Kaiserslautern Betze-geflüster: Hanni und Manni

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Patrick Maaß kennt sie alle, Manni, Domme, Marius Müller, Jean Zimmer ... Er weiß, welcher Nachwuchsfußballer welchen Weltstar anhimmelt, kennt die Poster in den Zimmern – „ein Bayernposter habe ich da noch nicht gesehen“ –, weiß, wer Probleme in Mathe hat und wer der König der Playstation ist. Er hat die Stars von heute trainiert und begleitet die Stars von morgen. Er könnte Geschichten erzählen – macht er aber nicht. Stattdessen freut er sich im Stillen, wenn sich Bundesligaspieler, die er hat aufwachsen sehen, auf seinem Handy melden oder ehemalige Fußballer, die ihren Traum aufgeben mussten, weil es für sie nicht gereicht hat, die aber trotzdem glücklich geworden sind. Patrick Maaß hat einen Draht zu den Jungs, und die schenken ihm dafür ihr Vertrauen. Seit zehn Jahren arbeitet der gebürtige Lauterer für den Verein, seit kurzem in neuer Funktion: als Pädagogischer Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. „Ich lebe damit meinen Traum weiter“, sagt der 30-Jährige, der früher selbst gekickt hat. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder spielte er von der Jugend bis zur Aktivität bei der TSG, dann trennten sich die Wege in der sportlichen Familie. Sein Vater ist weiterhin Trainer, sein Bruder inzwischen Schiedsrichter, er hat in Erfenbach und in Morlautern gespielt, wo er jetzt wohnt, und ist Trainer geworden. Inzwischen hat er die A-Lizenz, hat sich über die U13 hochgearbeitet bis zum Co-Trainer-Amt bei der U17, das er jetzt schweren Herzens aufgeben muss. Ali Koc ist für ihn zum Trainerteam dazugestoßen, und er arbeitet ihn ein. Während parallel dazu sein anderes Leben weiterläuft. Maaß ist gerade dabei, sein Mathe- und Sozialkundestudium abzuschließen. Mit dem wäre er in den Schuldienst gegangen, wenn das mit seinem Traumjob nicht geklappt hätte. Nebenbei besucht er Seminare, lernt Interviews zu geben und Vorträge zu halten und versucht so viel wie möglich für seine Jungs dazusein und ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte zu haben. Zusammen mit seinem Team, Psychologin Claudia Reidick, dem Pädagogen Michael Ross und den schulischen Betreuern Karl-Heinz Heblich, Herbert Schwarz und Markus Berndt ist er zuständig für die Schnittstellen zwischen Trainingsbetrieb und Schule, dafür dass das mit der Internatbetreuung klappt, dass sich alle wohlfühlen. 30 bis 40 der rund 200 Nachwuchsfußballer des 1. FC Kaiserslautern wohnen im Internat, auf demselben Flur wie die Radfahrer, Judoka, Tennisspieler. Maaß kennt ihre Sorgen vom Heimweh bis zum Liebeskummer, weiß, dass die jungen Sportler oft „vom Körper her Maschinen und vom Kopf her Kinder“ sind. Er begleitet sie, sieht sie wachsen und ihren Weg gehen. Egal ob der Bertha-von-Suttner-, Kurpfalzrealschule, Heinrich-Heine-Gymnasium, BBS oder Meisterschule heißt, für Maaß ist es wichtig, dass jeder angehende Fußballer einen Plan B hat. „Abitur und Fußballkarriere, das ist beides gleich wichtig“, sagt er. „Das weiß jeder von den Jungs, dass es nicht für jeden im Fußball reicht.“ Das zu erkennen und seinen Traum aufzugeben, sei nicht leicht, aber der 30-Jährige weiß, dass es geht, bekommt immer wieder Rückmeldung von Ehemaligen, die jetzt nur noch freizeitmäßig kicken, ein „normales Leben“ führen und glücklich sind. Sein Leben ist jetzt auch perfekt. Er darf bei dem Verein arbeiten, mit dem er Meisterschaft und Pokalsieg gefeiert hat. „Wenn ich meinen Jungs heute erzähle, dass wir mal Champions League gespielt haben, dass wir gegen Benfica Lissabon gewonnen haben, gucken sie mich mit großen Augen an.“ Noch lebt er zwischen den Welten. Am Wochenende ist wieder mal alles gleichzeitig. Der FCK spielt, sein Rhetorikkurs geht weiter, doch er kann auf keiner der beiden Hochzeiten tanzen. Patrick Maaß muss nach Augsburg. Die U17-Jungs haben da ein wichtiges Bundesligaspiel. Aber spätestens im Sommer, wenn die Internatschüler Ferien haben, die Bundesligasaison zu Ende ist, seine Kurse vorbei sind, läuft alles in geordneten Bahnen. Dann hat er seinen Traumjob beim 1. FCK.

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