesserungspotenzial besteht. Wenn die Flankenläufe noch effektiver abgeschlossen werden, wenn der richtige Moment fürs Dribbling oder Abspielen perfektioniert wird. Heute (20.15 Uhr) geht’s für die Roten Teufel gegen den VfL Bochum nach drei bitteren Niederlagen um die Trendwende. Schwer, aber lösbar, urteilt Zimmer, der sich auch als Freistoßschütze bewährt hat. „Die Leistungen in den letzten drei Heimspielen waren gar nicht so schlecht. Es war sehr bitter, so kurz vor Schluss gegen Union Berlin und Heidenheim den Ausgleich zu bekommen, dann die Niederlage gegen 1860 München ...“, sinniert Zimmer. Es ist das zweite „richtige“ Profijahr des Kraftwürfels, der bis 30. Juni 2018 beim FCK unter Vertrag steht. Eine Ausstiegsklausel greift im Sommer bei angeblich zwei Millionen Euro. Längst gibt es einen Markt für Zimmer, den U21-Nationalspieler, der auf die Teilnahme an Olympia 2016 in Rio de Janeiro hoffen darf. Bis auf weiteres will Jean Zimmer alles ausblenden, was ihn von seinem Tun und Wirken im Dress der Roten Teufel ablenken könnte. Geht das wirklich bei den Unsummen, die im Oberhaus geboten werden? „Klar“, beteuert er unter vier Augen. „Das mit den Angeboten war im letzten Sommer so, das war jetzt im Winter so“, sagt Jean Zimmer. „Ich will die Saison hier beim FCK gut zu Ende spielen, erfolgreich sein und werde dann mit meinem Berater sehen, was geht“, erklärt Zimmer. Er fühlt sich gut, er fühlt sich fit. Der VfB Stuttgart wirbt unverhohlen um den Lauterer, der rechts wie links verteidigen kann, der auch auf beiden offensiven Außenbahnen beflügeln kann. Ins Beuteschema von Rasen-Ballsport Leipzig, wo sein Freund Willi Orban spielt, würde Zimmer auch passen. „Die Bundesliga sollte Ziel eines jeden Profis sein“, sagt Zimmer, der in Landstuhl lebt, vom Elternhaus geprägt ist. „Am Ende der Saison werde ich sehen, ob es ein Angebot gibt, für das es sich lohnt, den FCK zu verlassen“, heißt die Losung des Sprinters mit dem Kämpferherzen. Auf dem Betze ist er Publikumsliebling. Der Mann mit der Nummer 39 ist eine Identifikationsfigur. Die Fans mögen ihn ob seiner Einsatzfreude, die Fans lieben ihn wegen seiner Leidenschaft. Wie auch Nicklas Fleischmann aus Weilerbach, der leidenschaftliche E-Jugend-Kicker der JFV 5-Eckstein. Stolz zeigt er ein Foto vom Trainingsbesuch beim Club seines Herzens. Das Bild zeigt Nicklas mit einem freundlich lächelnden Jean Zimmer. „Jean darf nicht weggehen, er soll beim FCK bleiben“, bittet Nicklas. Die RHEINPFALZ hat den großen Wunsch des kleinen Jungen übermittelt. Jean Zimmer, der kleine, große Kämpfer, lächelt.