Kaiserslautern
Besseres Busangebot im Norden von Kaiserslautern
Dass es beim ÖPNV nicht ohne Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis geht, wird vor dem Kaiserslautern Bahnhof bei der Vorstellung der neuen Linien augenfällig demonstriert: Stadt- und Landbus stehen in Einklang nebeneinander, wie die designierte Oberbürgermeisterin Beate Kimmel erfreut feststellt. Die SWK (Stadtwerke Kaiserslautern) werden ab August die neue Linie 109 vom Hauptbahnhof über Erlenbach nach Otterberg bedienen. „Ein langgehegter Wunsch des Erlenbacher Ortsbeirats“, wie Kimmel weiß.
Bisher gab es, bedingt durch die Stadtgrenze, gar keine Busverbindung auf dieser Strecke, macht Serge-Christian Zander deutlich, der beim VRN (Verkehrsverbund Rhein-Neckar) für die gesamte Planung zuständig ist. In Kombination mit der Linie 130 wird nun dort wochentags jede halbe Stunde ein Bus verkehren, am Wochenende im Stundentakt, sagt Michael Heilmann, Direktor des Zweckverbands ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd. Und er kündigt an: „Wir wollen das Netz weiter verdichten und im nächsten Jahr zum Beispiel die Grundzentren Weilerbach und Queidersbach besser anbinden.“
25 Prozent mehr Kilometerleistung der Busse im Norden
Die städtische Linie 109 mit dem Lückenschluss nach Otterberg ist jedoch nicht die einzige Neuerung. Auch das neue Linienbündel Kaiserslautern Nord durch die DB Regio Bus Mitte GmbH erweitert das Angebot ab 16. August: Etliche weitere Ortschaften werden besser an die Stadt und miteinander verbunden. Der Landkreis habe „einen Löwenanteil von 66 Prozent an der Streckenführung und 1,7 Millionen Euro“ dazugegeben, erwähnt Landrat Ralf Leßmeister.
Mit dem Linienbündel Nord werde nun 25 Prozent mehr Kilometerleistung als derzeit auf diesem Gebiet geschaffen, sagt Zander nicht ohne Stolz. So ist auch die Linie 132 komplett neu. Sie fährt von Otterberg über Sembach, Mehlingen und Enkenbach nach Hochspeyer. „Andere Linien wurden aufgepeppt, also Strecken erweitert und Takte verdichtet“, erläutert Zander. So gab es auf der Linie 134 von Kaiserslautern über Otterbach und Mehlbach nach Frankelbach bisher nur Ruftaxis, jetzt wird die Strecke wochentags im Stundentakt, am Wochenende alle zwei Stunden durch einen regulären Bus bedient. Andere Linien, wie die 135 nach Hochspeyer und Frankenstein oder die 137 nach Sembach und weiter nach Falkenstein, verkehren jetzt auch später am Abend, „noch um 20.40 Uhr, damit Leute, die länger arbeiten, noch mit dem Bus nach Hause kommen“ erklärt Zander.
Knapp 40 neue Fahrer aus sechs Nationen
Die DB Regio Bus Mitte sei als Gewinnerin aus der Ausschreibung hervorgegangen und bedient nun das Linienbündel, berichtet Sabine Eichhorn, Abteilungsleiterin im Aufgabenträgermanagement des VRN. Doch die Fahrzeuge – „alles Neufahrzeuge des VRN“ – allein transportieren keine Fahrgäste. Deshalb habe die DB Regio Bus Mitte „38 bis 40 Busfahrerinnen und -fahrer neu eingestellt“, sagt deren Geschäftsführer Guido Verhoefen. „Das ist eine richtige Integrationsaufgabe, denn sie kommen aus sechs Nationen.“ So seien auch Sprachlehrer im Einsatz, damit die Kommunikation mit den Fahrgästen klappt. Dass „die Wesch“ alle Fahrer gut kennen, hofft Rainer Nauerz, Geschäftsführer der SWK Verkehrs-AG scherzend; die Waschmühle und das Schulzentrum Nord sind mit der 109 besser angebunden.
Bei der Anschaffung standen laut Verhoefen Ökologie, Sicherheit und Komfort im Fokus: Alle Fahrzeuge sind Hybrid-Busse. Abbiegeassistenzen und Rückfahrkameras sollen die Fahrer sicher durch den Verkehr leiten. Und breitere Türen, Außenbeleuchtung bei Ein- und Ausstieg, bessere Anzeigen und mehr Sitzplätze dienen den Fahrgästen, nennt Verhoefen Beispiele. Sabine Eichhorn verweist noch auf USB-Anschlüsse zum Handy-Laden an den Sitzplätzen und geriffelte Haltegriffe an den Ausstiegen, die Sehbehinderten den Weg weisen. „Und die Fahrer werden mit Smileys unterhalten, die je nach Fahrverhalten Feedback geben.“
