Kaiserslautern
Betze-Geflüster: Ein Pfälzer mit FCK-Vergangenheit auf der Bielefelder Alm
Die Bielefelder Alm heißt längst Schüco-Arena. Sie war, sie ist, ein Hexenkessel. Dort empfängt Arminia Bielefeld am Samstag (13 Uhr), dem 16. Zweitliga-Spieltag, den 1. FC Kaiserslautern. „Wir müssen die Balance zwischen taktischen Inhalten und der Mentalität finden, die auf der Alm gefragt ist. Dort herrscht meist schnell eine hitzige Atmosphäre durch die Herangehensweise der Mannschaft, die – wie bei uns auf dem Betze – vom Publikum getragen wird. Du brauchst klare taktische Inhalte, gepaart mit der entsprechenden Mentalität und der Bereitschaft, läuferisch und kämpferisch ans Limit zu gehen“, sagt FCK-Coach Torsten Lieberknecht.
Manuel Hornig sitzt auf der Tribüne
Auf der Tribüne wird ein Pfälzer mit FCK-Vergangenheit sitzen, der als Profi mit Arminia 2013 und 2017 in die 2. Liga aufgestiegen ist, 2013 Kapitän wurde: Manuel Hornig. Er beendete 2017 seine Karriere. „Ich hatte einen Anschlussvertrag bei Arminia, war dann auch im Trainerteam von Uwe Neuhaus in der Bundesliga und für das Talenttraining zuständig“, sagt der am 18. Dezember 1982 in Kandel geborene, in Rheinzabern groß gewordene Hornig. Er war auch U19-Trainer bei Arminia und führte die Traditionsmannschaft. Hornig ist Lehrer am Bielefelder Helmholtz-Gymnasium, einer Eliteschule des Fußballs, wo er Sport und Erdkunde unterrichtet. Der Familie zuliebe – die Hornigs haben drei Kinder, Emil (12), Pepe (10) und Romy (6) – verabschiedete er sich von diesen Aufgaben im Verein. „Das muss ja nicht für immer sein“, sagt der Blondschopf. Ihm ist wichtig, dass die Kids Sport treiben, da dient er gerne als Papa-Taxi wenn’s von A nach B und von B nach C geht.
Seit einigen Monaten fungiert Hornig, der nächsten Donnerstag 43 Jahre alt wird, als Sportlicher Berater des Aufsichtsrates des DSC Arminia. „Wir sind hier auch beruflich verwurzelt, auch meine Frau ist Lehrerin, alle drei Kinder sind hier geboren“, sagt der Pfälzer, der in Ostwestfalen Wurzeln schlug. Seine Eltern leben in Rheinzabern, seine Frau stammt aus Mutterstadt – die Verbindung in die Pfalz ist da, die Entfernung groß. „Den FCK verfolge ich immer noch mit einem Auge, aber viele Kontakte gibt es nicht mehr“, sagt Hornig, der 2008 vom Zweitliga-Absteiger Kickers Offenbach kam, die zweite Mannschaft als Innenverteidiger führen sollte. Nach kurzer Zeit aber beorderte Milan Sasic Hornig von den Amateuren zu den Profis. Da waren Mentalität und Leidenschaft gefragt – die brachte Hornig mit. Zum FCK geholt hat ihn Fritz Fuchs, der damals als Teammanager wirkte.
Gute Erinnerungen an den SC Hauenstein
Am Samstag wird Fuchs, früher auch einmal Arminia-Coach, auf der Alm erwartet. „Ich hatte nach dem Abstieg in Offenbach keinen Vertrag mehr bekommen, dann waren das gefühlt zwei Schritte zurück“, erinnert sich Hornig. Der Rückschritt wurde zum Fortschritt! „An den Bundesliga-Aufstieg mit dem FCK 2010 denke ich immer noch gerne zurück, auch wenn ich da keine Führungsrolle spielte. Das war bei den Aufstiegen mit Arminia nochmal was ganz anderes, als Leistungsträger, dann als Kapitän“, schildert Hornig. 20 Spiele mit zwei Toren hat er für die FCK-Profis bestritten – mehr und einen längeren Kontrakt verhinderte auch eine schwere Sprunggelenkverletzung. So kam Hornig, beim FCK von Trainer Marco Kurz als Teamplayer geschätzt, als Mensch in der Mannschaft hoch angesehen, nach einem Zwischenspiel in Koblenz 2011 auf die Alm.
Als der FCK am 27. September 2025 in Paderborn gastierte, war Pepe, Manuels zweitältester Sohn, im FCK-Trikot und mit FCK-Mütze im Stadion und posierte mit FCK-Co-Trainer Carsten Rump für ein Foto. „Carsten kenne ich ja aus seiner Zeit als Co-Trainer von Arminia“, berichtet Hornig von dem besonderen Kontakt. Gute Erinnerungen verbindet er mit seinen fünf Jahren beim SC Hauenstein, seiner ersten Station bei den Aktiven. Er kam 2000 aus der Jugend des Karlsruher SC in die Südwestpfalz. „Ich war damals noch Stürmer, Robert Jung war mein Trainer, ein überragender Fachmann. Genaugenommen hat mich Robert Jung in Hauenstein in den letzten 20 Minuten, wenn ich kaputt war, als linken Verteidiger reingestellt, weil er mich auf dem Platz haben wollte. Ich konnte das Spiel gut antizipieren, denke ich“, sagt Gymnasiallehrer Hornig beim Blick zurück auf die fußballerische Umschulung.
Die Serie
Im „Betze-Geflüster“ greifen wir Begebenheiten am Rande der Spiele des 1. FC Kaiserslautern auf. Horst Konzok war mehr als ein Vierteljahrhundert Ressortleiter der RHEINPFALZ-Sportredaktion. Er ist ein intimer Kenner der Roten Teufel.
