Kaiserslautern
Bäume und Blühstreifen statt parkender Autos
Die Bürgerinitiative (BI) „Stadt für alle“ will mitreden, wenn es um die zukünftige Gestaltung Kaiserslauterns geht. Jetzt hat sie sich die Richard-Wagner-Straße vorgeknöpft, die heute vom Autoverkehr dominiert wird. „Im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsverfahrens möchten wir prüfen lassen, ob und wie ein Teilstück der Richard-Wagner-Straße zur verkehrsberuhigten Zone umgestaltet werden könnte“, erklärt Peter Ott von der BI. Eine Umgestaltung könnte ab der Kreuzung Logenstraße in Richtung Innenstadt beginnen und bis zur Pirmasenser Straße gehen. „So könnten vor allem Fußgänger und Radfahrer sicherer und auf einer attraktiveren Route zur Fußgängerzone geleitet werden.“
Ott schwebt eine „Willkommensachse“ aus Richtung Hauptbahnhof vor. „Dieses Stück der Richard-Wagner-Straße ist eine ganz wichtige Verbindungsachse in die Innenstadt, für auswärtige Gäste, aber auch für Bürger“, meint Ott. Autos und Busse sollten nicht ganz verdrängt werden, aber sie sollten in diesem Abschnitt, wo schöne Gründerzeithäuser stehen, eben langsamer fahren. In verkehrsberuhigten Zonen gilt Schrittgeschwindigkeit. Geht es nach der BI, muss der Straßenraum umgestaltet werden, Parkplätze für Autos müssen weichen, sollen den Raum freimachen für Bäume und Blühstreifen und vielleicht sogar ein bisschen Wasser, wie es auf einer Visualisierung aufgezeigt wird. „Davon würden viele profitieren, vor allem das Stadtbild.“ Ott ist überzeugt, dass das eine höhere Aufenthaltsqualität bescheren würde. Er weiß, dass andere Städte, nicht nur Paris, da schon viel weiter als Kaiserslautern sind. Dass die Achse erst ab der Logenstraße starten soll, habe einen einfachen Grund: Die Logenstraße sei zu stark befahren und könne deshalb nicht eingebunden werden.
„Wir brauchen 200 Unterschriften“
Ott betont, nach den neuen Leitlinien zur Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern in Kaiserslautern könnten Aktionen wie diese angestoßen werden. „Wir brauchen 200 Unterschriften von Menschen, die in Kaiserslautern ihren Wohnsitz haben“, erklärt er. Der Vorschlag müsse dann bei der Stadtverwaltung eingereicht werden. Der Stadtrat fälle die Entscheidung bezüglich der Initiierung einer Bürgerbeteiligung.
In der Richard-Wagner-Straße der Zukunft sollen alle Verkehrsteilnehmer – also der ÖPNV, Autos, Radfahrer und Fußgänger – gleichberechtigt ihren Platz haben, erklärt Ott. Um ohne Parkflächen auszukommen, müssten die Parkhäuser besser ausgelastet und Car-Sharing ausgebaut werden. Bei den Regelungen für das Anwohnerparken wünscht sich Ott Veränderungen. „Andere Städte machen es vor, dort gibt es gestaffelte Tarife, je nach Autogröße und Energieverbrauch. Derzeit stehen zu viele Autos ungenutzt auf kostbaren Flächen in der Kaiserslauterer City.“ Das müsse sich ändern. Und dazu wolle die Initiative „Stadt für alle“ Denkanstöße liefern.
Bislang hat die BI 180 Unterschriften für eine Willkommensachse gesammelt. Listen liegen beispielsweise in der Blauen Blume, im Glockencafé, im 42 und im Naturkostladen aus. „Die Resonanz ist bislang sehr positiv“, so Ott.
Info
Am Samstag, 15. November, 9 bis 12 Uhr, ist die Bürgerinitiative „Stadt für alle“ mit einem Infostand in der Fußgängerzone vor Juwelier Christ in der Kerststraße.